Samstag, 30. August 2014

Piepshow

Es war noch die Zeit, bevor ich ins Krankenhaus kam.

Wir saßen in unserem gemütlichen Büro und… Ähm, nein, falscher Anfang. Die Macht der Gewohnheit. Entschuldigung. Wir saßen also nicht in unserem kleinen, gemütlichen Büro und arbeiteten auch nicht vor uns hin. Vielmehr saßen wir in unserem Wohnzimmer und taten, was man in einem Wohnzimmer eben tut. Man wohnt so vor sich hin.

Die Tür vom Waschmaschinenraum – ein kleiner Raum unter der Treppe zum Souterrain – stand offen. Die Waschmaschine tat das Ihrige zur Untermalung der allgemeinen Geräuschkulisse, als es plötzlich anfing zu piepen. Was allgemein und speziell in dieser Form als ein nicht übertrieben gutes Zeichen gewertet werden sollte.

Eine von uns in die Wege geleitete Untersuchung der Sachlage führte zu dem Schluß, daß das Piepen von der Waschmaschine stammte. Eindeutig. Nur – um ein wenig Niveau hier reinzubringen anzudeuten – stellte sich direkt die Frage: Was will uns der Künstler Entwickler damit sagen? Warum spricht die Maschine zu uns?

Ein eingehendes Lesen der Bedienungsanleitung führte zu der Erkenntnis, daß ein Piepen der Waschmaschine nicht vorgesehen sei. Zumindest fand sich kein Hinweis darauf. Sehr bedenklich.

Das weitergehende Studium des Schaltplanes – meine Angetraute kennt sich mit so etwas aus, während ich derlei Dinge eher für Schnittmuster halte, denn die kann ich genauso gut lesen und erkenne entsprechende Ähnlichkeiten – ließ uns zu dem uns nicht weiterführenden Wissen gelangen, daß ein Piepen eben dieser Waschmaschine technisch ausgeschlossen ist.

Es konnte nur einen Grund haben: SIE sind doch unter uns.

Unsere neue Waschmaschine piept übrigens auch. Aber die darf das wenigstens.



Freitag, 29. August 2014

Wenn Inhalte fehlen

Die zweitbeste Ehefrau von allen hatte sich ein Dal Daal Dahl gekocht. Mir war gerade nicht danach, weswegen ich beabsichtigte, ein paar vom Vortag übrig gebliebene Brötchen mit schon gummiartiger Konsistenz zu vertilgen. Besser so als sie wieder zu Arme Ritter verarbeiten zu müssen. Obwohl… ich mag die ja. Sowohl die Gummibrötchen als auch Arme Ritter. Nur meine Angetraute eher nicht. Ein Ruf aus der Küche riss mich aus meinen tiefschürfenden Überlegungen.

„Willst du auch von dem Dal?“

„Nein.“

„Es ist aber so viel geworden.“

„Na dann.“

So löffelte ich das Linsengericht.

„Weißt du, was da noch fehlt?“

„Du wirst es mir sagen.“

„Mettwürstchen!“

„Nein.“

„Bockwürstchen?“

„Nein.“

„Fleischwurststücke?“

„Auch nicht.“

„Rindfleisch aus Dosen? Könnte natürlich auch noch Pferd gewesen sein, die Dosen sind ja schon älter.“

„Nix.“

„…“

„NEIN!“

Na gut, dann eben nicht.





Donnerstag, 28. August 2014

Besuch für die bärtigen Typen mit eigenem Haus

Entweder man mag - nennen wir es doch ruhig beim Namen - Kriegsspiele, oder man mag sie nicht. In Deutschland haben diese Spiele ja ein gewisses Geschmäckle, was nicht zuletzt auch daran liegt, daß wir die letzten beiden Weltkriege verloren haben. Es ist politisch einfach nicht korrekt. Anderen Ortes, insbesondere in Großbritannien, hat man damit durchaus weniger Probleme.

Schon als Kind habe ich gerne mit Spielzeugwaffen, Modellsoldaten etc. gespielt. Wie die meisten mir bekannten Kinder Jungs damals. Entgegen der Annahme moderner neuzeitlicher achwasweißichwelcher Erziehungswissenschaftlicher bin ich deswegen dennoch nicht zum psychopathischen Irren geworden, welcher seine Mitmenschen als Amokläufer hirnlos abschlachtet. Was vielleicht, aber auch nur vielleicht, ausschließlich daran liegt, daß ich mir weiterhin keine massakertaugliche, benzinbetriebene Kettensäge mit extra langem Blatt kaufen darf. Lassen wir diesen Punkt einfach mal ungeklärt.

Wenn es darum ging, irgendwelche Schlachtszenarien in unseren Tabletop-Spielen zu entwerfen, hatte ich immer den Hang zu Belagerungen. Diese sind eine sehr untypische Variante im Bereich der Tabletops, was auch seine Gründe hat. Spielt man nämlich eine Belagerung durch, so hat der Verteidiger nur wenig anderes zu tun als abzuwarten, was der Belagerer so alles anstellt. Klar, er kann einen Ausfall wagen, aber das ist es im Wesentlichen auch schon. So war es zumindest nach den seinerzeit aktuellen Warhammer-Regelwerken der fünften bis siebten Edition.

Ich wusste, daß die Regeln der früheren Editionen, insbesondere der dritten, sich deutlich von den späteren Ausgaben unterschieden. Und daß es in der dritten Edition ein sehr umfangreiches Regelwerk zum Thema Belagerungen gegeben hat. Leider wurden die Regeln erst mit Beginn der vierten Edition vom Hersteller auch ins Deutsche übertragen, so daß ich, falls mir dieses alte Regelwerk jemals in die Hand fallen sollte, mit viel Mühe eine entsprechende Übersetzung anfertigen müsste.

Nach langer Zeit der Sucherei fand ich schließlich das besagte Buch und konnte es überraschend günstig gebraucht erwerben. Die Gerüchte hatten nicht getrogen, die Regeln waren sehr viel weitreichender und detaillierter als zu späteren Zeiten. Ich fertigte also die Übersetzung an und nahm einige Anpassungen vor, welche den Grundregeln der damals aktuellen Warhammer-Edition geschuldet waren.

In unserer Spielerunde experimentierten wir mit diesen Regeln, ergänzten und verfeinerten sie immer mehr. Im Rahmen eines solchen Spieles entstanden die nachstehenden Bilder. Eine Dunkelelfen-Armee greift eine Zwergenfestung an. Es handelt sich nicht um meine Figuren, wohl aber um meine Geländestücke, also die Festung, der Belagerungsturm, die Ramme, verschiedene Ölkessel und die Leitern, welche alle von meinem Vater aus Holz gebastelt und von mir bemalt farblich gestaltet wurden. Ich habe das Spiel als Schiedsrichter begleitet und beobachtet, wie die aktuelle Regelversion funktioniert.


Bild 1:



Die Startaufstellung. Die Armeen nehmen ihre Plätze ein und führen die ersten Bewegungen aus.


Bild 2:



Gardisten der Dunkelelfen haben den Belagerungsturm bis an die Mauer geschoben. Die Brücke des Turms knallt auf die Zinnen des Wehrganges und hakt sich daran fest. Besonders wagemutige Gardisten stürmen den Zwergen entgegen.

Der General der Dunkelelfen steht ihnen mit seinem Drachen bei.


Bild 3:



Hier nochmal die Gardisten. Die Zwerge mit ihren Musketen können kaum über die Zinnen sehen, da das Festungsmodell eigentlich für Menschen gedacht ist.


Bild 4:



Der Drache hat die Mauern überflogen und befindet sich jetzt auf Zwergenjagd. Rechts neben ihm liegt die Atemschablone. Alles was sich unter ihr befindet, wenn man diese an seine Schnauze legt, wird vom Drachenfeuer erwischt.


Bild 5:



Die Zwerge bereiten eine Ladung siedendes Öl vor, um dies auf die heranrückenden Krieger der Dunkelelfen zu schütten.


Bild 6:


Henker der Dunkelelfen (die heißen nunmal so) haben Sturmleitern angelegt und erklimmen die Zinnen. Die Zwerge verteidigen sich tapfer bis zuletzt.


(wird in loser Folge fortgesetzt)


Mittwoch, 27. August 2014

Zu spät

Gerade bin ich dabei, weitere Teile meines noch ausstehenden Resturlaubes aus 2013 und ein paar Tage Überstunden zu verbraten. Nicht den gesamten Rest von beiden, aber immerhin geht es auf das Finale zu. Also habe ich frei.

