Dienstag, 1. April 2014

Fraglos Fragen

Diese Mal hat Alex die Neugier umgetrieben und zweimal 11 Fragen auf das Feld geschickt. Ist ja fast wie Fußball, nur mit ohne Ball.


Frage 1: Sag, gehen dir diese Awards und Stöckchen eigentlich so langsam auf den Zeiger?

Da ich nicht gezwungen werde, jedes Stöckchen aufzunehmen, eigentlich nicht. Es gibt ja schließlich auch Fragen, mit denen ich nichts anfangen kann. Sowohl als Leser wie auch als Blogger. Aber steckt nicht etwas Exhibitionismus in jedem Blogger? Außerdem ist das wirklich eine schöne Gelegenheit, mal in sich zu gehen und nachzudenken. Eine Stöckchenserie sehe ich allerdings als Zumutung für den Leser, weswegen ich jetzt erst mal für einige Wochen keines mehr aufnehmen werde. Selber Fragen erfinden möchte ich nicht.



Frage 2: Dein schönster Moment heute?

Es waren zwei sehr lange Momente. Ich war heute mit einem Doppeldeckerbus unterwegs. Der Fahrer schien etwas unsicher in dem, was er tat. Ein großes Abenteuer. Inklusive mehrerer Wendemanöver und knapper Brückenhöhen. Sowohl auf dem Hin- als auch dem Rückweg. Ich habe mich königlich unterhalten gefühlt.



Frage 3: Wann hat man dir zuletzt ein Kompliment gemacht? Und: welches?

Das letzte, an welches ich mich erinnern kann, ist einige Wochen her. Eine Kollegin meinte „Alles, was ich beruflich kann, habe ich Paterfelis zu verdanken.“ Und das ist nicht wenig. Aber ich hatte bislang auch über zehn Jahre Zeit, mit ihr zu arbeiten und ihr wertvolle Erfahrungen bis zurück aus der Büro-Antike weiterzuvermitteln. Es gibt ja auch zeitlose Dinge.



Frage 4: Wann hast du das letzte Mal jemandem ein Kompliment gemacht? Warum?

Oh weh, damit bin ich zu meiner großen Schande sehr sparsam. Das letzte Kompliment dürfte mein Kommentar zu diesem Beitrag vom Blockvogel gewesen sein: Klick mich.



Frage 5: Wird deine Arbeit wertgeschätzt?

Das ist eine Frage, auf die einige meiner Kollegen und ich im Moment ausnehmend empfindlich reagieren. Man will uns vereinzelt wohl schon Wertschätzung vermitteln, aber uns kommt das nicht authentisch vor.



Frage 6: Was war dein erstes Auto?

So ein richtig echtes mit Motor und solchen Dingen? Eine blaue Kadett C-Limousine. Mit Choke. Ganz schreckliche Sache.



Frage 7: Was tust du, um deinen Akku aufzuladen?

Zu wenig, mir fehlt die Energie. Der Akku ist nahezu tiefentladen.



Frage 8: Kannst du die Menschen, die du liebst, an einer Hand abzählen?

Zweifelsfrei.



Frage 9: Welchen Film hast du schon 1000 Mal gesehen und er wird dir nicht über?

Es gibt mehrere Kandidaten. Da wäre zunächst die alte Münchausen-Verfilmung mit Hans Albers aus dem Jahr 1943. Dann die Feuerzangenbowlemit Heinz Rühmann von 1944. Der Favorit dürfte aber Des Königs Admiral mit Gregory Peck aus dem Jahr 1951 sein. Seltsamerweise habe ich von keinem der Filme eine Aufnahme, aber ich schaue sie mir jedes Mal an, wenn sie im Fernsehen laufen. Es wird Zeit, mir DVDs zu besorgen.



Frage 10: Spielst du ein Instrument? Falls ja: Hat man dich als Kind zum Üben nötigen müssen und bist du heute froh darüber?

Ich spiele ganz gut Stereo-Anlage, aber nur sehr wenig. Es ist schon wieder Monate – wenn nicht Jahre – her, daß ich mich damit beschäftigt habe. Als Kind hatte ich mal Ambitionen, Synthesizer so wie Jean Michel Jarre spielen zu können. Elektronische Musik finde ich sehr ansprechend. Ich fand mit diesem Wunsch aber keinen Anklang. Plan B war die E-Gitarre. Man machte mich darauf aufmerksam, daß hierzu der Weg zunächst über eine normale Gitarre führen würde. Fand ich doof, also wieder nichts.



Frage 11: Welche fünf Eigenschaften treffen auf dich zu?

