Sonntag, 8. Juni 2014

Durchhaltevermögen, oder?

Die Lewandowskis, unsere nun nicht mehr ganz so neuen Nachbarn von nebenan, haben ihren Status von Ehepaar auf Familie geändert. Vor ein paar Monaten hat Paul damit begonnen, ihr gemeinsames Leben zu bereichern.Wir haben zu ihnen so gut wie keinen Kontakt. Vielleicht mal ein Gruß über den Zaun, wenn es denn unvermeidlich wird, aber dann war es das auch. Ich weiß nicht mal, wie die wirklich heißen und würde zumindest Herrn Lewandowski noch nicht mal wiedererkennen, wenn ich ihn außerhalb seines Gartens anträfe.

Man hat Paul einen kleinen Sandkasten gebaut, darüber eine bewegliche Hüttenkonstruktion. Über allem weht seit einigen Wochen eine große Piratenflagge. Kinderparadies pur. Frau Lewandwoski verbringt viel Zeit mit Paul auf der Terrasse oder im Garten und beschäftigt sich wirklich schön mit ihm.

Es war mal wieder an der Zeit, etwas Gift über das unliebsame Kraut zu schütten, welches unseren Steingarten heimsucht. Natürlich habe ich das heute Morgen in aller Frühe gemacht, kurz  nach fünf Uhr. Da war es angenehm kühl und es gab keine unliebsamen Beobachter, die sich über den Einsatz von Gift auf unserem Privatgelände aufregen könnten. Man weiß ja nie, wie sich Frau Kleinhüppgenreuther oder gar eine junge Mutter darüber auslassen wird, und meine hierzu sorgfältig aufgebauten und gepflegten Vorurteile möchte ich nicht bestätigt bekommen. Jedenfalls habe ich das geleerte Sprühdingens erst heute Mittag wieder in unseren Gartenschrank verstaut - Gartenhaus kann man dazu wirklich nicht sagen - und dabei fast einen Hitzschlag bekommen. Verdursten ging nicht, einfach nur den Mund aufmachen hat genügt, da kam über die Luft genug Feuchtigkeit rein, die ausgereicht hätte, um einen an Land gezogenen Delphin in der Wüste überleben zu lassen.

Frau Lewandowski scheint damit klarzukommen. Die ist fast ständig draußen. Dafür aber ist sie immer noch relativ blass. Es könnte aber niemand sagen, daß sie der typische pigmentarme nordische Typ ist. Zumindest nicht, wenn man ihrer Haarfarbe trauen darf. Die ist nämlich ziemlich dunkel.

Nur so der Vollständigkeit halber: Mir ist egal, ob jemand durch die Gegend läuft und dabei eine Hautfarbe wie Milchkaffee zeigt oder eher die Variante der kaffeelosen Milch präsentiert. Ich habe da keine Präferenzen. Na ja, fast jedenfalls. Ab einem bestimmten Bräunungsgrad sieht das bei einem durchschnittlichen Mitteleuropäer einfach nicht mehr gesund, sondern nur noch blöd aus. Spätestens dann, wenn er oder sie sich der Hautfarbe unseres Rajivs annähert. Ihm steht das ja. Aber dem typischen Mitteleuropäer eben doch weniger. Aber jeder so wie er will, ist ja Geschmackssache.

Seit ein paar Tagen wuselt auch immer ein weiteres Kind im Garten herum. Ein Mädchen, ich schätze sie auf zwölf Jahre. Bestimmt eine Nichte. Aber auf alle Fälle aus ihrer Verwandtschaft, die ist sogar noch blasser als Frau Lewandowski. Obwohl sie den ganzen Tag draußen ist und sich beschäftigt. Nicht mit körperenergiesparenden Dingen wie Lesen im Schatten, nein, die spielt Federball, läuft so durch den Garten oder ist anders aktiv. Ohne Sonnenschirm und Schatten. Aber immer mit Bewegung verbunden.

Aber wie hält ein Mensch das bei dem Wetter aus?




Kommentare:

  1. Ich würde meinen: eine Frage des Alters! Im Moment.... fühle ich mich sehr, sehr alt.

    Inaktive Grüße von aus dem Schatten.

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    1. Du hast doch Kinder. Lasse dir von ihnen kühle Luft zuwedeln, wie sich das gehört.

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