Dienstag, 14. Oktober 2014

Paterfelis spielt - nicht mehr (2)

Gemeinsam mit ein paar anderen Unzufriedenen, darunter Ulf, verabschiedeten wir uns also aus dem Forum. Es wurde einem anderen Spieler übertragen, der die Gruppe bis heute organisiert. Man ist dort zufrieden, die Gruppe wächst und gedeiht. Zumindest soviel bekomme ich mit. Direkte Kontakte habe ich keine mehr. Es ist schön zu sehen, etwas auf den Weg gebracht zu haben, auch wenn es sich anders entwickelte als geplant.

Die Abtrünnigen zogen in ein neues Forum. Viele waren wir nicht mehr, denn wir Rädelsführer hatten nur die Spieler angesprochen, die wir persönlich kannten und bei denen vermutet werden durfte, daß sie unsere Spielphilosophie teilten. Unser Problem war jedoch, daß wir nun auf einer Vielfalt von Spielsystemen saßen, aber keines dominierte. Das Interesse an Warhammer war verloren gegangen, denn durch verschiedene Regeländerungen hatte sich der Spielcharakter derart verändert, daß es uns nicht mehr gefiel. Alles auf den Stand einer älteren Edition zurückzusetzen war schwierig, denn das Spielsystem mit deinem Grundregelwerk und den völkerspezifischen Erweiterungsregeln unterliegt einem ständigen Fluss.

Wir versuchten, neue zentrale Spielsysteme zu etablieren, an denen die ganze Gruppe, oder zumindest eine Mehrheit, ihren Spaß haben sollte. Die weiteren Systeme ließen sich ja unabhängig davon spielen. Wenn man denn einen Gegner finden würde. Wieder gab es das Bemühen um eine Blood Bowl-Liga. Sie scheiterte, allerdings veranstalten wir Meisterschaftswochenenden, an denen turnierartig gegeneinander gespielt wurde. Mit unseren verbliebenen Spielern bestand die Gewähr, ein solches Turnier entspannt und unverbissen abhalten zu können.

Ein weiterer Versuch bildete das Spiel Behind Omaha, welches als historischen Hintergrund die Landung der Alliierten in der Normandie hatte. Ein paar Spiele fanden statt, aber wiederum ergab sich keine Regelmäßigkeit. Gleiches galt auch für Wings of War (später Wings of Glory genannt), ein schnelles, zügig lernbares Spiel um Luftkämpfe im ersten Weltkrieg. Alles wurde nur noch sehr halbherzig angegangen. Aber immerhin hatten wir noch so viel Spaß dabei, daß während der Dauer der Luftkämpfe historische Marschmusik aus dem CD-Player dröhnte. Die würden wir zwar ansonsten niemals hören wollen, aber man hat während des Spielens mit den Modellen der historischen Flieger ja auch Stil an den Tag zu legen.

Unsere Richtung, ein historisches Tabletop in unserer Gruppe zu etablieren, wurde aber beibehalten. So beschafften wir uns Regeln und Figuren für Field of Glory, welches in der Antike spielte. Es fand kein einziges Spiel statt. Als nächstes starteten wir mit Freebooter‘s Fate. Nach einigen Spielen, die sehr positiv liefen, war es auch hiermit vorbei. Nun ging es an Warmaster, welches im Warhammer-Universum spielt, regeltechnisch aber eher den historischen Tabletops nahe ist. Wir beschränkten die Modellauswahlen auf alles, was historisch möglich war und kauften online bei einem britischen Hersteller ganze Armeen aus Zinnfiguren im 10 mm-Maßstab, passend zum Hundertjährigen Krieg, zu einem sehr günstigen Preis. Kein Spiel fand jemals statt. 

Dann sollte es napoleonisch werden. Wir fanden eine inoffizielle Warmaster-Variation, für welche wir Modelle im Maßstab 1/72 verwendeten. Ich kaufte alles zusammen, als Ulf der Meinung war, ein Spiel im 28 mm-Maßstab sei schöner. Ohne mich, kein Bedarf. Als letzter ernst gemeinter Versuch, ein Spiel ans Laufen zu bekommen, gestaltete sich X-Wing. Es ging in dieser wankelmütige Richtung weiter, BattleTech kam verstärkt ins Gespräch, während ich mich wieder mal ausklinkte. Bereits im Vorfeld hatte ich kritisiert, daß insbesondere Ulf zu wankelmütig in seinen Interessen war, alles begann und nichts zu Ende führte. Ihm machte es nichts aus, seine Sachen wieder zu verkaufen. Mir allerdings schon, so daß sich Unmengen von Figuren bei mir ansammelten und sowohl das Geld als auch der Wille zum Kauf weiterer Miniaturen fehlten.


(wird fortgesetzt)




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