Mittwoch, 30. April 2014

Als der Krieg der Sterne in die Kinos kam

Wie vermeldete wurde, werden die Dreharbeiten zu neuen Filmen der Star-Wars-Reihe aufgenommen. Die alten Kämpfer Luke, Leia, Han und Chewbacca sollen mit dabei sein. Anlass genug, eine Reise in die Vergangenheit zu unternehmen.

Schon immer hatte ich ein Interesse an großen Fahrzeugen wie LKWs und Lokomotiven, insbesondere aber an Schiffen. Und wenn diese Schiffe dann noch durch den Weltraum flogen, war dieses für mich das Nonplusultra. Science Fiction. Mit den Raumschiffen Orion und Enterprise sowie den Adlern und Falken der Mondbasis Alpha 1 bin ich aufgewachsen. Doch dann kam etwas, das war größer als alles anderes. Ein zuvor nie dagewesener Werberummel schlug vollkommen unvorbereitet auf uns ein.

Krieg der Sterne.

Immer, wenn damals Berichte von den Dreharbeiten im Fernsehen lief, ließ ich es mir nicht entgehen. Jeden Fetzen bedruckten Papiers, möglichst mit Bildern, verschlang ich sofort. Hat ein Orchester im Rahmen einer der damals noch üblichen Musikshows die Titelmelodie des Films gespielt, klebte ich am Fernseher. Ich wollte unbedingt in diesen Film und konnte es kaum erwarten.

Kino, das war damals noch was Besonderes. Es gab zumindest in unserer Stadt noch nicht diese Schachtelkinos. Der Eingangsbereich war groß, überall hingen riesige Bilder der damaligen Schauspieler aus deutschen Filmen. Im Filmsaal fanden sich verschiedene Abschnitte mit unterschiedlichen Preiskategorien für die Sitzgelegenheiten, ja sogar Balkone. Das war schon sehr beeindruckend. Vor dem Hauptfilm lief immer ein Vorfilm. Die Geschichte von Hänschen Apfelkern habe ich bei diesen Gelegenheiten durchaus häufiger gesehen. Ich erinnere mich auch noch an die Zeit, als Disneys Schneewittchen nochmals in die Kinos kam. Mein Vater ist mit mir natürlich in die Vorstellung gegangen. Die Schlange an der Kasse war richtig lang; sie endete erst ein paar Häuser weiter. Heute außerhalb einer Filmpremiere unvorstellbar. Und wenn wir dann wieder zu Hause waren, habe ich meiner Mutter immer den ganzen Film erzählt.

Dann begann der Filmstart des Krieg der Sterne in Deutschland. Am Kino drückte ich mir an den Schaukästen mit Bildern einzelner Filmszenen fast die Nase platt. Das Blöde war, daß niemand mit mir ins Kino gehen wollte. Alleine bin ich noch nicht gegangen, außerdem war ich für die damalige FSK-Einstufung noch zu jung. Und mein Vater, der mich sonst zu allen möglichen Disney-Filmen mitgeschleppt hat, zeigte keine entsprechenden Anstalten. Ich litt wie ein junger Hund, was aber niemanden weiter zu interessieren schien.

Die Merchandising-Welle begann, erstaunlicherweise ohne daß ich davon viel mitbekommen hätte. Im gleichen Jahr bekam ich zu meinem Geburtstag von einem Klassenkameraden zwei Miniaturen aus dem Krieg der Sterne geschenkt: Darth Vader und einen Sturmtruppler. Etwas gewagt, wie ich heute finde. Natürlich passen die beiden zusammen, aber was wäre gewesen, wenn ich Darth Vader schon besessen hätte? Schreckliche Vorstellung, denn was sollte ich mit einem doppelten Vader anfangen? Bei einem Sturmtruppler wäre es ja egal gewesen, von denen kann man nicht genug bekommen.

Diese Gedanken hatte ich damals aber noch nicht. Und zwar einfach deswegen, weil ich die Bedeutung der beiden Miniaturen im Film trotz allen Lesens nicht so genau zuordnen konnte. Ich wusste lediglich, daß Darth Vader der Böse ist.

Die Miniaturen hatten unter den Füßen Löcher. Mir war nicht klar, daß diese produktionstechnisch bedingt waren. Ich dachte eher, daß die beiden Roboter seien – wie Menschen sehen die ja nun wirklich nicht aus – und daß es sich bei den Löchern um Austrittsdüsen ihrer Flugtriebwerke handeln würde. Also konnten die in meiner Welt eben fliegen. Wie Superman. Und Batman. Daß Letzterer gar nicht fliegen konnte, habe ich auch erst später erfasst. Niemand vermochte, mir anderes zu den vermeintlichen Flugkünsten meiner beiden neuen Spielzeuge zu erklären. Denn ich kannte niemanden, welcher den Film gesehen hatte.

Den ersten Film aus der frühen Trilogie, den ich dann tatsächlich gesehen hatte, war Das Imperium schlägt zurück. Den Krieg der Sterne, der damals auch offiziell noch so hieß, konnte ich mir erst später im Rahmen einer Sommer-Sondervorstellung im Kino ansehen. Jabba the Hut war damals noch ein Mensch und nicht diese schleimige Kröte, zu der man ihn später gemacht hat.

Und heute? Die Rechte am Krieg der Sterne liegen inzwischen bei Disney. Ein furchtbarer Gedanke, ich mag gar nicht daran denken, was man nun aus den neuen geplanten Filmen machen wird. Es ist schließlich zu bedenken, daß heute auch die Rechte an den Figuren aus der Muppet-Show bei Disney liegen. Nicht, daß da noch mehr von diesen schrecklichen, kindgerechten Ewoks aus Die Rückkehr der Jedi-Ritter auftauchen.

Vielleicht hätte ich den Film damals schon sehen können, wenn er von Disney produziert worden wäre.

Es gibt Dinge, die wir nie mit Sicherheit klären werden.



1 Kommentar:

  1. Dann hoffen wir doch gemeinsam, dass sie es nicht versauen und wir bald die neuen Folgen der Reihe ebenso mitsprechen können wie die alten!

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