Heute gedenke ich, einkaufen zu fahren. Und wenn ich schon mal auf dem Weg bin, sage ich auch mal dem Onkel Doktor Guten Tag, um ein paar vorbestellte Rezepte einzukassieren.

Als fairer Mensch versuche ich – im Gegensatz zur eigenen Kundschaft – nicht schon vor der Öffnungszeit beinah gewaltsam die jeweiligen Räumlichkeiten zu betreten und mein Begehr an den Mann oder die Frau zu bringen. Ganz im Gegenteil. Um den weitgehend netten Damen und Herren die Gelegenheit zu geben, die Regale aufzufüllen und ähnliche, meinen Besuch förderliche Dinge zu erledigen, bevor ich mich da in höchst eigener Person aufdränge, habe ich mir fest vorgenommen, nicht vor neun Uhr das Haus zu verlassen. Das ist für einen Frühaufsteher wie mich eine echte Herausforderung.

Vor allen Dingen habe ich zu Hause auch schon gewuselt, was gewuselt werden konnte. Was wäre ein Morgen, ohne Katzenscheiße geschaufelt und die Spülmaschine eingeräumt zu haben? Eben! Jetzt hänge ich hier rum und lasse die Zeit vergehen. Laaaangweilig.

Arzt und Geschäfte öffnen ihre Pforten um acht Uhr. Jetzt ist es kurz nach acht.

Verdammte Hacke, ich hasse das Gefühl, zu spät dran zu sein.




Dienstag, 26. August 2014

Urlaubsplanungen

Die übliche Morgenrunde ist zum Zirkeltraining anwesend. Man scheint die Sache heute mal wieder wenig ernst zu nehmen. Es sollte so sein, daß die unterschiedlichen Geräte derart eingestellt sind, daß innerhalb von 30 Sekunden etwa zehn Wiederholungen der Übungen durchgeführt werden können. Eine weitere Wiederholung soll aus Kraftgründen ausgeschlossen sein. Ist diese noch möglich, sind die Gewichte entsprechend zu verstärken, damit dies beim nächsten Durchgang eben nicht mehr funktioniert.

Das bedeutet schlichtweg, stets am Limit zu trainieren. Wenn ich denn aber am Limit trainiere, sollte ich nicht in der Lage sein, mich dabei angeregt zu unterhalten und die einzelnen  Übungen in Rekordgeschwindigkeit ohne sichtbare Anstrengung zu wiederholen. Eigentlich. Gut, mir kann es egal sein, was die anderen da treiben, so lange sie den Ablauf nicht stören. Aber lauschen sich nonverbal an dem Gespräch beteiligen klappt ja, auch wenn zumindest ich gerade an meinem Grenzbereich trainiere. Die waren ja auch laut genug.

„Nur noch morgen und Rest von heute.“

„Und dann?“

„Dann habe ich Urlaub.“

„Wie lange?“

„Zwei Wochen.“

„Geht’s wohin?“

„An die Ostsee. Mit den Kindern, meinen Eltern und meinem Bruder. So ein richtiger Familienurlaub.“

„Schön.“

„Ja. Ich werde die Kinder bei meinen Eltern abladen, mir den Hund von meinem Bruder schnappen und den ganzen Tag unterwegs sein.“

Jau, hört sich nach einem Plan an.





Montag, 25. August 2014

Alles Käse oder was?

Lange nichts vom bösen Wort mit Sch… gehört. Ihr nicht, Mandy und ich aber schon. Zwar nicht täglich, aber doch immer noch wöchentlich. Mindestens. Das Übel ist einfach nicht auszurotten. Besonders schlimm sind ja schon jene Kollegen, welche bewusst zu uns ins Zimmer kommen und dieses unsagbar böse Wort gleich ein paar Mal hintereinander von sich geben. Und das nur, um endlich wieder einen Kuchen backen zu dürfen.

Mandy zeigt sich da stets von ihrer entgegenkommenden Seite und akzeptiert dies ohne Zuschlag wegen erwiesenen Vorsatzes.

Und so gab es wieder einen aufgehübschten Fluchkuchen für uns.


Gelbe Schrift auf gelbem Grund bietet keinen besonders Kontrast ;-)


Der Bäckerin ihr Fräulein Tochter bestand übrigens darauf, das Mundstück zwecks Selbstverzehr wiederzubekommen. Wir waren da nicht so kleinlich und haben es wieder rausgerückt. Ist ja 'ne Nette, die junge Dame.





Sonntag, 24. August 2014

Im Reich der Sinne

Einen richtigen Neuwagen, also aus erster Hand direkt vom Händler, habe bislang nur einmal gekauft. Alles andere waren Gebraucht- oder Vorführwagen. Und nun steht hier wieder so ein neues Prachtstück vor mir und wartet darauf, von mir benutzt zu werden. Der Lack glänzt in der Sonne, nirgendwo befindet sich eine Delle oder ein nicht zwingend erforderlicher Aufkleber. Selbst das Kennzeichen ist nicht verbogen.

Auf der rechten Seite steige ich ein, selber fahren möchte ich gerade nicht. Außerdem grinst man mich von dem Fahrerplatz aus bereits an. Ja, da hätte ich wohl auch keine Chance, jetzt ans Lenkrad zu gelangen. Aber um so etwas streite ich mich nicht mehr. Aus dem Alter, in dem ich alles Neue sofort selbst ausprobieren muss, bin ich schon lange raus. Nennt man das Abgeklärtheit?

Ich werfe einen Blick auf das Armaturenbrett. Wohlgeordnet finden sich alle möglichen Schalter, Knöpfe und Hebel. Die Anzeigen sind überwiegend digital, wie das bei modernen Fahrzeugen eben so ist. Analog würde mir besser gefallen, aber man hat heute ja nicht mehr die Wahl. Was drin ist, das ist drin. Der Kilometerstand zeigt einen lächerlich niedrigen Wert an. Unser Balduin war zuletzt bei deutlich über 90.000 Kilometern. Dieser Wagen hier wird das locker überschreiten. Da bin ich sicher. Er hat ja auch deutlich mehr gekostet.

Ich atme die Luft bewusst ein. Neufahrzeuge haben ja diesen ganz besonderen Geruch im Innenraum, welcher sie sofort als solche erkennbar macht. Auch ohne hinzusehen. Bald wird er verschwunden sein. Eigentlich schade.

Die Sitzbezüge sind eine Augenweide. Nirgendwo ein Fleck, wo immer man auch sucht. An keiner Stelle ist etwas durchgewetzt. Und auch der Boden ist sauber. Nach Jahren intensiver Nutzung wird man ihn wohl nie wieder so hinbekommen, wie er sich jetzt zeigt.

Wir fahren los. Das Motorengeräusch ist satt und zeugt von einer ordentlichen Zahl an Pferdestärken, kombiniert mit nicht zu wenig Hubraum. So muß es sein, auch wenn ich Fahrzeuge heute eher unter dem Nutzenaspekt bewerte als nach Optik und Prestigeträchtigkeit. Gut, der Gepäckraum ist etwas knapp bemessen. Da bevorzuge ich ja Kombis.

Ich brauche keinen Stern vorne auf der Haube, anderes tut es auch. Nur gelegentlich, wenn ich einen der letzten noch fahrenden Corradossehe, oder einen 200SX (mit Klappscheinwerfern), bricht es mir gelegentlich das Herz. Aber das reflexartige „NEIN!“ der zweitbesten Ehefrau von allen, welches schon an meine Ohren dringt, wenn so ein Wagen auch nur in Sichtweite gerät, zerschlägt mir jegliche Träumerei. Das aber ist eine andere Geschichte, die ich bei Gelegenheit mal zum Besten geben werde.

Während wir so durch die Stadt fahren, bemerke ich sofort mit Wohlgefallen, daß in diesem Wagen nichts knackt oder klappert. Alles ist noch fest und da, wo es hingehört. Keine Risse in der Kunststoffverkleidung, keine Kratzer, nichts. Auch keine Aufkleber oder Unfälle mit einem Filzstift stören den optischen Eindruck. Die Oberflächen kleben auch nirgendwo, wenn ich mit den Fingern darüberstreiche.

