Mittwoch, 23. April 2014

Machen Sie keine Witze

Pling!

Sie haben Post.

E-Mail von Frl. Hasenclever. Sie wünscht, daß wir ab sofort bestimmte Neuanträge unserer Kundschaft mit einigen Zusatzangaben versehen in einer Tabelle erfassen und ihr diese täglich zum Feierabend rüberschicken. Eine nähere Begründung zum Sinn und Zweck Ihres Begehrs fehlte mir. Wäre ja mal nett gewesen.

Also begab ich mich mittags, wenn auch aus anderen Gründen, in ihr Büro und versuchte bei dieser Gelegenheit, ein paar Hintergrundinformationen einzuholen.

„Ich hätte da mal noch eine Frage.“

„Ja bitte?“

„Wegen der Mail und der Tabelle.“

„Hmmh.“

„Watt soll datt?“

„Dann setzen Sie sich mal hin, Herr Paterfelis. Oder sorgen Sie für einen festen Stand.“

„Jau.“

„Wie Sie wissen, sind für unsere Außenstelle aufgrund unserer hohen Arbeitsbestände die regelmäßigen Anfragen zur Statusklärung der Kundschaft seit ein paar Monaten ausgesetzt.“

„Klar.“

„Dennoch haben wir gerade aus diesem Bereich immer noch starke Antragszahlen.“

„Ich bemerke es nahezu täglich.“

„Was uns viel Arbeit macht.“

„Wie gesagt…“

„Der Abteilungsleiter glaubt uns nicht, daß die echt sind.“

„Wie?“

„Man ist in Bad Husten der Meinung, daß es so viele Anträge ohne vorherige Veranlassung durch uns nicht geben könne.“

„Machen Sie keine Witze, der erste April ist schon vorbei.“

„Das ist kein Witz. Man hat mir nahegelegt, eine solche Übersicht anzufertigen, damit man individuell nachvollziehen kann, woher die Anträge kommen.“

Ich brech‘ ins Essen zusammen. Sie versuchen schon seit Jahren zu ergründen, warum wir so viele Rückstände haben. Daran, daß bei uns einfach mehr Arbeit reinkommt als in anderen Außenstellen, darf es einfach nicht liegen. Weil das statistisch nicht haltbar sei. Überall müssen die gleichen Bedingungen herrschen, wie zuvor berechnet. Überall die gleiche Quote an Bewilligungen und Ablehnungen. Trotz anderer Bevölkerungs- und Wirtschaftsstruktur vor Ort.

Es ist nun mal ein Unterschied, ob sich eine LASA-Außenstelle in einer ländlichen Region, einer Stadt mit überwiegender Arbeiterstruktur oder in einer verwaltungsdominierten Großstadt befindet. Aber nein, das sieht man nicht so. Alles würde sich wieder ausgleichen.

Wie schon häufiger gesagt: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.

Wir bekommen es täglich vorgeführt.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen