Samstag, 25. Oktober 2014

Weihnachten naht

Selbst der größte Ignorant, sei es aus Vorsatz oder aus reiner Tüddeligkeit, wird spätestens bei einem Einkaufsbummel nicht umhin kommen festzustellen, daß Weihnachten naht. Diese Erkenntnis hatten auch die Kollegen meines Fachbereiches im LASA damals in der guten, alten Zeit, also vor ungefähr einer Woche, gewonnen. Natürlich zieht dieses Wissen gewisse Konsequenzen nach sich.

Geschenke kaufen kann man später, denn schließlich fällt der Heilige Abend in diesem Jahr auf einen Mittwoch. Also haben die Geschäfte an dem Tag noch bis mittags geöffnet. Zeit genug. Was aber jetzt so langsam auf den Weg gebracht werden sollte ist die Reservierung eines Tisches in einem Restaurant, in welchem man sich zu einem harmonischen Miteinander nach Feierabend zusammenzufinden gedenkt.

Unsere wöchentliche Dienstbesprechung näherte sich dem Ende zu. Dr. Strebsinger sprach die abschließenden Worte und fragte wie üblich nach, ob wir noch was hätten.  Ja, hätten wir. Helga meldete sich zu Wort und erklärte kurz, daß man noch über den Termin für das Weihnachtsessen sprechen wollte.

Dr. Strebsinger war an diesem Essen nicht beteiligt, erkundigte sich aber dennoch, wohin es denn dieses Jahr ginge.

„Zu einem Spanier in Gutterburg. Dabei handelt es sich mehr um einen Verein mit Restauration. Da er keinen Gewinn erzielen darf, sind die Preise auch ganz günstig.“ vermeldete Helga.

(Sollte sich jetzt jemand unter meinen wissenden Bloglesern daran erinnern, daß es sich dabei doch bestimmt um eine Veranstaltung handeln wird, an welcher der gute alte Paterfelis teilzunehmen keine Freude haben dürfte, dann trügt diese Erinnerung mitnichten. Weswegen ich dies wohl auch nicht machen werde. Aber es wäre ja auch nicht so gut, den Kollegen immer den Chinamann aufzunötigen, oder?!)

„Wir müssen jetzt noch klären, wie wir die Zeit zwischen Feierabend und Öffnung des Restaurants totschlagen. Da sind ja weder Eislaufbahn noch Weihnachtsmarkt in der Nähe.“ wandte Sven ein.

Der Ökoklaus hatte die Idee. „Wir könnten ja zum Obi fahren. Da ist doch einer.“

Dr. Strebsinger war irritiert. „Sie wollen ihre Weihnachtsfeier beim Obiveranstalten?“

„Nein, aber da kann man Verkäufer in den Wahnsinn treiben und Glühwein trinken. So zur Überbrückung der Zeit. Das ist bestimmt sehr unterhaltsam.“

(Du meine Güte, was bin ich froh, nicht dabei zu sein. Noch so ein lebend gewordener Alptraum für mich.)

„Beim Obi gibt es Glühwein?“

„Zumindest bei diesem. Und wenn wir da als Horde einfallen, kommt das bestimmt richtig gut.“

„Ähm, ja.“ meinte Dr. Strebsinger grinsend. „Dann fahren sie mal schön zum Obi. Ich gehe zu IKEA, da bekomme ich mein Essen früher.“

Ich bin übrigens durchaus der Meinung, daß Dr. Strebsinger zuweilen auch in der Lage ist, die richtigen Prioritäten zu setzen. Wie man gerade wieder erlebt hat.




Kommentare:

  1. Glühwein bei Obi? Wie romantisch! Ich wäre wohl am Tag der Weihnachtsfeier plötzlich erkrankt.

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    1. Du bist also nicht der Meinung, daß es etwas von ungezügelter Wildheit und Urwüchsigkeit hat?!

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    2. *lach* Nein, irgendwie bin ich nicht dieser Ansicht. Du etwa? :-)

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  2. *g* Wie schön, dass ich meine Weihnachtsfeier nur mit mir feiern darf. Aber danke für den Tipp, mal schauen, ob's bei meinem Obi auch Glühwein gibt. ;D

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  3. Glühwein bei Obi? Weihnachtsessen bei IKEA? Silvester bei Media Markt?...oder so..

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    1. MediaMarkt hat bis Mitternacht geöffnet? Cool.

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