Nach dem Schließen des Fensters, welches einen Spalt weit zur Belüftung geöffnet war, wird auch das Motorengeräusch schlagartig zu einem gedämpften Brummen. Herrlich. Genießen wir es, bis die Innenraumgeräusche im Laufe der Jahre auch stetig lauter werden.

Ja, ich bin zufrieden. Die Investition scheint es wert gewesen zu sein.

Die Neustädter Nahverkehrsgesellschaft NÖP hat wirklich sehr schöne neue Busse für den innerstädtischen Linienverkehr angeschafft.




Samstag, 23. August 2014

Hungersnot in Neustadt

Es geht nicht um mich. Auch wenn der Titel dieses Eintrags vielleicht einen anderen Gedanken aufkommen lässt. 

Nadja kam zu uns ins Büro und störte den Moment friedlicher Ruhe, den wir stets zur Arbeit nutzten.

„Du, Mandy, was machen wir denn heute Mittag?“

„Ich muß zur Drogerie.“

„Da will ich nicht mit. Ich muß mir unbedingt was Ordentliches zu essen holen. Heute Abend ist meine Mutter nicht zu Hause, da macht mir keiner was.“

Hmmm… Selber was machen? Bist doch schon ein großes Mädchen. Aber in einer Zeit, in der manche schon damit überfordert sind, eine Backmischung anzurühren, kann man wohl auch nicht erwarten, eine Packung Nudeln zu kochen.

Schlimm.




Freitag, 22. August 2014

Spam

*Plopp*

Nein, kein Pling. Auch kein Sie haben Post. Unsere Bürorechner verfügen nämlich nicht über Lautsprecher. Alles, damit wir in Ruhe friedlich vor uns hinarbeiten können.

E-Mail (ach was) von Dr. Strebsinger. An alle. Lese ich später.

„Hast du auch die E-Mail von Dr. Strebsinger bekommen.“ hörte ich Mandys vertraute Stimme hinter ihrem Monitor.

„Ja.“

„Verstehst du die?“

Mist, also muß ich die jetzt doch lesen.

„Ist schon etwas wirr.“

„Liest sich so, als ob die von einem automatischen Übersetzer getextet worden wäre.“

„Du meinst so wie die Trickbetrüger-Mails aus Afrika?“

„Hat eine gewisse Ähnlichkeit.“

„Los, hau den Spamfilter rein. Sicher ist sicher.“

Endlich wieder ungestört arbeiten.




Donnerstag, 21. August 2014

Schlumpfiges

Wir saßen in unserem Büro und arbeiteten vor uns hin, als der Ökoklaus auftauchte, um mich mit einer seiner Akten fragenderweise zu belästigen. Ich schaute auf, als mir auch prompt ein „Was bist du denn für ein Schlumpf?“ entfuhr.

Ich erntete zunächst einen seltsam dämlichen Blick.

„Was?“

Mandy hatte direkt geschaltet.

„Na, was du für ein Schlumpf bist. War doch eine klare Frage.“

„Was habt ihr denn für ein Problem?“

„Wir wissen nicht, was du für ein Schlumpf bist.“ Karla hatte die Sache damit auf den berühmten Punkt gebracht.

„Wieso Schlumpf?“

Ich setzte meinen mitleidvollsten Blick auf.

„Hast du dich heute schon mal im Spiegel betrachtet?“

So stand unser Ökoklaus da, in seiner weißen Hose, seiner schlumpfblauen Fleecejacke und seinen blondgrauen Haaren, die hilfsweise als Schlumpfmütze herhalten mussten.

„Nur an deiner Gesichtsfarbe müssten wir noch was machen, aber da sehen wir großzügig drüber hinweg.“

„Ja, und mit dem Bart wirst du zum Großen Schlumpf.“

„Wer?“ Karla wusste nicht weiter.

„Der Große Schlumpf. Der Chef-Schlumpf.“ meinte ich.

„Ne, der heißt doch Papa-Schlumpf. Aber der hat rote Sachen an. Das passt nicht.“

Früher hieß der aber Großer Schlumpf, das weiß ich genau.

Der Ökoklaus meldete sich wieder zur Sache. „Da gibt es doch noch den Opa-Schlumpf. Der hat auch einen Bart.“

Opa-Schlumpf? Den wiederum kannte ich nicht. Aber angeblich soll der gelbe Sachen tragen, wie wir direkt von Karla aufgeklärt wurden.

Also entließ ich den Ökoklaus aus unseren Fängen.

„Weißt du was, wir kommen nicht weiter. Wenn du dich schon schlumpfig anziehst, dann aber richtig. Los, verschlumpf dich, damit wir hier weiter schlumpfen können. Und schlumpf hier erst wieder rein, wenn du weißt, was für ein Schlumpf du wirklich bist.“

So ein Schlumpf aber auch.




Mittwoch, 20. August 2014

Einfach vor sich hindümpeln

Die Woche hatte gerade begonnen. Gemeinsam mit Frl. Hasenclever saß ich in einer Personalangelegenheit im Büro von Dr. Strebsinger. Wir hatten unsere Einschätzung in der Sache gerade vorgebracht, als Dr. Strebsinger auch schon einen tiefen Seufzer von sich gab.

„Kann es nicht mal eine Woche geben, in der alles einfach nur so vor sich hindümpelt? Ich glaube, ich muß mal in Urlaub fahren.“

„Och, Herr Dr. Strebsinger, das lassen Sie mal schön sein. Das hat doch schon beim letzten Mal nicht geklappt.“

Ich konnte es mir nicht verkneifen.



Dienstag, 19. August 2014

Konstante

Eine gewisse Stabilität erzeugende Konstante im Berufsleben kann auch sein, morgens regelmäßig den Mülleimer im Büro so vorzufinden, wie man ihn am Nachmittag zuvor hinterlassen hat.

Wenn das ein paar Tage hintereinander geschieht, dann ist es umso positiver hervorzuheben, daß die Hitzewelle des Sommers aktuell keinen besonderen Höhepunkt an den Tag legt.



Sonntag, 17. August 2014

Der Wächter bei den Löwen

Das Leben lässt zuweilen seine ganze Härte an mir aus. Wirklich, das muß man sich mal vorstellen. Am Donnerstag waren die wenigen, nach Abzug von Urlaubern und Kranken noch vorhandenen Restkollegen meines Fachbereiches in der Mittagspause beim Kleinen Chinamann. Mittagsbuffet. Wir waren zu sechst. Sechzehn Stellen stehen auf dem Plan…

Grund zum Strahlen haben wir ja eigentlich immer, und so ergab es sich relativ spontan. Beim nächsten Mal würde es wieder abends stattfinden, so daß auch der ehemalige Mitbewohner der guten Mandy seine Gelegenheit bekommen wird, uns dorthin zu begleiten und seine Fähigkeiten zu beweisen.  Der Mongolenteller fehlte schon ein wenig, während die knapper vorhandene Zeit mich auf acht und den Ökoklaus auf neun eher übersichtliche Gänge einschränkte. Dafür war das Spektakel auch kostengünstiger.

Die zweitbeste Ehefrau von allen zeigte sich ob unserer zwischenzeitlich quartalsweise erfolgenden kollegialen Heimsuchung des Kleinen Chinamannes leicht betrübt und verlangte, dort ebenfalls mal wieder einzukehren. Da ich mich diesbezüglich trotz einer eher schwachen Vorleistung trotzdem gut  trainiert wähnte und meine Angetraute erstmals seit Monaten, gefühlten Jahren, an diesem Samstag frei hatte, drängte es sich förmlich auf, das gleich zu erledigen. Dennoch würde es nach dem bereits erwähnten Mittagstraining eine Herausforderung werden. Ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste.

So spazierten wir vom Parkplatz in Richtung des von zwei steinernen Löwen flankierten Eingangsbereiches, als ich plötzlich stutzte. Meine Angetraute spürte mit ihrer typisch weiblichen Sensibilität mein aufkommendes Unbehagen.  Es war aber nicht wie sonst so oft. Keine sich anbahnende Panikattacke oder auch nur die Vorstufe davon. Nein, es war anders. Schlimmer.Grundlegender. Dramatischer.

„Was ist los?“

„Siehst du es denn nicht?“

Nein, sie sah es nicht. Dieses wichtige, möglicherweise alles entscheidende kleine aber doch wesentliche Detail. Es fehlte.