Eigenlob stinkt, darüber sollen sich andere äußern. Darüber hinaus neige ich zu einer gewissen Sturheit, zu Bequemlichkeit, bin introvertiertund phlegmatisch sowie zuweilen ein Pedant. Je nachdem, um was es geht. Was ich bei der Gelegenheit noch sagen wollte: Die Rüstungen, wie sie die Römer bei Asterix tragen, wurden tatsächlich erst später unter Kaiser Augustus eingeführt. Darauf könnte man in Buch, Film und Fernsehen bitte endlich mal achten. Nicht nur bei Asterix-Verfilmungen.



Frage 12: Friedhof, Urnenwand, Friedwald, Ozean, Weltraum? Oder verdrängst du dieses Thema?

Sehr gute Frage. Wirklich. Sympathisch finde ich Bestattungen im Friedwald oder Seebestattungen. Letztendlich ist mir dies aber total egal, denn ich werde es voraussichtlich wohl nicht mehr selbst erleben. Ich halte es für sinnvoller, wenn die Verbliebenen das entscheiden, denn es geht um deren Bedürfnisse und deren Zeit, sich darum zu kümmern. Finanziell ist vorgesorgt.



Frage 13: Was hast du am 11. September 2001 gemacht, kurz bevor du Nachrichten gehört, bzw. gesehen hast?

Ich habe im Büro eine Akte geprüft, die ich danach dem Kollegen zurückgab. Als ich in seinem Büro war, hörte ich dort die Meldung im Radio.



Frage 14: Wie belohnst du dich?

Gar nicht. Wenn ich mir etwas gönne, steht da höchst selten der Wunsch nach Selbstbelohnung hinter, sondern eher Frustbekämpfung. Im Falle einer belohnenswerten Tat ist mir die Erledigung als solche und das damit verbundene Gefühl Belohnung genug.



Frage 15: Hast du eine Tätowierung? Wo und was und würdest du es abermals tun?

Ja, ich habe ein auf dem rechten Oberarm tätowiertes Bild eines Einhornes. Ich würde mir genau dieses Bild jederzeit neu stechen lassen. Und auch gerne andere dazu.



Frage 16: Von wem hattest du einen BRAVO-Starschnitt an der Tür hängen?

Die BRAVO gab es bei mir nicht als Dauerlektüre. Drei Ausgaben habe ich mir mal gekauft, bis ich zu dem Ergebnis gelangt bin, daß sie mich nicht interessiert. Ergo: kein Starschnitt.



Frage 17: Was ist dir heute peinliches passiert?

Nichts, was mir aufgefallen wäre.



Frage 18: Du steckst zwei Stunden lang in einem Fahrstuhl fest. Wen hättest du gerne bei dir?

So wenige Personen wie möglich. Möglichst niemanden, den die Situation nervös macht, der aufs Klo muß oder der stinkt. Ansonsten habe ich da keine Präferenzen. Ich kann mit der Situation des Steckenbleibens ganz entspannt umgehen und brauche niemanden in meiner Nähe.



Frage 19: Neigst du dazu, es allen recht machen zu wollen?

Jedem Menschen Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann. Soviel zur Theorie. Theorie und Praxis neigen bekanntlich dazu, nicht immer miteinander in Einklang zu stehen. Also versuche ich es doch.



Frage 20: Wenn dich Emotionen zu überrollen drohen: Versuchst du in der Regel, gegen diese Wellen anzukämpfen oder lässt du dich viel lieber von ihnen umspülen?

Schwierige Frage. Da kann ich jetzt nicht soviel mit anfangen.



Frage 21: Das Mutigste, was du je getan hast?

Darin einzuwilligen, eine abendfüllende Tanzshow vor hunderten von Zuschauern zu moderieren. Auch wenn ich mir aus verschiedenen vorangegangenen Erfahrungen sicher sein konnte, daß ich es kann.



Frage 22: Deine ganz persönliche Überlebensstrategie?

Leben und leben lassen.




Kommentare:

  1. Mein Lieber: Vielen Dank! Du hast dir wirklich sehr viel Arbeit damit gemacht... Danke.

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  2. deine Antwort auf Frage 12 gefällt mir am besten, ich sehe das genau so. Irgendwie egoistisch, auf eine vorgeschriebene Art entsorgt werden zu wollen und damit seine Angehörigen möglicherweise zu belasten... aber das ist wohl eine Frage des Glaubens/Nichtglaubens ans "Danach".
    Mit dem Choke durfte ich mich auch noch abquälen, allerdings im Mazda - ein wunderbares Auto!
    Und dass mein Nest ein Ort für gegenseitige Komplimente ist, freut mich natürlich ganz besonders!
    In diesem Sinne: wieder mal ein sehr interessanter Eintrag!

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    1. Hach, datt geht jetzt aber wieder runter wie Öl. Danke.

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