Samstag, 10. Mai 2014

Och nö

Lilly ist immer noch in ihrer Nassfutterphase. Das bedeutet nicht, daß sie kein Trockenfutter frisst. Aber sie ist dann immer wirklich sehr wählerisch, was die Auswahl angeht. Das hat sie immer mal wieder. Und das geht auch vorüber. In ein paar Wochen. Oder Monaten. Oder so.

Heute Morgen hat sie mich wieder aus dem Bett gejagt. Obwohl – eigentlich doch nicht. Nicht direkt jedenfalls. Sie hat Smilla durch die Gegend gehetzt. Und mich dabei wiederholt als Sprungbrett benutzt, bis ich richtig wach war. Dann ist sie – nachdem monatelang Ruhe war – unsere an der Schlafzimmerwand hängende Installation, ein stoffbezogenes Brett (sieht besser aus, als es sich anhört) hinaufgeklettert. Das darf sie nicht. Und sie weiß es. Sie weiß es ganz genau.

Nachdem ich das sehr markante Geräusch vernommen und mich im Bett entsprechend herumgedreht habe, um die Wasserpistole in die Hand zu bekommen, war das Fellbündel schon wieder springenderweise auf dem Weg nach unten. Zwei Meter tief, mit einem gewaltigen Satz verbunden.

Ja, ich hatte verstanden. Madame zeigte sich quengelig, weil der Nassfutternapf leer war. Da will man einmal länger liegen bleiben…

Also aufstehen. Ich schloss die Tür zum Mädchenzimmer, damit ich meine Angetraute nicht durch mein Rumoren wecken würde. Wie jeden Morgen. Lilly und Smilla jagten sich nun abwechselnd. Smilla kam im Sturmlauf aus dem Wohnzimmer gerannt, bemerkte die nun geschlossene Tür und versuchte eine Notbremsung. Reifen Pfoten schlitterten über die für sie glatten Bodenfliesen. Sie wollte seitlich ausweichen, ihr Körper machte die entsprechende Drehung, aber der Schwung sorgte dafür, daß die allgemeine Bewegungsrichtung weitgehend unverändert blieb. Die Tür bremste sie. Das halten sie aus. Die Tür und die Katzen. Jahrelange Erfahrung. Das war bei Sally, Lucy und Miss Daisy schon in meiner alten Wohnung nicht anders. Irgendwann hatten sie den Trick raus und schafften den Powerslide. Oder nahmen die Wand als Steilkurve. Da gab es unglaubliche Szenen…

Weitermachen, Napf auffüllen, Napf hinstellen. Smilla und Lilly stürzten sich direkt auf die Vernichtungsarbeit. War ja egal, daß auch noch Trockenfutter bereitstand und man eigentlich nicht kurz vor dem Verhungern sein könne. Von unten hörte ich ein dumpfes Geräusch. Mit der ihm eigenen Eleganz hat sich der Kater aus seiner Kratzbaummulde in Richtung Boden gelöst und wird gleich demonstrativ wie zufällig und ganz entspannt hier auftauchen. Normal.

Mit der Ausnahme von Schmatzgeräuschen kehrte nun auch wieder Ruhe ein.

Minuten später hörte ich von irgendwo aus der Wohnung doch wieder andere Geräusche. Markante Geräusche.

Na, Lilly, wieder überfressen? Lass es ruhig raus, hat ja nichts gekostet. Wozu habe ich die Dose überhaupt aufgemacht? Klar, meine Schuld, hätte ich ja früher machen können. Katzen! Minuten später hing sie wieder an der Futterbar. Der frei gewordene Platz in ihrem Inneren musste gefüllt werden.

Ich gehe dann gleich mal die Kotze suchen.



Kommentare:

  1. Ok ok .... ich geb´s zu: manchmal sind Katzen schon irgendwie blöd. Die Abstimmung können wir uns sparen, ich seh´s ja ein. ;D

    Nimm die Hälfte von der Anzahl deiner Katzen und Du hast mein Morgen genau beschrieben. Unser Krümi hat allerdings noch eine zweite Methode, er "singt" uns solange ein Guten-Morgen-Liedchen bis einer von uns aufgibt. Nicht wegen der schiefen Töne, sondern wegen der Gefahr das sich die Nachbarn der frühen Stunde wegen belästigt fühlen. 6:30 Uhr am Samstag .... gefährliche Zeit.
    Und wenn ich frisches Gras von der Wiese mitbringe kann ich sogar schon die Zeit abzählen die´s dauert bis unser Katerchen es wieder raus läßt.^^

    Schönes Wochenende

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    1. Etwas ansingen können unsere auch. Aber nicht so viel. Dafür konnte man sich früher mit Daisy wunderbar unterhalten. Die war bis in die späte Jugend richtig geschwätzig.

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  2. Mal zur Beruhigung: Mittwoch kommt Nachbars Hund. Schleicht die Treppen zu mir rauf, weiß, dass er das nicht darf. Ich im Wohnzimmer, mein zwei angedachten Würste in der Küche, auf einem Hocker, auf einem Teller. Schön präsent. Ist ja niemand da, der sonst... Dumm, dass der Junior der Hundebesitzer Spaß daran hatte, diesem die Türöffnung beizubringen. Kann ich das wissen? Geräusche aus der Küche - zu spät. Ach, hat der sich gefreut. Über Wurstspende und mich. Und weil er nett ist, hat er sein Mittagessen und die Würste doch noch mit mir geteilt. Im Wohnzimmer, auf dem Parkett. Hätte ich aber auch so gefunden, der Geruch hätte es verraten. Und dann hatte der auch wieder Hunger....
    LG, Holger

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    1. Wer ist hier beunruhigt? Wenn mich das beunruhigen würde, dann dürfte ich keine Katzen beherbergen. ;-)

      Die Sache mit den Würsten alledings - oh oh, mir würde es das Herz brechen. Womit wir wieder bein Thema sind. :-D

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  3. Erinnert mich an mein Katerchen: je verlockender / beliebter das angebotene Futter, desto gieriger gefressen, desto schneller wieder rausgek... Und dann noch vorwurfsvoll schauen, wenn das danach bereitgestellte Futter inhaltlich nicht den aktuellen Gelüsten entsprach.

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    1. Alle gleich. Sage ich doch immer wieder.

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  4. "Aus Katzenansicht gehört von A bis Z alles den Katzen."
    also vom Absprung bis zum Ziel ;-)
    Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.
    LG sadie

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    1. Weise Worte mit tiefgründiger Wahrheit.

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