„Was denn?“

„Der Wächter steht nicht an seinem Platz.“

„Welcher Wächter?“

„Der kleine Chinesenjunge, den sie hier immer in der Nähe postiert haben. Er ist nicht da.“

„Ist mir noch nie aufgefallen. Was macht denn der Junge hier?“

„Er passt auf, ob wir kommen.“

„???“

„Immer wenn wir uns dem Lokal nähern, rennt er sofort in die Küche. Dorthin, wo die beiden überlebensgroßen Poster hängen.“

„Welche Poster?“

Meine Augen bekamen so langsam ein irres Flackern. Ich habe gesehen, wie es sich in den Fenstern des Lokals spiegelte. Erkannte denn hier niemand die Notlage? Die sich anbahnende Katastrophe?

„Die beiden Poster von uns. Eines von dir und eines von mir. Guck doch mal durchs Küchenfenster. Der Junge stürmt immer hinein, zerrt dem Koch am Arm und zeigt auf die Poster. Auf deines, wenn du mal nur mit den Mädels hier bist, auf meines, wenn ich mit den Kollegen hier bin. Und wenn wir beide kommen, dann ist er richtig aufgeregt und zeigt abwechselnd auf beide Poster.“

„Warum sollte er denn so etwas tun?“

„Damit der Koch Bescheid weiß. Wenn du kommst, muß er gebackene Bananen bis zum Abwinken machen. Und die Bienen rausschicken, damit der Honig reicht. Bei mir geht es natürlich um die Enten. Er muß jemanden finden, der noch welche schießt, damit genügend da sind. Und da der Junge heute nicht da ist, sehe ich die Nachschublage als sehr kritisch an.“

„Schatz?“

„Ja?“

„Du spinnst.“

Hin und wieder soll das tatsächlich mal vorkommen.




Samstag, 16. August 2014

Polyphem

Und es begab sich zu der Zeit, als die zweitbeste Ehefrau von allen nach einem neuen Glas edlen Mostrichs verlangte, denn das alte Behältnis ward geleert. So machte sich der Ehemann der zweitbesten Ehefrau von allen auf, begab sich müden Schrittes in das Kellergewölbe und fand versteckt hinter einer schier unübersichtlichen Masse höchst pikanter Saucen aus der neuen Welt sowie einer ebenso gewaltigen Menge morgen- und abendländischer Würzflüssigkeiten ein kleines Glas mit einem blauen Deckel, welches schon nahezu verschüchtert hinter jeweils einer Flasche erlesenen Essigs von edlem Rotwein und eines gar wunderbaren Öles aus den besten Walnüssen hervorlugte.

Der freundliche Ehemann streckte die Hand nach dem Glas, fasste dieses und zog es vorsichtig heran. Ein leichtes, plötzlich in der Luft hängendes Klock zeugte von einem Anstoßen der mit den wunderbaren Dingen dieser Welt gefüllten Flaschen, doch schnell trat wieder Ruhe ein. Das Glas nunmehr in den Händen haltend eilte der Ehemann der zweitbesten Ehefrau von allen, nur begleitet von seinem treuen Kater, die steile Stiege aufwärts, zurück an den Tisch, an welchem er und seine ihm Angetraute das abendliche Mahl einzunehmen gedachten.

Voll der Dankbarkeit nahm die zweitbeste Ehefrau von allen das Mostrich-Glas entgegen, wandte sich dem Deckel zu und öffnete diesen – um dann in ein glockenhelles, schallendes Gelächter auszubrechen. Denn dort erblickte ein wahres Wunder das Licht dieser Welt. Der Ehemann ließ Zeichen der Verwunderung erkennen, welche die zweitbeste Ehefrau von allen bemerkte. Um ihn nicht in völliger Unkenntnis eines möglichst fernen Tages dahinscheiden sehen zu müssen nahm sie den Deckel, legte ihn in ihre sanfte Handfläche und hielt diese dem Ehemann hin, damit auch er sich an dem Wunder zu ergötzen vermochte.

Und was er sah, war ein…



…Zyklopen-Smiley.




Donnerstag, 14. August 2014

Kleine Dinge

Der Ökoklaus, während er einen von Mandys Aktenstapeln ansichtig wurde:

„Oh, jetzt schrumpft er aber.“

Paterfelis im unmittelbaren Anschluss:

„Das hörst du von deiner Frau aber auch häufiger, oder?!“

Stimme aus dem Hintergrund:

„PATERFELIS!“

Ja, ich gebe es zu, der war böse.

Egal. Gelegenheiten muß man nutzen.




Mittwoch, 13. August 2014

Untertreibung des Jahres

Der Ökoklaus kam nach viereinhalbwöchiger Abwesenheit endlich mal wieder ins Büro. Pflichtschuldig meldete er sich bei Frl. Hasenclever zurück.

"Und, was ist hier so während meiner Abwesenheit passiert?"

"Nix. Überhaupt nix."

Ich fasse es nicht.




Dienstag, 12. August 2014

Der Beginn einer neuen Ära

Große Dinge scheinen sich im Neustädter Ländchen anzubahnen. Sehr große Dinge.

Es begann weitgehend unscheinbar mit einem Klingeln. So einem typischen Klingeln, wie es in den ebenso typischen Gegensprechanlagen eingebaut ist. Nicht so ein gepflegtes Dingdong. Aber immerhin auch nicht eine billige Imitation des Westminsterschlages. Man sollte es aber nun auch nicht mit dem klassischen Klingeln verwechseln, wie es durch die Berührung eines metallenen Stiftes auf einer Metallglocke erzeugt wird. Und auch nicht mit einem Gong. Nein, das war schon ein synthetischer Klang. Nicht sehr angenehm in den Ohren, weswegen das den Klang erzeugende Gerät auch nur auf Mindestlautstärke eingestellt wurde. Was nicht viel heißen soll, denn es gibt nur zwei Einstellungsmöglichkeiten: Viel-zu-laut und Nicht-ganz-so-laut-aber-immer-noch-erschreckend.

Unsere Türklingel eben.

Das Klingeln der Tür in Verbindung mit einem Minuten zuvor vernommenem Geräusch eines auslaufenden schweren Motors bedeutet in der Regel eines: Die Post ist da.

Die zweitbeste Ehefrau von allen öffnete unsere Tür und fand sich in unserer gemeinsamen Vermutung dahingehend bestätigt, daß sie dort unseren Postboten vorfinden würde. Dieser fragte, ob er bei uns ein Paket für die freundliche ältere Dame von Gegenüber abgeben könne, da diese just zu eben diesem Zeitpunkt scheinbar nicht zugegen war, wie überhaupt sämtliche Bewohner des Hauses gerade mal aushäusig zu sein schienen. Gut, er fragte jetzt nicht wörtlich nach der freundlichen älteren Dame von Gegenüber, aber es war schon verständlich, wen er meinte. Nämlich die freundliche ältere Dame von Gegenüber. Welche auf das Paket warten würde. Genauer gesagt: das Paket vom Versandhaus. Vermutlich würde sie darauf warten. Man kann das ja nicht so mit Bestimmtheit sagen. Es hätte schließlich auch ein Überraschungspaket sein können, dann hätte sie wohl nicht gewartet. Denn sie hätte es ja nicht gewusst, daß das Paket kommt. Es wäre dann wohl auch keine Überraschung gewesen, falls sie es doch gewusst hätte.

Ja klar, natürlich kann unser Postbote das Paket, auf welches die freundliche ältere Dame von Gegenüber vermutlich, wenn nicht sogar höchstwahrscheinlich, wartet, weil Versandhäuser eher selten Überraschungspakete verschicken und dieses Paket bekanntlich von einem solchen Versandhaus verschickt wurde, hilfsweise bei uns abgeben. Aber auch nur, weil die freundliche ältere Dame von Gegenüber gerade nicht zuhause weilt, während sie auf ihr Nicht-Überraschungspaket wartet. Wir sind da nicht so. Aber auch nur dann. Wir können auch anders; so etwas hat es schon gegeben. Ist aber eine andere Geschichte.

Es sollte vielleicht erwähnt werden, daß genau in diesem Haus, also jenem Haus, in dem die freundliche ältere Dame von Gegenüber wohnt, nicht jetzt etwa in dem Versandhaus, auch die Kleinhüppgenreuthers ihren ständigen Wohnsitz haben. Dieser Umstand wird im späteren Verlauf des Geschehens noch eine zentrale Bedeutung erlangen.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, mit den hier abgegebenen Fremdpaketen umzugehen. Dabei ist es wirklich und wahrhaftig vollkommen egal, ob es sich um Überraschungspakete oder Versandhauspakete handelt. Oder andere Pakete. Außer die betont neutralen Pakete. Weil die doch immer vom Sexspielzeugversand kommen. Habe ich mal irgendwo gehört. Seit dem erschrecke ich mich immer, wenn ich ein betont neutrales Paket für für Frau Kleinhüppgenreuther sehe. Sodom und Gomorra, das kann ich euch sagen. Da bekomme ich ja schon alleine bei dem Gedanken rote Ohren.

