Sonntag, 14. September 2014

Eindeutige Signale

Und es gibt sie doch – diese eindeutigen Signale, welche uns darüber in Kenntnis setzen, daß der Winter gnadenlos seinen Anmarsch aufgenommen hat. Das Wetter ist dabei vollkommen ohne Bedeutung. Und auch der Umstand, daß ich kürzlich bereits den Restjahresvorrat Mandelspekulatius erworben habe, bevor diese in der Adventszeit wieder ausverkauft sind, sollte in diesem Zusammenhang als nur von minderem Interesse betrachtet werden.

Der eindeutige und zweifelsfreie Hinweis auf den kurz bevorstehenden Winter stellt sich in der Tatsache dar, daß die Busse hier in der Gegend bereits morgens vor sechs Uhr Verspätung haben. Nur vier Stationen nach der erstmaligen Bereitstellung des Wagens. Oder daß sie gänzlich ausfallen. Das ist hier typisch für den Winter.

Nein, ganz so ist es nicht. War nur Spaß. Die Busse fallen auch im Sommer immer wieder aus oder starten ihre Tour zumindest mit ordentlicher Verspätung. Unserem regionalen Nahverkehrsunternehmen, der NÖP, fehlen schlichtweg die Fahrer. Bedingt durch einige schlecht koordinierte Großbaustellen auf Hauptverkehrsstrecken muß auf verschiedenen Linien seit Monaten ein nicht unerheblicher Umweg gefahren werden, um das örtliche Fließgewässer und verschiedene Bahnlinien zu überqueren. Gleichzeitig wird für die Deutsche Bahn auch noch Schienenersatzverkehr gestellt.

Um den Takt zumindest halbwegs halten zu können, ist der Einsatz von mehr Fahrzeugen als üblich notwendig. Die Fahrzeuge sind vorhanden, es fehlt am Personal, welches jetzt händeringend gesucht wird.

Man scheint alles in die Wagen zu setzen, was einen passenden Führerschein hat. Wie sonst wäre es zu erklären, daß es in letzter Zeit wiederholt vorgekommen ist, daß ein Fahrer die Fahrgäste im Allgemeinen bzw. mich im Besonderen, weil ich gerade vorne rechts saß, gefragt hat, ob ihm der Weg gewiesen werden könnte? Oder daß Fahrer sich tatsächlich so verfahren, daß sie unter Nutzung des Rückwärtsganges wenden mussten, um wieder auf den Linienweg zu kommen?! Zu meinen frühmorgendlichen Fahrzeiten mag dies mangels sonstigem Verkehr auf den Straßen ja noch angehen, aber mal ehrlich: Das kann es doch nicht sein.

Und der Fahrermangel war auch absehbar. Doch wie in anderen öffentlichen Betrieben gilt auch hier das Prinzip: Wir versuchen das Kind erst zu retten, wenn es in den Brunnen gefallen ist.


Und keinen Moment früher.



Kommentare:

  1. Letzteres trifft leider nicht nur auf öffentliche Betriebe zu. Die gehen, im Gegensatz zu Unternehmen nur nicht pleite.
    Ach ja und vielleicht könntest du dir ein Zubrot verdienen, als Busguide;-)

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    1. Der öffentliche Dienst unterscheidet sich doch kaum noch von der privaten Wirtschaft. Außer an den Stammtischen. Zeitverträge, Arbeitdruck- und verdichtung, Entlassungen, verschenkte Überstunden, Überwachung. Interessiert da draußen nur niemanden, der nicht unmittelbar betroffen ist.

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  2. Na dann hätten wir hier ja dauerhaft Winter. Nee, ne. Das ist kein Anhaltspunkt. ;)) Aber Fahrer, die nach dem Weg fragen. Ach komm, das ist doch nur ne Aufzeichnung für "Verstehen Sie Spaß", oder?! ;D

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    1. Ich wünschte, es wäre so. Aber ich habe das jetzt schon wiederholt mit unterschiedlichen Fahrern erlebt. Beim ersten Mal ging es nur darum, ob er an einer bestimmten Kreuzung abbiegen müsse oder geradeaus fahren soll. Beim zweiten Mal handelte es sich um eine längere Strecke, bis sich der Fahrer wieder in einem Gebiet befand, in dem er streckenkundig war.

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