Donnerstag, 24. April 2014

Alles im Griff

Auf meinem nachmittäglichen Gang zum Zug Richtung Neustädter Ländchen nehme ich meinen Weg meistens durch den dem Neustädter Hauptbahnhof zugeordneten U-Bahn-Haltepunkt. So auch dieses Mal.

Allerlei Menschen warteten hier auf die Dinge, die da bald kommen würden. Ich hingegen hegte die Hoffnung, daß eben diese Dinge nicht kommen, bevor ich den Bahnsteig über die nächste Rolltreppe wieder verlassen habe, denn das Gedränge der aussteigenden Fahrgäste eines soeben eingefahrenen Zuges steht nicht zwingend in Zusammenhang mit einem mir Glückseligkeit versprechenden Zustand. Aber immer noch besser, als oben an der Hauptstraße lang zu laufen. Und wesentlich weniger Menschen stehen da dank einer Kombination aus Hauptbahnhof, Busbahnhof, Einkaufsstraße und einiger zusätzlicher Straßenbahnhaltestellen auch nicht herum.

Routinemäßig warf ich also einen Blick auf die Beschilderung, welche mir signalisierte, daß der nächste Zug in drei Minuten erwartet werden würde. Gut, das war bequem zu schaffen. Da hörte ich plötzlich über die allgemeine, an einem solchen Ort übliche Geräuschkulisse hinaus das Gebrüll einer Frau.

„Kommst du wohl sofort von den Gleisen! Das ist gefährlich.“

Ein Mädchen, vermutlich im Grundschulalter, befand sich mittig an dem Zaun, welcher zwei Richtungsgleise voneinander trennte, und war dabei, sich unter diesem durchzuquetschen, um den anderen Bahnsteig zu erreichen. Seine kleine – so meine Vermutung – Schwester, vielleicht drei oder vier Jahre alt, war drauf und dran, ihr zu folgen und wollte gerade auf das Gleis runterkrabbeln.

Nicht weit entfernt saß die Mutter der beiden auf einer Bank und war bis dahin scheinbar tief in den Funktionen ihres Smartphones versunken. Während die Kinder den Rückmarsch antraten, stand die Mutter auf und ging in Richtung der Frau, die zuvor die Kinder gerufen hatte.

„Was fällt dir eigentlich ein, meine Kinder so anzubrüllen? Die sind alt genug und wissen, was sie tun. Die nächste Bahn kommt erst in ein paar Minuten.“

Ich lasse das jetzt einfach so für sich stehen.




Kommentare:

  1. Bei sowas kann ich meine gute Kinderstube vergessen. In echt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was ich alles der Mutter verbal an den Kopf werfen würde, erwähne ich hier lieber nicht. Ist hier die falsche Adresse und im übrigen würde es eh nichts helfen.Wie haben wir früher immer gesagt: Doof bleibt doof, da helfen keine Pillen! Vermutlich würde sie, wenn´s tatsächlich zum Unglück kommen würde, alle Umstehenden auch noch "verklagen", wegen unterlassener Hilfeleistung.
      Gute Tipps zum poppen und Kinder kriegen gibt´s als Supersparpaket in jedem Dicounter, aber ´ne gute Kinderstube ist Mangelware, ja vielleicht sogar nicht mehr Gewinn bringend herstellbar.

      Tztztz... ich sach jetzt auch nichts mehr. :o))

      Löschen
  2. Unfassbar.....da kann man echt nur mit dem Kopf schütteln. Ich finde die Handy sind eh schon eine Seuche für sich, aber darüber hinaus die Kinder zu vergessen und dann als Krönung noch unverschämt zu werden....nein da hätte ich meine Klappe wohl auch nimmer gehalten ! Echt wiederlich !!!

    AntwortenLöschen
  3. Ja, Kinder müssen schon selber ihre Grenzen austesten.
    Gut, hin und wieder besteht die Grenze aus 100 Tonnen Stahl.

    AntwortenLöschen
  4. Ach soetwas ähnliches passiert mir in meiner Strasse schon seit 30 Jahren. Da hat jemand in einem Wohnhaus ein Eiscaffee eröffnet und seitdem denken die Leute ihnen gehört die Strasse. Da wirst du als Autofahrer angepöbelt wenn du versuchtst deine Hauseinfahrt zu erreichen. Wenn mir mal so in kleines Kind droht vor den Wagen zu laufen und ich sehe das das die Eltern ( meistens Mütter mit Smartphone ) nicht interresiert gebe ich immer den Spruch ab: Na für eine Abtreibung ist es doch nun wirklich zu spät...

    AntwortenLöschen
  5. Dazu fällt mir gar nichts ein, man mag es kaum glauben, aber heutzutage
    braucht man einen HUNDEFÜHRERSCHEIN, es wäre wichtiger bei den Paaren
    anzusetzen, die sich ein Kind wünschen. Schlimm, wenn man auch noch die Dreistigkeit
    besitzt zu behaupten, sie wissen schon was sie tun.
    Manchmal kann man sich wirklich nur an den Kopf greifen.
    Ich wünsche dir ein schönes We.
    LG Sadie

    AntwortenLöschen
  6. Krass....und die Mutter hatte eine sehr gute Kinderstube. Aber vielleicht wollte sie auch Frikadellen-Kinder- die sind pflegeleichter. Man weiß es nicht.

    AntwortenLöschen