Nur mit Paketbomben sind wir etwas vorsichtiger, aber die erkennt man ja nicht zwingend sofort, seit derartige Bomben nicht mehr durch die klassischen Wecker gezündet werden. Sonst würde man es ja Ticken hören. Und Tacken. Und wenn es klingelt, dann Bumm. Oder so in der Art. Aber darüber kann man ja eher selten noch berichten, weswegen ich einräume, daß es sich an dieser Stelle lediglich um eine unbewiesene Theorie von mir handelt. Sofern die Bombe das wie auch immer geartete Paket für Knutsens ist, stellen wir es einfach im Treppenhaus ab. So ist es von außen nicht sichtbar, Knutsens finden es aber bei ihrer Heimkehr vor und können es direkt mitnehmen, während wir nichts zu schleppen haben.

Die zweite Möglichkeit ist, das bombenlose Paket mit in unsere Wohnung zu nehmen und abzuwarten, bis der eigentliche Empfänger, über das Vorhandensein des Paketes mittels Paketbenachrichtigungskarte informiert, es hier zumeist abends abholt. Wenn ein Paket tickt und tackt, werfen wir es zu Frau Kleinhüppgenreuther in den Garten und warten, ob es dort klingelt. Bislang hatten wir aber noch keine Gelegenheit, was ich für sehr bedauerlich halte.

Die dritte Option ist für mich natürlich wieder die mental Anstrengendste, wenn ich sie selbst wahrnehmen muß: Man bringt das Paket dem Empfänger vorbei, sobald wir ihn zu Hause wähnen, und hoffen, daß die Bombe erst explodiert, wenn wir wieder weg sind. Das machen wir nur selten, zumeist aber dann, wenn auch nach zwei oder drei Tagen niemand gekommen ist, um es abzuholen. Dermaßen lange hält ja keine Bombe aus. Wir würden so ein Paket auch wenn es nicht tickt und tackt, in die Höhle des Löwen bringen, also in das Haus, in dem Frau Kleinhüppgenreuther wohnt. Zumindest dann, wenn der planmäßige Empfänger sich ebenfalls dort aufhält. So wie die freundliche ältere Damen von gegenüber. Irgendwann muß das Zeug ja mal weg; hier steht genug Kram herum, welchen ich abstauben muß.

In diesem Fall handelte es sich um ein Paket mit doch gewichtigem Inhalt (Bombe?), während die Empfängerin wohl schon zu einer gewissen Gebrechlichkeit neigt. Also brachte meine Angetraute die Warenlieferung später hinüber.

Als sie, also meine Angetraute, nicht die Warenlieferung, wieder zurückkam, erweckte sie einen leicht verstörten Eindruck.

„Na, war niemand da?“

„Doch, schon.“

„Und du bist das Paket losgeworden?“

„Ja.“

"Hat es angefangen zu ticken und zu tacken?"

"Nein."

„Hat die alte Dame dich wieder zugetextet?“

„Schon, aber es war jetzt nicht so schlimm wie sonst.“

„Und Frau Kleinhüppgenreuther musste wieder dringend durch das Treppenhaus, um zwei Blätter Papier in ihrem Weidenkörbchen zum Müll zu bringen?!"

„Nein, aber ich hörte, wie sie von innen an ihrer Wohnungstür stand und lauschte."

„Was war denn sonst?“

„Als ich an der Haustür den Knopf für die Türklingel der alten Dame suchte, fiel mein Blick auf das Klingelschild von Kleinhüppgenreuthers.“

„…“

„Die haben ein neues.“

„…“

„Da steht jetzt Kleinhüppgenreuther Film Productions.“

Ich will mir nicht ausmalen, was die Beiden da anstellen. Nein, ich will es nicht.

Aber irgendwann mal wird es soweit sein, daß man die großen Vier aufzählen kann:

Babelsberg

Hollywood

Bollywood

Neustädter Ländchen

Und wir, ja, wir haben die Anfänge miterlebt.

Mir fällt übrigens gerade nicht ein, von welchem Versandhaus das Paket stammt. War vielleicht nur Tarnung, weil der Trick mit den betont neutralen Paketen mittlerweile bekannt ist. Und die Sendung an die freundliche ältere Dame war vielleicht auch nur zur Verwirrung. Vielleicht sollte sie das Paket ja weitergeben. An Frau Klei...

Abgründe tun sich auf.




Montag, 11. August 2014

Einfach mal fragen

Was tun, wenn der Typ, der das Rad neu erfunden hat, einfach nicht einsehen will, daß die vorhandenen Ecken seine Erfindung unbrauchbar machen?



Die Razzia

Es wird höchste Zeit, daß ich aus meinem Leben im Allgemeinen und dem Büro im Besonderen wieder mehr von den kleinen, lustigen Dingen am Rande schreibe, die ich immer noch regelmäßig mit Mandy, Rebecca, dem Ökoklaus und Co erlebe, aber die aktuellen großen Geschehnisse bewegen und belasten mich zur Zeit etwas mehr. Diese bedürfen auch einer Verarbeitung meinerseits; ich möchte sie auch als wichtigen Bestandteil meines Lebens hier zumindest in gefilterter Form nicht untergehen lassen. Aber keine Sorge, die Zeiten werden sich auch im Blog wieder ändern. Material ist genug vorhanden.



Dr. Strebsinger hat es nicht leicht mit uns. Immer und immer wieder haben wir eine eigene Meinung dazu, wie unsere verfahrene Arbeitssituation zu handhaben ist - nicht aber zu lösen, dazu braucht es unstrittig Personal. Aber man muß ja doch irgendwie mit den ganzen Akten umgehen. Dabei ist es etwas unglücklich, daß Dr. Strebsinger nicht willens ist, unsere diesbezügliche Meinung zu teilen.

Auch eine Stufe niedriger, wenn es darum geht, Akteninhalte auszuwerten und zu einem Ergebnis zu gelangen, kommt es vor, daß er sich mit seinem akademisch geschulten Verstand(O-Ton) in irgendwelche Ideen allgemeiner Natur verrennt, welche aber nicht zielführend sind. Seit Tagen diskutierten wir über einen Vorgang und darum, welche Vorschrift zu dessen Lösung anzuwenden sei. Das war nicht ganz unwichtig, denn je nachdem würde der Kunde einen Betrag X von uns bekommen, nur die Hälfte davon (meine Lösung) oder gar nichts (Dr. Strebsingers Idee).

Schließlich hatte ich Dr. Strebsinger so weit, daß er kurz vor der Verzweiflung stand. Eine letzte Argumentationskette wollte ich noch bringen, doch zu deren Beleg benötigte ich verschiedene Unterlagen aus meinem Schrankarchiv. Hier verwahre ich zwischen Milch, Haferflocken und Zwieback uralte, noch in Papierform gepresste Arbeitsanweisungen und alte Gesetzestexte, welche die Kollegen nicht mehr besitzen. Das ist der Vorteil, wenn man schon etwas länger dabei ist und sammelt. Denn das Zeug kann man immer wieder mal gebrauchen; in unserem Intranet findet sich nicht alles. Als wir uns trennten meinte Dr. Strebsinger, er würde vor mir eine tiefe Verbeugung machen, wenn es gelänge, ihn von der Richtigkeit meiner Lösung zu überzeugen.

Die Ereignisse der letzten Tage ließen es nicht zu, daß wir uns des Problems nochmal annahmen. Wir bekamen Besuch aus Bad Husten. Eine Razzia stand an – böses Wort, ich weiß. Dr. Strebsinger wusste Bescheid, wir hingegen nicht. Herr Berger von unserer Hauptabteilung kam in Begleitung, um auf Wunsch des Abteilungsleiters zu untersuchen, warum es hier nicht vorangeht. Ziel war natürlich, Fehler in unseren internen Arbeitsabläufen und -strukturen durch Aktenkontrolle und Gespräche aufzudecken.

