Samstag, 3. Mai 2014

Muß halt

Ich will nicht mehr. Ich mag nicht mehr. Echt nicht. Mal wieder einer dieser Tage…

Wie immer bin ich am Wochenende zeitig wachgeworden, habe Lilly im Bett betuttelt, richtete mich auf, habe Marty betuttelt und erhob mich schließlich auf die Hinterbeine. Der erste Gang im Rahmen des anstehenden Tagewerkes führte mich zu den Katzenklos. Flugs machte ich alle sauber, füllte den Inhalt der Katzenscheißeeimer in ein mülltaugliches Behältnis um und parkte es vor der Haustür zwischen. Man glaubt ja gar nicht, wie schwer der ganze Mist sein kann. Nein, zu dem Thema kommt jetzt nichts Aufregendes mehr, das Behältnis ist auf dem späteren Weg zum Mülleimer nicht kaputt gegangen.

Dann räumte ich die Spülmaschine leer und begann, diese in direkter Folge mit neuem Schmutzgeschirr zu füllen. Ich griff nach einer in einem Topf stehenden Schüssel, als sich auch schon ein Schwall Schmutzwasser auf mich ergoss. Dumm gelaufen, das Wasser stand bis zu diesem Moment in eben dieser Schüssel. Kein Drama, da ich selbst noch nicht geduscht hatte und demzufolge auch noch nicht in meine Tagesklamotten gewandet war, aber doch eher unangenehm, da mit einer kleinen Bodenreinigung verbunden.

Ich schüttet als nächstes etwas in einem Suppenteller lagernden Biomüll in eine dicke Lage Zeitungspapier um, als sich der nächste Schwall – na, ihr wisst schon. Im Suppenteller hatte sich ordentlich Flüssigkeit aus Tomaten- und Gurkenresten angesammelt, welche das Zeitungspapier nicht auffangen konnte. Aber man hat ja Übung im Bodenwischen.

Weiter ging es, auf zur Waschmaschine. Besetzt! Gut, Fall für mich erst mal erledigt. Hauptsache, ich komme dieses Wochenende noch dazu, meine Hosen zu waschen. Und ein paar Socken. Anders wäre nämlich schlecht.

Der Zeiger der Uhr nähert sich der achten Stunde. Auf zum Einkaufen; die zweitbestehe Ehefrau von allen hat heute keinen Termin, so daß ich endlich mal wieder samstags auf meine Runde gehen konnte. So setzte ich mich in unseren Balduin, steckte den Schlüssel in die dafür vorgesehene Apparatur und schaltete zunächst die Musikbeschallungsanlage ein. Wie erwartet erwischte mich zuerst orientalischer Jammergesang fernmittelöstliche Tanzmusik im MP3-Format, was ich jedoch mit einem schnellen Druck auf die Auswahltaste zur Bestimmung der Musikquelle, beschriftet mit Source, unterbinden konnte. Nein, ich kritisiere die Beschriftung nicht. Auch mir ist klar, daß die Taste zu klein ist, um mit Auswahltaste zur Bestimmung der Musikquelle beschriftet zu werden. Bin ja nicht von vorgestern. Nur von gestern. Manchmal. Nicht immer.

Als neue von mir gewählte Quelle musikalischer Unterhaltung begann das Radio zu dudeln. Schnell noch ein korrigierender Druck auf die Senderwahlteste, beschriftet mit 6, und schon wechselte das Gerät vom örtlichen Lokalfunk zum öffentlich rechtlichen Sender. Ich hatte noch nicht ganz ausgeparkt, als mich der nächste Tiefschlag erwischte.

Man spielte dieses Lied. Mein Hasslied. Das Hasslied von allen, die mit mir im Büro im gleichen Raum sitzen. Wir wissen nicht, warum der Lokalfunk dieses keineswegs mehr aktuelle Lied weiterhin jeden Tag mindestens einmal abspielt. Vielleicht hatte Frau Keys ja Sex mit dem Musikredakteur. Oder ihm diesen versprochen, wenn er weiterhin schön brav jeden Tag ihr Lied abspielen lässt. Die Welt wird es nie erfahren. Nun aber wurden meine Ohren davon aus dem öffentlich rechtlichen Radio malträtiert. Und das in dieser Woche auch schon zum zweiten Mal. Hat die Dame einen neuen Freund? Oder hat der verantwortliche Musikredakteur den Arbeitgeber gewechselt? Die Welt ist mir jetzt eine Antwort schuldig. Aber eines weiß ich schon: Wenn ich morgen im Sporttempel, in dem auch ganztägig das Radio läuft, und dies mit eingestelltem öffentlich rechtlichen Sender aus einem benachbarten Bundesland, dieses Lied schon wieder hören muß, dann kann da nur eine Verschwörung hinter stecken.

Und zwar gegen mich. Mich persönlich.

Memo an mich: endlich Kettensäge kaufen und das dazugehörige Benzin nicht vergessen.

Mit einem Umweg über die Bank erreichte ich den Schwarz-Markt. Er war voll. Gerappelt voll. Verstehe ich nicht. Sonst war hier doch um diese Uhrzeit immer noch nichts los. Oder kaum, ich will ja nicht übertreiben. Also Augen zu und durch, den Einkaufswagen schön beladen, ab durch die Kasse und zurück zum Auto. Hier machte ich schwungvoll die Heckklappe auf, als sich mir der Inhalt des Kofferraumes offenbart. Prima, meine Angetraute hat es unterlassen, ihre diversen Sport- und Tanzutensilien inklusive des Brüllwürfels da wieder rauszuholen. Keine Chance für mich, dort noch irgend etwas von meinen Einkäufen reinzubekommen. Mit mindestens dem gleichen Schwung, wie ich die Heckklappe zuvor geöffnet hatte, schloß ich sie wieder.

Es gibt ja kaum was Schöneres, als Einkäufe von der Seite ins Auto zu laden. Insbesondere, wenn das Auto nicht alleine in der Gegend herumsteht, sondern die benachbarten Parkplätze ebenfalls besetzt sind.

Es kann heute einfach nur noch besser werden.

Waaaaahhh.





Kommentare:

  1. Einkaufen + Samstag = die Pest
    Ich leide still mit dir.

    Aber ich wäre nicht ich wenn ich dir nicht noch die Nase langmachen könnte :-)
    Ich muss heut NICHT einkaufen, wir fahren über Nacht weg und verschieben die Pest auf die Wochenmitte, gut gell?!

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    1. Dafür habe ich heute frische Brötchen. Und Du nicht. :-P

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  2. Es gibt diese Tage. Ich kenne sie nur zur Genüge. Ich konnte schreien, heulen, ko..en, toben usw., wenn ich den Radio anschalte und dieser nervige Jon Bon Jovi (oder so, schreibt man den so?) kreischt mir in die Küche. Ich weiß nicht, was die Leute an dem Typen finden, der jodelt seit 40 Jahren das gleiche Lied, nur mit jeweils anderem Text. Wenn der morgens schon über den Äther zu mir rüber kommt und ich mit Socken in die Schweinerei trete, die die Miezen beim Fressen hinterlassen haben, dann ist der Tag schon gelaufen für mich. Kopf hoch, Leidensgenosse! ;-D

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