Donnerstag, 20. November 2014

Niedergeknüppelt: die Spinne und das Leben

Von nun an geht es etwas schneller weiter mit der Beantwortung von Ednongs knüppelharten Fragen.

Es stellt sich im Rahmen der fünften Fragestellung nunmehr die Situation, morgens im Badezimmer auf eine Vogelspinne zu treffen, welche den Toilettendeckel blockiert und mich auch noch anfaucht. Watt nu?, wie wir Nichtlateiner so sagen. Nach dem ersten Schreck hoffe ich, ein ausreichend großes Handtuch griffbereit vorzufinden. Ich stürze mich mit eben diesem Handtuch auf die Spinne und führe meine bereits angeführte Hoffnung dergestalt fort, daß ich dieses Untier a) mit dem Handtuch erwischt habe und b) selbiges mit der Kraft meiner Schläge, welchen ich das Handtuch und die darin vermutete Spinne nun aussetze, in einen Klumpen Zellgewebe verwandle. Danach wird das Handtuch seinen Frieden in einem vor dem Haus befindlichen Mülleimer finden und die Spinne zur ewigen Ruhe geleiten.

He, bitte, es handelte sich hier um eine fette Vogelspinne. Ihr glaubt doch wohl nicht allen Ernstes, daß ich das Handtuch wasche und wiederverwende? Außerdem habe ich danach genug damit zu tun, die zweitbeste Ehefrau von allen wieder von ihrem hysterischen Anfall, den sie mit Sicherheit erleiden wird, nachdem sie das alles mitbekommen hat, wieder in so etwas wie einen ansatzweisen Normalzustand zu bringen und anschließend alle Katzen durchzuzählen. Nicht, daß die Spinne eine von denen gefressen hat. Und dann gibt es einen allgemeinen Anranzer an die Katzenbande, warum sie das Vieh nicht vorher schon selbst mittels ihrer bewährten Methode umgebracht hat: es durch möglichst ungeschickte Anstellen auf der Jagd zum Totlachen zu bringen. Und anschließend das unauffällige Entsorgen nicht vergessen. Ich wünsche nicht, die Reste im Katzenklo zu finden. Denkt euch was aus, wie ihr das so hinbekommt, daß ich niemals erfahre, daß die Spinne jemals dagewesen ist. Nur damit wir uns gleich richtig verstehen.

Das hoffentlich erfolgte Ableben der Spinne bringt auch uns ins nächste Leben. Oder vielmehr zur sechsten Frage, die darauf zielt, was ich mir für das nächste Leben vorgenommen habe.

Die Sache ist schnell geklärt: Nichts. Ich glaube nicht an ein nächstes Leben. Auch nicht an eine unsterbliche Seele, einen göttlichen Funken, einen außerweltlichen Masterplan oder sonst etwas in der Art. Das Leben ist ein bestimmtes,  im Laufe eines vom menschlichen Verstand nicht erfassbar langen Zeitraumes entstandenes Zusammenwirken biochemischer und bioelektrischer Komponenten. Fertig. Irgendwann ist es zu Ende. Das war es dann.

Wie auch für die Spinne.




Kommentare:

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    1. So bin ich! Manchmal. Hin und wieder. Gelegentlich mal. :-/

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  2. Die arme Spinne! ;) Und vor allen Dingen erst der Handtuch-Verbrauch ...

    So, kein weiteres Leben. Nun ja, kurz und bündig, die Ansage.

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    1. Der Handtuch-Verbrauch hält sich in Grenzen. So viele Vogelspinnen laufen hier in der Gegend nicht herum.

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