Die Aktion zog sich über mehrere Tage hin. Ich will über die Ereignisse nicht viel Worte verlieren; nur so viel: Die Emotionen kochten teilweise schon hoch. Ich konnte der Sache schon entspannter entgegensehen, denn die Wege Herrn Bergers kreuzen die meinen nun schon seit fast 30 Jahren immer wieder, so daß ich ihn auch persönlich gut einschätzen kann. Wir sind zwar auch schon mal hart aneinandergeraten, aber das ist lange vorbei. Freitag erfolgte die Abschlussbesprechung. Abgesehen von der Feststellung, daß es durchaus sinnvoll sei, wenn unsere Stellen endlich mal alle besetzt wären, wurde folgendes Ergebnis präsentiert:

Wir arbeiten so, wie wir es sollen.

Fehler finden in vertretbarem Rahmen statt. Dr. Strebsinger bezweifelte dies bis dahin immer wieder, konnte uns dies mangels näherer Kenntnisse unseres Tuns  jedoch nie belegen. Und seine Statistiken erklären nun mal auch nicht alles.


Wir, also die Ebene der Sachbearbeiter und der Assistenten, sind ein gutes Team.

Auch dies wurde von Dr. Strebsinger immer wieder mal bezweifelt.


Wir benötigen Nachschulungen in den Fällen, welche wir von anderen Fachbereichen und uns damit fremden Rechtsgebieten übernommen hatten.

Unsere entsprechenden Forderungen wurden in der Vergangenheit immer wieder mit dem Hinweis abgelehnt, wir hätten dies auch so zu können, ansonsten solle man sich in jedem Einzelfall durchfragen.


Die Restbestände liegen auch in der Vergangenheit unserer Außenstelle begründet, deren Missstände wir nicht zu verantworten hätten.

Dr. Strebsinger wollte dies nie von uns hören.


Wir sollen alle unsere Reste in einem „Giftzimmer“ sammeln und jeden Tag eine bestimmte Anzahl, konkret eine Akte pro Mitarbeiter, rausnehmen und erledigen.

Dies hatten wir schon mal erfolgreich so gehandhabt, bevor Dr. Strebsinger unser Außenstellenleiter wurde. Er aber wollte die Aktion nicht wiederholen, weil sie unsinnig sei.


Wir sind zur Zeit nicht in der Lage, uns unseren originären Aufgaben zu widmen, so daß sich dabei nichts mehr bewegt. Dies ist nicht unsere Schuld, sondern liegt an äußeren Umständen.

Aus bestimmten Gründen haben wir zur Zeit nämlich vorrangig Vorgänge mit bestimmten Fallgestaltungen abzuarbeiten. Zu diesen Fallgestaltungen erreichen uns und andere Außenstellen dermaßen viele Neuanträge, daß nichts anderes mehr geht. Auch dies hatte Dr. Strebsinger uns nicht geglaubt, weil es die Statistik nicht hergebe.


Nach der Besprechungsrunde gab es Eisesstille auf beiden Seiten. Nach Auflösen der Besprechung trafen sich die Kollegen noch in meinem Büro und redeten über das Gehörte. Plötzlich klopfte es an der Tür, Dr. Strebsinger trat ein und sprach mich an: „Herr Paterfelis, ich habe die Gelegenheit genutzt, um mit Herrn Berger nochmal über unsere spezielle Akte zu sprechen. Sie hatten Recht.“

Die Verbeugung hat er jetzt nicht gemacht, aber angeboten, mir später ein Frikadellenbrötchen auszugeben. Ist auch ok, da habe ich mehr von.

Da sage ich doch mal: Spiel, Satz und Doppelsieg für Paterfelis und die Kollegen.

Ich bin durchaus gespannt, wie es weitergeht, denn ausgestanden ist die Sache noch nicht. Ein paar Gräben sind jetzt noch zu überbrücken, denn zwischen der Sachbearbeitung und unserer Führungsebene steht es gerade überhaupt nicht zum Besten. Und ich hänge der Natur meines Amtes entsprechend genau dazwischen. Dies wird nicht einfach zu lösen sein. Und letztendlich: Die Arbeit ist immer noch da – im Gegensatz zum Personal. Denn das wird aktuell immer weniger. Ich hatte schon mal in einem Kommentar erwähnt, daß eine Kollegin bald in den Erziehungsurlaub geht und mindestens eine andere wohl einen neuen Arbeitgeber gefunden hat.

Auch diese Stellen können voraussichtlich nicht vor Ablauf eines Jahres, wenn die nächsten Nachwuchskräfte fertig sind, besetzt werden. Und selbst dann steht es noch in Frage, ob jemand kommt, der auch bleiben wird. Zeit- und Leiharbeiter sind in unserer Branche kein Thema. Mit Fachkräften für Bürokommunikation oder ehemaligen Mitarbeitern anderer Behörden können wir nichts anfangen. Unsere Arbeit ist zu speziell und doch zu vielschichtig. Einsteigerplätze mit geringeren Anforderungen an Fachkenntnissen oder Leistungsfähigkeit gibt es nicht. Bei uns heißt es ganz oder gar nicht.

Die dauertemporäre Umverteilung aller anfallenden Arbeiten auf alle Anwesenden geht weiter.



Sonntag, 10. August 2014

Er kam, sah und trieb Sport

Falls es jemanden interessiert, wie das hier weiterging:

Im Sporttempel traf ich mit Ausnahme des Personals nur auf drei vertraute Gesichter, obwohl die Hütte in Anbetracht von Tag und Uhrzeit wieder außergewöhnlich voll war. Auf dem Rad widmete ich mich mit mäßigem Interesse der Lektüre des Stern, während ich so mit meinen üblichen Werten von ca. 140 Watt bei 75 Umdrehungen pro Minute radelte. Ist ja nur Aufwärmtraining.

Auch im Zirkel musste ich nicht zurückstecken, was mich doch überraschte.

Die Stärke war somit unverändert, allerdings gab es wirklich keinerlei Reserve mehr. Das wurde mir in der zweiten Runde sehr bewusst. Meine Ausdauer erwies sich als deutlich reduziert. Da muß ich nacharbeiten. Insgesamt aber war alles nicht so schlimm, wie ich es befürchtet hatte.

Und wieder konnte ich mich innerlich über Menschen aufregen, denen nicht bewusst ist, daß Kraftsport etwas mit Anstrengung zu tun hat. Alles so einstellen, damit man bequem die Zahl der Wiederholungen in Rekordzeit schafft, bringt so irgendwie – gar nichts.

Wenigstens eines will ich jetzt aber bekommen: Muskelkater. Sonst bin ich enttäuscht.



Mein alter Freund

Wir haben Sonntag, es ist 4 Uhr und ein paar Kleine. Ich liege wieder wach im Bett. Die Fetzen des letzten Traums der Nacht huschen an mir vorüber. Da gäbe es nichts weiter Erzählenswertes. Eigentlich. In diesem Traum war ich wieder im Sporttempel. Natürlich sah der ganz anders aus als in der Realität. Meine Trainerin war eine ehemalige Ausbilderin aus dem LASA, zu der ich seinerzeit ein gutes Verhältnis hatte. Vor fast 20 Jahren hatte ich sie zuletzt gesehen, zwischenzeitlich befindet sie sich im Ruhestand. Alles nicht weiter bemerkenswert. Wenn nicht…

…ja, wenn ich nicht heute ohnehin vorgehabt hätte, nach fast zwei Monaten wieder in den Sporttempel zu gehen. Meine Gedanken kreisen nur um dieses Thema. Es ist nicht dasselbe wie vor zwei Monaten, bevor ich ins Krankenhaus kam. Ich fühle mich schlapp. Die Menschen, welche ich dort vorzufinden erwarte, scheinen mir schon jetzt fremd geworden zu sein. Nicht, daß ich sie jemals besser kannte als vom bloßen Grüßen.

Doch es ist anders. Zumindest in meinem Kopf. Ich spüre die beginnende Panikattacke. Die darf ich nicht zulassen; dann wäre es vorbei mit dem guten Vorsatz. Die Gedanken müssen in eine andere Richtung gehen, noch habe ich mehr als vier Stunden Zeit, bis der Sporttempel seine Pforten öffnet. Nein, ich will mich nicht drücken. Ich will dorthin wollen.

