Donnerstag, 2. Oktober 2014

Druck

Wer versucht, sein Ziel mit zuviel ausgeübtem Druck zu erreichen, muß sich nicht wundern, daß es bei unerwartet wenig Widerstand doch zu einem Rückschlag kommt.


Nö, dieses Mal handelt es sich bei der eingangs von mir formulierten Weisheit ausnahmsweise mal nicht um etwas Verklausuliertes aus dem im Büro erlebten Führungsverhalten. Es geht um handfestere Dinge. Aber auch aus dem Büro.

Ich denke, die einfachen Tacker kennt jeder, der schon mal irgendetwas mit Papierkram zu tun hatte. Ist ja auch ganz bequem, um mal zwei oder drei Blatt Papier miteinander zu verbinden. Und funktioniert auch mit wenig Kraftaufwand. Aber bleibt mir weg mit diesen Ladytackern und deren Winznadeln. Die Tackernadeln wieder zu entfernen ist die Hölle. Deswegen bleiben wir hier auch bei normalen, handfesten und damit männertauglichen Tackern.

Bei gut 20 Blatt Papier bedarf es schon etwas mehr Schmackes, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Also drückte ich mit entsprechendem Kraftaufwand zu und – AUTSCH. Es befand sich keine Munition mehr in der Maschine. Der erwartete Gegendruck blieb aus, kein Ruck war erforderlich, um die erste Nadel vom Rest des fest verbundenen Nadelblocks zu trennen. Kein Papier bremste den Hebel über die tief eindringende und dann sich verbiegende Nadel. Nein, die ungeminderte Wucht wurde ungebremst und damit unsanft erst von dem Papierstapel aufgehalten. Und wenn dann noch das Unterteil des Tackers instabil weil gerissen ist und die Finger etwas ungünstig in diesen Holkörper reinrutschen und überdehnen…

Leute, das kann schon gehörig in Sehnen und Gelenke gehen. Büroarbeit ist echt gefährlich. Das kann man sich als Nichtbürokrat überhaupt nicht vorstellen.

Schönes Gefühl, wenn der Schmerz nachlässt.



Kommentare:

  1. Oh Mann das wird ein Aufwand für dich. Unfallmeldung in dreifacher Ausführung an deinen direkten Vorgesetzten, Berufsgenossenschaft,
    Sicherheitsbeauftragter,
    Ausarbeitung einer überarbeiteten Sicherheitsbelehrung, Ausarbeitung einer Überarbeiteten Version der vorhandenen Arbeitsanweisung.
    Ausarbeiten eines Schulungsplanes zur überarbeiteten Version der AA und SIA.

    Aber am schlimmsten: wie erklärst du dein Fingeraua deiner zweitbesten Ehefrau, insbesondere da du ja immer mit einer Kettensäge ( mit überlangem Blatt und extra starkem Motor ) liebäugelst?

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    1. Ach du Sch..., da habe ich ja gar nicht dran gedacht. Aber mit der Kettensäge muß ich keinen Druck ausüben, sondern schwingen. Vielleicht klappt das ja noch. Aber erst mal die Anträge. Eins nach dem anderen.

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    2. Das Fingeraua muß er mir gar nicht groß erklären - ich habe schließlich auch mal im Büro gearbeitet und dabei dann am eigenen Leib erfahren, wie gefährlich sowas sein kann.

      Zum Beispiel, dass Schnitte, die man sich durch einfaches Papier selbst zufügt dermaßen heftig schmerzen und bluten können, dass man denkt, es ist mindestens der halbe Finger ab und man trotzdem nach Blutstillung fast nichts davon sieht... o.O

      Und Tacker, die ohne Vorwarnung einfach hinterhältig und munitionslos "durchhauen" kenne ich ebenfalls zu genüge. Kann da nicht mal jemand was erfinden???

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  2. Mit diesem Schreibtalent solltest Du Gebrauchsanweisungen verfassen. Dann mußt Du auch nicht mehr in das Büro - fast hätte ich Irrenhaus geschrieben - aber nur fast.

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    1. Aber woher bekäme ich dann Inspiration?

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  3. Ein Betriebsunfall!
    Sofort zum Arzt!
    Die BG zahlt übrigens super Renten😎

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    1. Da muß ich gleich mal die Kollegen fragen. Drei von denen haben früher mal bei einer BG gearbeitet. Wozu hat man denn Beziehungen?

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  4. Ich kannte da mal wen, der hat versucht, eine selbst gebastelte Broschüre zu tackern. Da sowas mit dem Standard-Schreibtischzubehör nicht ohne weiteres geht, hat er die untere Hälfte vom Tacker weg geklappt, und den nötigen Widerstand zum Umbiegen der Draht-Nadel dann eben mit dem Daumen erzeugt. Unfallberichte sind doch immer wieder amüsant.

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  5. Nimm lieber Holz, das knallt besser und macht weniger Aua. Wenn man auch mit kühlem Marmor ganz gut eine Beule behandeln kann #vorsichtigversuchen

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    1. Aber ich glaube nicht, daß ich mich mit Holz noch ausreichend betäuben kann.

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