Donnerstag, 5. Juni 2014

Fast schon Särge

Im Büro werden unsere der Nutzung harrenden Briefumschläge in Kartons angeliefert. Die Briefumschläge gibt es natürlich in den unterschiedlichsten Größen; dementsprechend haben auch die Kartons angepasste Abmessungen. Sehr angetan war ich früher von jenen Kartons, die unsere Briefumschläge für nicht zu faltende Post im DIN A-4-Format beinhalteten. Dabei handelte es sich um so richtig schöne, stabile Kartons mit Klappdeckel. Wenn die mal leer waren, habe ich mir davon immer welche an Land gezogen. Viel besser als sie wegzuwerfen. Vom Format her passen die genau in unsere heimischen Kellerregale.  Mittlerweile ist die Serie scheinbar ausgelaufen oder wir haben einen neuen Zulieferer; die aktuellen Kartons verfügen jedenfalls über keinen Klappdeckel mehr, was mein Interesse schlagartig erlahmen ließ.

Nach unserer zu Hause durchgeführten Auf- und Ausräumaktion haben sich hier wieder sehr viele von diesen Kartons angesammelt. Natürlich jetzt in leer, der Inhalt wurde umgepackt oder befindet sich auf dem Müll. Jetzt hat sich endlich die Gelegenheit ergeben, daß ich mein Tabletop-Regal aufräumen kann. Im Laufe der Jahre haben sich die verschiedensten zum Hobby gehörenden Sachen quer über das Regal verteilt. Überall, wo sich ein passender Platz fand, wurde etwas eingeräumt, ohne Rücksicht darauf, daß es vielleicht ein wenig sinnvoller wäre, Zusammengehörendes beieinander zu lassen.

Die ersten Kartons sind zwischenzeitlich gefüllt, aber noch bin ich nicht fertig. Es wird auch noch ein paar Stunden Arbeit erfordern, bis alles so ist, wie ich es mir vorstelle. Ein wenig Hin- und Herschieberei, Höhenkorrekturen der Regalböden und ähnliche Dinge, die zum effektiven Ausnutzen des vorhandenen Platzes führen. Doch das elende Gefühl weicht nicht, daß die Sachen, über die ich nun den Klappdeckel schließe, für lange Zeit kein Tageslicht mehr sehen werden. Gespielt wird hier nicht mehr, davon ist nach dem Stand der Dinge auszugehen. Auch wenn die zweitbeste Ehefrau von allen da noch andere Hoffnungen hegt. Aus meiner Sicht aber ist es vorbei. Wobei mir wieder einfällt, daß ich die dazugehörende Geschichte noch weiterschreiben muß. Im Moment will es zu diesem Thema aber nicht fließen.

Die meisten der Miniaturen sind spielfertig vorbereitet, viele wurden von mir ordentlich, wenn auch nicht ausstellungsreif, bemalt, und einige sind sogar noch originalverpackt, weil es nicht mehr dazu gekommen ist, mit ihnen zu spielen. Es ging am Ende so rasend schnell, obwohl es abzusehen war, wenn man mit offenen Augen hingesehen hat. Ich bringe es nicht über das Herz, die Sachen zu verkaufen. In den bemalten Modellen steckt zu viel Herzblut. Und die anderen will ich auch nicht hergeben. Es hängen auch zu viele Erinnerungen daran. So wird jeder Karton fast schon zu einem kleinen Sarg.

Kacke.



Kommentare:

  1. Kann man mal Fotos deiner Kunstwerke sehen?

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    1. Ich müsste erst gescheite Fotos machen. Mal sehen, was die Kamera so rausholt. Aber Kunstwerke sind das sicherlich nicht. Weder die Bilder noch die Miniaturen. Es ist unglaublich, was manche Menschen daraus machen. Da bin ich Ewigkeiten von entfernt. Einen ersten Eindruck gibt es im Blogeintrag vom 6. Mai 2013, aber diese Modelle geben naturgemäß nicht soviel her.

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  2. Und was sagt die zweitbeste Ehefrau dazu? :D

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    1. Sie hofft eben darauf, daß irgendwann eine Exhumierung mit anschließender Wiederbelebung erfolgen wird. Zombie-Püppies quasi.

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