Also bemühe ich mich, meinen Gedanken einen neuen Weg zu weisen, ihnen ein anderes Thema zu geben. Plötzlich zuckt ein seit Jahrzehnten vertrauter Schmerz durch meine Lendenwirbel. Nur ganz kurz, aber eindeutig. In dieser Form jedoch war er länger nicht mehr zugegen. Mein alter Freund, der Morbus Scheuermann in seiner atypischen Form, also Typ II ohne Buckel, dafür aber schmerzhafter, bringt sich kurz in Erinnerung. Er verlangt nach Beachtung. Freundschaften wollen gepflegt werden. Ich muß was für ihn tun, sonst kommt er häufiger und bleibt länger. Man muß nicht jeden Freund ständig in seiner Nähe wissen. Er zwingt mich förmlich, in den Sporttempel zu gehen.

Doch die Angst ist präsent. Die Angst, dort aufzufallen. Weil meine Kondition im Eimer ist. Weil ich befürchte, schon beim Aufwärmen auf dem Rad nach ein paar Minuten gnadenlos abzukacken. Den Zirkel nicht zu schaffen. Die Gewichte drastisch reduzieren zu müssen. Als Anfänger angesehen zu werden. Gezwungen zu sein, vorzeitig aufzugeben. Und wieder aufzufallen.

Nicht mehr dazuzugehören.

Als wenn dies jemals der Fall gewesen wäre.

Ich will nicht wieder von vorne anfangen müssen.

Es ist albern.

Die Gedanken kreisen.

Es ist sieben Uhr.

Noch zwei Stunden.



Samstag, 9. August 2014

Das Kissenschlacht-Gemetzel

In den Kommentaren bin ich gefragt worden, ob es denn auch Bilder der von mir bemalten Miniaturen / Püppies / Männchen etc. gäbe.

Klar gibt es die. Sogar in rauhen Mengen. Aber wenige davon sind auch nur ansatzweise vorzeigenswert. Ich muß mich mal daranmachen, einige Portraitaufnahmen anzufertigen. Dazu brauche ich aber noch Zeit. Und etwas Farbe, um Püppies nachzuarbeiten. Selbst dann weiß ich noch nicht, ob das mit der zur Verfügung stehenden Fototechnik auch zu einem ordentlichen Ergebnis führt.

Dennoch habe ich Bilder gefunden, die ich jetzt schon veröffentlichen kann.

Wie bereits früher erwähnt, sind meine Malkünste für den Spieltisch ausreichend. Wenn die Modelle auf Armeslänge Abstand ordentlich aussehen, ist das für mich gut genug. Mehr will ich gar nicht. Ja, ich trage die Farbe teilweise zu dick auf. Aber ich habe keine Lust, mit verdünnter Farbe 20 Farbschichten aufzutragen und die Figur somit auch 20 mal zu bemalen. Und Gesichter kann ich einfach nicht. Das aber sieht dann auf Fotos immer ziemlich blöd aus. 

Fangen wir einfach mal an.


Das Monster, unser heimisches Sofa, ist ein absolutes, weltweites Einzelstück. Die Holzarbeiten wurden von einem Tischler nach den Vorstellungen meiner Angetrauten fachkundig ausgefertigt. Damit wir nicht so hart sitzen - ein blanker Holzuntergrund ist trotz menschlicher heckwärtiger biologisch-dynamischer Eigenfettpolsterung auf Dauer eher unangenehm - haben wir uns zufällig tatsächlich geplant passende Bettmatratzen gekauft und diese entsprechend aufgelegt.

Zum Anlehnen war vorgesehen, Unmengen von Kopfkissen überall auf dem Monster zu verteilen. Dieser Teil der Planung erwies nach der Umsetzung als überaus praxisuntauglich, so daß wir nicht umhinkamen, die Kissen gegen ordentliche, mit einem Stoff bezogene individuell angefertigte Schaumstoffblöcke auszutauschen.

Es stellte sich nur die Frage, was jetzt mit den ganzen Kissen geschehen sollte, denn wir hatten keine Verwendung mehr dafür.

Es fanden sich schließlich genügend Abnehmer. Sowohl im Kreis meiner Kollegen als auch meiner damaligen Tabletop-Spieler gab es Interessenten. Einer dieser Interessenten hat direkt Kissen für seine gesamte Wohngemeinschaft eingesackt. Zu diesem Anlass war Gelegenheit, ein schönes Spiel auszutragen, welches als Kissenschlacht-Gemetzel in die Annalen einging.

Wir haben Warhammer-Fantasy gespielt. Mein Gegner trat mit einer Khemri-Armee an (quasi altägyptische Untote), ich schickte meine Echsenmenschen (angelehnt an mittel- und südamerikanische Hochkulturen) ins Rennen. Mit Ausnahme der Reiter stammen alle meine Modell aus der Zeit, als die Tabletop-Figuren noch aus Zinn bzw. Weißmetall hergestellt wurden. An einer großen Armee hat man sich fast einen Bruch gehoben; auf den Bildern ist nur ein kleiner Anteil all meiner Echsenmenschenmodelle zu sehen.


Bild 1:



Der fette Frosch im Hintergrund ist ein Slann-Magierpriester, der General der Armee. Ein schlechter Kämpfer aber meisterhafter Zauberer. Er schwebt mit seinem Thron inmitten eines Regimentes Sauruskrieger.

Davor sieht man auf Kampfechsen reitende Sauruskrieger. Sie sehen nicht so wie die zu Fuß laufenden Saurüssel aus, was sich in der Praxis dadurch erklärt, daß diese Modelle aus einer späteren Edition stammen, in welcher die Figuren anders gestaltet wurden. Als erzählerischer Hintergrund lässt sich das so hinbiegen, daß nach offiziellem Text nicht alle Sauruskrieger die Fähigkeit besitzen, Kampfechsen zu reiten, sondern nur welche, deren Brut von einem der Götter der Echsenmenschen mit einem besonderen Mal versehen wurde. Und ich leite daraus ab, daß sich diese Mal auch optisch auswirkt. Simpel, aber nicht zu widerlegen, denn nirgendwo wurde beschrieben, wie dieses Mal aussehen soll.

Vor den Kampfechsen steht ein Regiment Skinkkrieger. Es sind Plänkler, die dazu dienen, den Gegner zu stören und abzulenken.

Rechts im Bild sehen wir Teile eines Echsenschwarmes. Dies sind gewöhnliche kleine Echsen, die sich auf Geheiß des Slann-Magierpristers zu einem Schwarm zusammengefunden haben und den Gegner aufgrund ihrer schieren Masse in Schach halten können.


Bild 2:



Hinten links steht wieder ein Regiment Sauruskrieger. Rechts daneben findet sich ein Stegadon, eine Art Saurier, welcher eine hölzerne Plattform trägt. Auf der Plattform wurde eine riesige Speerschleuder montiert, die von fünf Skinks bedient wird.

Vorne links wartet ein Schlangenschwarm auf seinen Einsatz, rechts daneben steht ein Regiment Skinkkrieger.

Ganz vorne links wurde ein Marker aufgestellt. Der soll eine Position kennzeichnen, an der im Laufe der Schlacht ein bestimmtes gegnerisches Modell aus dem Boden auftauchen kann, ein Gruftskorpion.


Bild 3:



Einige meiner Skinkkrieger greifen zwei feindliche Todesgeier an - oder umgekehrt.


Bild 4:



Ein Skelettriese hat sich meinem Stegadon von hinten genähert und will diesem an den Arsch packen einen feigen Angriff ausführen.

Wer die Schlacht am Ende gewonnen hat, weiß ich nicht mehr. Aber es war sehr spaßig, soviel ist mir in Erinnerung geblieben.


(Fortsetzung gibt es unregelmäßig)




Freitag, 8. August 2014

Gespenster

Manche sagen, es gibt Gespenster.

Manche sagen, es gibt keine Gespenster.

Ich aber sage,unsere Katzen sehen Gespenster.

Euren Hui Buh kennt ihr doch wohl, oder?!

Geht es nur uns so, oder erleben andere Katzenbesitzer das auch? Da gibt es doch immer wieder diese Situationen, in denen die lieben Kleinen total gedankenverloren, eigentlich tagträumend, eine bestimmte Stelle an der Wand fixieren. Folgt man ihrem Blick, sieht man mit menschlichen Augen genau nichts. Außer der Wand mit der üblichen darauf befindlichen Tapete. Oder was auch immer die Wand gerade ziert. Aber ansonsten nichts, was nicht immer da wäre. Wirklich gar nichts.

