Samstag, 26. April 2014

1 : 3

Was ist das: Vier um 6.45 Uhr in der Frühe, von denen einer arbeitet?

Paterfelis am Samstagmorgen im Garten beim Unkraut ziehen sowie drei wohlbekannte Katzen, welche ihn dabei von der anderen Seite der verschiedenen Fenster aus beobachten. Lilly gähnt mich an. Demonstrativ. Ganz bestimmt. Toll. Marty schaut mir mit großen Augen zu und scheint zu überlegen, was der Papa da treibt. Ich sehe die Zahnräder in seinem Kopf förmlich arbeiten. Immerhin bilden sich keine Rauchwolken. Und Smilla? Nun, sie guckt einfach nur. Faules Pack alle miteinander.

Ja, die Saison ist wieder eröffnet. Das Unkraut will vernichtet werden. Obwohl ich verschiedene Unkräuter eigentlich ganz hübsch finde. Aber was tut man nicht alles für die Nachbarn? Eben! Und obwohl ich schon eine Stunde früher als sonst draußen herumwusele, alles in der Hoffnung, daß mir niemand dabei begegnet, sind doch schon Leute unterwegs.

Da ist zunächst der mir vollkommen unbekannte Herr. Hat ja bekanntlich nichts zu sagen, daß ich ihn nicht kenne; er könnte nebenan wohnen. Der Herr geht mit seinem Hund spazieren. Schönes Tier. Keine Ahnung, warum der Mensch des Hundes eine dicke Jacke mit Fellkragen trägt. Es ist warm genug, ich bin nur mit einem zerlöcherten Arbeits-T-Shirt draußen. Wir grüßen uns artig. Ich bin noch in den Vorbereitungen, suche mein Arbeitsmaterial zusammen und entferne das eingesponne Beutetier einer Spinne von meinen Arbeitshandschuhen. Zum Glück befindet sich nichts im Inneren der Handschuhe.

Später, während ich in voller Aktion das nach allgemeingültiger gesellschaftlicher Übereinkunft - mich hat dazu übrigens noch nie jemand befragt - unedle Grün dezimiere, tönt mir ein fröhliches Guten Morgen von hinten entgegen. Entgegen? Passt das in dem Zusammenhang? Muß es nicht hinterher heißen? Aber ich entferne mich doch gar nicht. Hach, die Tücken der deutschen Sprache. Wie dem auch sei, ich drehe mich um und sehe eine Nachbarin von Gegenüber im Jogging-Anzug auf dem Weg zum Auto. Sie will garantiert Brötchen holen. Natürlich grüße ich zurück. Nach zehn Minuten höre ich den Wagen wieder vorfahren. Richtig getippt, es gibt frische Brötchen. Aber nicht für mich. Auf mich warten noch ein paar übrig gebliebene gebackene Mettbrötchen von gestern Abend. Mit Zwiebeln, Tomaten und Champignons. Oben drauf etwas geriebenen mittelalten Gouda. Auch nicht schlecht.

Zum Finale hin schleppe ich meinen Unkrautsack in Richtung Vorgarten. Herr Kleinhüppgenreuther ist gerade aus dem Auto ausgestiegen, das Gewehr vom Jagdeinsatz noch auf dem Rücken. Sein Hund ist ausnahmsweise mal leise. Und gehorcht sogar. Sehr ungewöhnlich. Unser Jägersmann sieht genau in Gegenrichtung, als ich ihn grüße. Na, ein wenig irritiert ist er doch, bis er mich dann endlich gesichtet hat. Dan kann er ja seiner Frau erzählen, wie fleißig ich schon so früh am Morgen war.

An sich ein schöner Morgen. Es ist ein gutes Gefühl, schon was geleistet zu haben.

Trotzdem waren mir das schon zu viele Begegnungen. Aber immerhin musste ich mich mit niemandem unterhalten.

Ist ja auch schon was.



Fast 80 Liter Grünzeug! Reicht das für eine Gemüsesuppe?




Kommentare:

  1. Hallo,
    wenn Du dermaßen fleißig bist, kannst Du direkt mit der Unkrautentfernung bei uns weiter machen. Damit habe ich mich heute auch betätigt. Wir haben noch ein großes Reservoir an Unkraut, da kannst Du all Deinen Tatendrang auslassen.

    Gruß Dieter

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    1. Och, also, ähm, nöööö, wohl eher nicht.

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  2. Oh, wir haben ähnliches Steinzeug.
    Blöd klein.
    Zeigt sich in der Fugenmenge, viel zu viel vorhanden die sauber gekratzt werden müssen … also laut Mitbewohner, ich mag ja Moos :-)

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    1. Auf der Terrasse sehe ich das auch ziemlich entspannt.

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