Dienstag, 10. Juni 2014

Gruß aus der Küche - Gebratene Nudeln mit Huhn

Es gibt ja immer wieder Rezepte, welche alkoholische Getränke beinhalten. Meistens haben wir derartiges nicht auf Vorrat, weil bei uns nur sehr wenig Alkoholisches getrunken wird. Bei gängigen Sachen kann man ja mal entsprechend einkaufen; so ein Fläschchen Wein lässt sich immer irgendwie verarbeiten. Bei anderen Sachen muß man schon mal schauen, wie das Potential der weiteren Verarbeitungsmöglichkeiten oder die Möglichkeit der Aufbewahrung in der geöffneten Flasche außerhalb des Kühlschrankes so aussieht.

Häufiger finde ich in der Rezeptesammlung als erforderliche Geschmacksunterstützung Sherry. Gut, da könnte man ja mal eine Flasche kaufen, Verwendungsmöglichkeiten scheinen gegeben zu sein. Habe ich dann auch gemacht, aber es war eine Herausforderung. Denn ich hatte überhaupt keine Ahnung, was Sherry überhaupt ist. Klar, gehört hatte ich den Namen schon häufiger, aber das war es dann auch. Natürlich hätte ich vorher mal in diesem, wie heißt es denn gleich, also in diesem Internetnachgucken können. Da steht so etwas bestimmt drin. Oder ich hätte meine Angetraute fragen sollen, denn die hätte das bestimmt auch gewusst. Habe ich aber alles verpeilt. Also gestaltete sich die Suche in den AlkoholikerAlkoholikaabteilungen der verschiedenen von mir angesteuerten Geschäfte etwas aufwendiger. Schließlich bin ich fündig geworden. Gut.

Die Alternative wäre gewesen, etwas Reiswein zu besorgen. Bei dem hätte ich sofort gewusst, wo er steht: in der Exotenabteilung des örtlichen Einzelhändlers, direkt zwischen Glasnudeln und Sojasauce, gegenüber den roten Linsen. Dazu hatte ich aber keine Lust, es musste jetzt Sherry sein. Und schon ging es ans Werk. Wie immer wurde eine große Portion hergestellt, die Hälfte wird im Normalfall ausreichen. Die Anteile am Gemüse sind dabei durchaus variabel.




 Man nehme für die Marinade:

2 Knoblauchzehen (optional)
2 EL Sojasauce (ich habe aus unseren breit gestreuten Vorräten die helle verwendet)
2 – 3 EL Sherry oder Reiswein
1 TL Sambal Olek


Und für den Rest:

500 g Mie-Nudeln
0,5 Liter Gemüsebrühe (optional Hühnerbrühe)
300 g Bambussprossen (optional)
3 Paprikaschoten (orange, gelb, grün)
4 Hühnerbrustfilets
1 Bund Frühlingszwiebeln
2 rote Zwiebeln (optional weiße)
1 – 3 Knoblauchzehen (optional)
Erdnussöl
6 – 8 EL Sojasauce (wie für die Marinade)
100 ml Sherry
1 Stück Ingwerwurzel (daumengroß)
1 Chilischote (optional)
3 TL Zucker
Salz
Pfeffer


Wir haben auf den Knoblauch, die Chilischote und die Bambussprossen umständehalber verzichtet. Im Rezept werden sie aber dennoch aufgeführt.

Am frühen Nachmittag habe ich begonnen, das Fleisch in dünne, mundgerechte Scheiben zu schneiden und es mit Sojasauce, Sherry, Knoblauch und Sambal Olek mariniert. Die weiteren Arbeitsschritte hat abends die zweitbeste Ehefrau von allen übernommen, da mir die in der Küche vorherrschende, den äußerlichen Witterungsverhältnissen geschuldete Hitze nicht so zuträglich war.

Und so sollte es weitergehen:

Die Paprikaschoten verzehrfertig in kleine Stücke schneiden, ebenso die Frühlingszwiebeln und die roten Zwiebeln. Den Ingwer in kleine Stücke schneiden oder pressen.

Das Erdnussöl in einem Topf oder Wok sehr heiß werden lassen und das Fleisch hinzugeben. Stark anbraten. Mit Salz und Pfeffer würzen, dann aus dem Topf nehmen und in einer Schüssel liegend beiseite stellen.

Zwiebel, Knoblauch, Ingwer und die in Streifen geschnittene Chilischote in den Topf geben, kurz anbraten und den Zucker hinzufügen.

Paprika und die in Streifen geschnittenen Bambussprossen kurz anbraten.

Nun die Mie-Nudeln nach Packungsanweisung zubereiten, zerrupfen und in den Topf geben. Alles unter vorsichtigem Rühren gleichmäßig braten. Die Nudeln sind vergleichsweise fad im Geschmack, so daß das restliche Gericht ruhig kräftiger gewürzt werden kann.

Abschließend die Brühe und das Fleisch hinzufügen, alles verrühren und nochmal mit Sojasauce und Sherry abschmecken. Fertig.

Der Geschmack erinnerte durchaus an Gerichte aus einem Chinarestaurant. Sehr lecker. Allerdings frage ich mich wieder einmal, wie die Bemessung des Zeitaufwandes bei manchen Rezepteschreiberlingen erfolgt. Angegeben waren 30 Minuten – inklusive der Vorarbeiten für das Marinieren – sowie eine Stunde für das Einziehen der Marinade. Die im vorliegenden, etwas von uns veränderten Originalrezept aufgeführten 30 Minuten sind absolut utopisch, wenn man die ganzen erforderlichen Schnippelarbeiten berücksichtigt. Und auch eine Stunde Zeit für die Marinierung ist etwas knapp. Einen Nachmittag lang sollte das Fleisch dann doch schon im Kühlschrank liegen.




Kommentare:

  1. Die Situation kenne ich - auch in meinem Haushalt / Vorratskeller findet sich meist nur eine sehr kleine und unspektakuläre Auswahl an akoholischen Getränken (Weißwein/Rotwein/Sekt, vielleicht ein Likör). Manche Backrezepte verlangen dann hin und wieder nach Zutaten mit ordentlich Umdrehungen wie z.B. Kirschwasser oder Rum (die ich, wenn überhaupt, nur im Aggregatzustand "Praline" zu mir nehme). Seither ist das Alkoholiker-Regal (pardon) an der Supermarktkasse mein Freund: Kirschwasser (oder sonstige Obstler), Rum, Wodka, Cognac in Mini-Portionen :-)
    Übrigens findet man (etwas) Sherry(-Ähnliches *g*) mittlerweile aber auch als "Zutat" in den schon erwähnten Regalen mit exotischen Lebensmitteln bzw. Zutaten für diverse Länderküchen im Supermarkt, wenn auch im Verhältnis sicherlich teurer als der Kauf einer "herkömmlichen" Flasche. Ist halt die Frage, ob man eine ganze Flasche irgendwann leer bekommt ;-)

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  2. Ich lass´ einfach den Ingwer weg und koch das mal nach :-)
    Danke dafür, alleine das Foto treibt mich fast schon in die Küche.

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