Ich würde mir ja keine großen Gedanken darum machen, wenn nicht nach einiger Zeit mindestens eine weitere Katze anmarschiert käme und den Blick auf die gleiche Stelle richten würde, wie ihre Kollegin. Und dann fangen sie auch noch zusammen und in bemerkenswerter Parallelität an, den imaginären, sich plötzlich scheinbar auch noch bewegenden Punkt mit den Augen zu verfolgen. Bei nochmaliger Draufsicht stellen weder die zweitbeste Ehefrau von allen noch ich fest, daß da was ist. Wir fühlen uns vielmehr darin bestätigt, daß da keineswegs irgendetwas ist. Kein Vieh, kein Fussel, nichts. Gar nichts.

Und das macht nicht nur unsere jetzige Generation der Katzenbande. Ihre Vorgänger waren da auch nicht anders. Die müssen einfach Gespenster sehen. Anders kann ich mir das nicht erklären. Echt gruselig.

Oder doch, da gäbe es noch was.

Fernsteuerung durch Aliens!

Was die Angelegenheit nicht besser macht.




Donnerstag, 7. August 2014

Kleine Randbemerkung - Ohrwurm zum Zweiten

Ach übrigens: Es kann auch blöd sein, von Anfang an richtig zu liegen.

Die aktuelle Gleichung lautet:

X - 4; 1 im Sinn bei Rest 2 und einer halben Erwartung = glaube es nicht mal, wenn du es schriftlich hast.

Eigentlich ganz simpel.

Wahrscheinlich wird es sich bald zusätzlich um 1 reduzieren, aber das ist ein anderes Thema.

Noch Fragen?




Mittwoch, 6. August 2014

Wahnsinn mit Methode

Über den Zwang zur telefonischen Erreichbarkeit in unserem Büro habe ich mich ja schon mehrfach ausgelassen. Aber alles ist steigerungsfähig. Wirklich alles.

Nachdem vor einigen Monaten von der Leiterin der Telefonzentrale in Bad Husten wieder einmal der Eindruck vermittelt wurde, nach dem wir nicht oft genug ans Telefon gingen, wenn man dort versucht hat, einen Anrufer durchzustellen, wir uns zu diesem Zeitpunkt aber keiner Schuld bewusst waren, ging man der Sache nach. Und man fand auch den Kern der Sache: Wenn wir telefonierten, war für einen weiteren Anrufer kein Besetztzeichen zu vernehmen, sondern ein Freizeichen.

Blöd.

Aber durchaus zu ändern. Was dann auch geschah.

Nun stellte sich folgerichtig das Problem, daß Anrufer bei uns schon mal auf ein Besetztzeichen treffen. Auch dieses konnte einfach nicht sein. So hatte Dr. Strebsinger eine neue Idee.

Er hat interne Telefonate verboten, um so mehr Freiraum für externe Anrufer zu schaffen!

Nun gibt es ja solche und wieder andere Telefonate. Also dienstliche und nicht dienstliche. Aber es waren ausdrücklich auch die dienstlichen Telefonate davon betroffen, soweit diese nicht das Haus verlassen sollten.

Natürlich hat man aber auch einem Kollegen mal was Dienstliches auf fernmündlichen Wegen mitzuteilen. Oder zu fragen.

Problem!

Aber es gibt bei uns keine Probleme, sondern nur Lösungen. Steht jedenfalls so in den Unternehmensrichtlinien.

Es erging folgender Beschluß:

Wer mit einem Kollegen innerhalb des Hauses etwas zu besprechen habe, der soll ihn fortan nicht mehr anrufen, sondern ihn persönlich aufsuchen. Um die telefonische Erreichbarkeit weiterhin zu gewährleisten, hat der den Arbeitsplatz verlassende Kollege sein Telefon auf einen anderen Kollegen umzustellen, bevorzugt aber auf den Arbeitsplatz des Kollegen, welchen er aufzusuchen gedenkt, um dort das Gespräch entgegennehmen zu können. Am Display des Telefons ließe sich einfach erkennen, von welchem Apparat aus die Weiterleitung erfolgte, so daß man eindeutig zu identifizieren in der Lage sei, für wen das Gespräch sei.

Meine Fresse. Es ergeben sich, sofern ich allen Dienstanweisungen strengstens Folge leiste, unter anderem die nachstehenden neuen Probleme auf Lösung harrenden Sachverhalte:

Ich kann den Kollegen nicht über mein baldiges Erscheinen vorwarnen, da ich ihn zu diesem Zweck nicht anrufen darf.

Ich darf auch keine E-Mail schicken, da diese nicht dienstlich genug wäre und das System zusätzlich belasten würde. Rechtzeitige Ankunft und Wahrnehmung derselben ist ohnehin nicht zu garantieren. Also wird der Kollege ziemlich dumm gucken, wenn er plötzlich für mich bestimmte Anrufe ohne Chance auf Weiterleitung entgegennehmen muß, bis ich bei ihm eingetroffen bin.

Sollte ich wirklich einen Anruf bei meinem Kollegen für mich annehmen, so kann ich dem Kunden meistens kaum weiterhelfen, weil ich die Akte natürlich nicht vorliegen habe. Darüber hinaus darf ich – eigentlich – nicht an den PC des Kollegen, um etwas im MIST oder Intranet nachzusehen. Da flippen die Rechnungsprüfer aus. Ich muß dies von dem Kollegen erledigen lassen.

Während ich mit dem Kunden telefoniere, ist bei meinem Kollegen besetzt. Und auf meinem Apparat auch.

Ich bin häufiger nicht an meinem Arbeitsplatz anzutreffen und kassiere dafür einen Anpfiff.

Na ja, dankenswerterweise müssen wir nicht auf andere Kollegen umstellen, wenn wir mal gewisse Örtlichkeiten aufsuchen. Ist ja schon was wert.



PS: Habe ich schon erwähnt, daß ziviler Ungehorsam eine ganz tolle Sache sein kann? Nach einigen Wochen redete niemand mehr über diesen Blödsinn.





Dienstag, 5. August 2014

Der Ball

Da wäre noch etwas nachzureichen. Am Morgen nach meinem überaus berechtigten Ausraster, welcher mir keineswegs Leid tut, kam Dr. Strebsinger in unser Büro. Die übliche Morgenrunde, aber natürlich ging er auch auf meinen Zustand vom Vortag ein. Es gab nicht viel Tamtam, vielmehr wollte er nur wissen, ob ich ausschließlich wegen der Sache mit den Druckern so aufgebracht war oder ob da noch was anderes schwelte.

Natürlich schwelte noch etwas anderes. Tut es immer noch. Wenn alles eilig ist was an Arbeit herumliegt, sich zugesagte personelle Entlastung von fünf Sachbearbeitern auf einen reduziert, während die nächsten Kollegen bereits sehr konkret auf dem Absprung sind und die sonstige Politik des Hauses eher dazu führt, daß die allgemeine Verunsicherung hinsichtlich des eigenen Tuns eher zunimmt als daß Sicherheit vermittelt wird, dann hat das Folgen. Es ist allerdings die typische Vorgehensweise des Hauses, die psychischen Belastungen unserer Arbeitsverhältnisse zu negieren und Ursachen für derartige Erkrankungen ausschließlich im privaten Bereich anzusiedeln. Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Auf meinem Tisch liegt des Öfteren ein Stressball, den ich auch gerne als Wutball bezeichne. Durch Kneten des Balls soll sich Stress abbauen lassen. Angeblich. Wenn ich die kleine Kugel in meiner Hand durchwalke, trauen sich vereinzelte Kollegen schon gar nicht mehr in das Zimmer. Ein Umstand, den man natürlich ausnützen könnte, wenn man seine Ruhe haben will.  Dr. Strebsinger gab mir jetzt die offizielle Erlaubnis, diesen Ball auch mit voller Wucht an die Wand zu werfen, bevor ein Locher oder ähnlich schweres Bürogerät in meine Hände fällt. Vermutlich hat er bloß Angst um die neue Tapete, welche bald unser Büro zieren wird. Zur Abwechslung mal weiße Raufaser. Die einzige Bedingung für seine Erlaubnis war, daß ich beim Werfen weder ihn noch Mandy mit dem Ball treffen dürfe.




Ich habe sehrgenau zugehört. Er hat wirklich nur zuerst sich und dann Mandy für schützenswert erachtet. Von anderen Kollegen war nichtdie Rede. Zwar nicht ausdrücklich nicht, aber dennoch nicht.

Los, meine Lieben, traut euch.