Dienstag, 18. März 2014

Paterfelis spielt - Mortheim (2)

Um Mortheimspielen zu können, wird sehr viel mehr Gelände benötigt als dies zum Beispiel bei Warhammer Fantasy Battles, welches mittlerweile nur noch Warhammer heißt, der Fall ist. Schließlich gilt es, eine zerstörte Stadt nachzubilden. Die Spielfläche für zwei Spieler misst 120 x 120 cm, bei drei und mehr Spielern sind wir wieder beim Format 180 x 120 cm. Neben den Gebäuderuinen bedarf es ebenfalls der Anschaffung von Kleinteilen wie Barrikaden, Leitern, Fässern und viele Dinge mehr, welche sowohl gut für die Atmosphäre sind, aber auch als Deckung oder Hindernis im Spiel Auswirkungen zeigen können.

Da zeigt es sich als sehr hilfreich, wenn man jemanden kennt, der leidenschaftlicher Heimwerker ist und als Vorruheständler auch noch ausreichend Zeit hat, sich mit so was zu beschäftigen. Sollte dieser Jemand auch noch der eigene Vater sein, ergänzt sich das ganz gut. So war es denn an mir, meinen alten Herrn eine Freizeitbeschäftigung zu verpassen und in der Hauptsache mich, aber auch Herrn Graumann mit Geländestücken zu versorgen.

Es war die Entscheidung zu treffen, wie fein und detailliert diese Geländestücke auszusehen haben. Da abzusehen war, daß ein häufiger Transport mittels Klappboxen erfolgen würde, sollte bevorzugt eine einfachere aber robustere Bauweise umgesetzt gegeben werden. Das Baumaterial fand sich günstig in den Restekisten des örtlichen Baumarktes, dann konnte es losgehen. Schnell hatte mein Vater eine ausreichende Anzahl Gebäuderuinen fertig gestellt, ebenso Leitern und Barrikaden. Schwieriger würde es mit Fässern werden, aber auch da fand sich eine Lösung.

In der Zwischenzeit nämlich verfügten die zweitbeste Freundin von allen und ich über einen PC mit Internetanschluss. Fündig wurden wir auf der Recherche nach günstigen Faß-Modellen bei Playmobil. Die Größe der Playmobil-Fässer lag in einem Bereich, der akzeptabel war. Es gibt schließlich Fässer in allen möglichen Größen, da sind fast mannshohe auch keine Ausnahmeerscheinung. Die Optik konnte mit etwas Farbe verschönert werden und das Beste war: Die Fässer wurden als Ersatzteil im Onlineshop für wenig Geld angeboten. Ich orderte 50 Fässer für mich und meine Mitspieler, was die dort zur Verfügung stehenden Kapazitäten erst mal überschritt. Doch ich bekam einige Wochen später eine portofreie Nachlieferung. Herz, was willst du mehr?

Nach einigen Testspielen, bei denen sich schon abzeichnete, daß Peter – nennen wir es mal so – sehr siegorientiert war, beschlossen wir, die Kampagne zu starten. Da wir sehr weit voneinander entfernt wohnten, was sich später durch meine Versetzung nach Neustadt noch verschlimmerte, und jeder mal Gastgeber sein sollte oder fahren müsse, trafen wir uns einmal im Monat immer wieder woanders zu einem ausgedehnten Spieletag, der vormittags begann und erst am frühen Abend endete. Es musste sich ja lohnen. Der Gastgeber fuhr ein kleines, kaltes Buffet auf, an dem wir uns ganztägig bedienen konnten. Es sollte nicht aufwendig sein, nur ein paar Brötchen und etwas Belag. Es hat immer sehr gut funktioniert und sorgte auch für den einen oder anderen zusätzlichen Unterhaltungswert.

Eines Tages nämlich waren wir bei Peter. Er wohnte noch im Haus seiner Eltern, hatte in dem Haus aber eine eigene Wohnung. Gespielt wurde folgerichtig in seiner Wohnung, zu Essen gab es im elterlichen Teil. Natürlich kümmerte sich Muttern höchstselbst um die Verköstigung. Wie sich das bei einem ordentlichen Frühstück gehörte, gab es auch Eier. Weichgekochte Eier. Peter öffnete seins, als ein vernehmlicher Ton des Widerwillens aus seinem Mund zu vernehmen war. „Ihhhh, Mutter, da ist noch Glibber drauf. Du weißt doch, daß ich den nicht mag.“

Was macht eine wirklich selbstlose Mutter in einer derartigen Situation? Richtig, sie nimmt das Ei an den Mund, saugt den Glibber ab und stellt dem Sohnemann das Ei mit dem Hinweis wieder hin, daß er ja nun am weiteren Verzehr des Hühnerproduktes nicht mehr gehindert sei…

(wird fortgesetzt)




Kommentare:

  1. Uaahhhh! Ist das ekelig! Hast Du da noch einen Bissen herunter gekriegt?

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    1. Mir dagegen war der Appetit nachhaltig abhanden gekommen...
      Allerdings muß ich zugeben, dass die Story heute noch immer für Lachanfälle sorgt. :-D

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    2. Dann hat die Sache doch noch was Gutes an sich gehabt! :-)

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