Sonntag, 23. März 2014

Blog intern - Das Follower-Gadget

Wer es riskiert, sich in diesem Staat als Blogger zu betätigen, befindet sich bereits mit einem Bein in einer möglichen Schuldenfalle und zumindest mit dem halben anderen Bein im Knast. Ihr kennt die Problematik: die Abmahnmafia. Und die GEMA. Und noch vieles mehr. Nein, mich hat es nicht erwischt. Noch nicht. Und ich lege auch keinen gesteigerten Wert darauf, daß dieses geschieht.

Mit der Einbettung von YouTube-Videos (oder auch denen anderer Anbieter) macht man sich deren Inhalte zu Eigen. Wir sind beim Thema Urheberrechte. Und auch die GEMA möchte hier gerne zuschlagen dürfen. Wer weiß, vielleicht darf sie es bald.

Das Erfordernis eines auch durch Roboter auslesbaren Impressums mit Klarnamen kann den Wald-und-Wiesen-Blogger ebenso reinreißen wie ein nicht ordnungsgemäßer rechtlicher Hinweis, welchen außer einem Abmahnanwalt ohnehin kein Mensch liest, in dem auf die absurdesten Dinge hingewiesen werden muß.

Selbst die Verlinkung zu einer Seite, deren Betreiber diese Weiterleitung nicht wünscht, kann kostenpflichtigen Ärger verursachen. Ich gehe davon aus, daß die Betreiber der Wikipedia damit keine Probleme haben.

Und natürlich – um wieder die Wende zur Urheberrechtsproblematik vorzunehmen – ist auch eine Präsentation von Bildern, zu deren Darstellung man keine Rechte hat, höchst problematisch.

In meinem Blog lade ich nur Bilder hoch, die ich selbst erstellt habe. Die Blogroll habe ich inzwischen so eingestellt, daß dort nur noch Texte, nicht jedoch Vorschaubilder der dort enthaltenen Blogs gezeigt werden.

Die letzte mir bewusste Baustelle ist das Follower-Gadget, also die Übersicht über jene Personen, welche meinem Blog folgen. Jeder Follower wird durch ein Bild dargestellt. Ich kann aber leider nicht erkennen, ob der jeweilige Follower dieses Bild wirklich mit Erlaubnis verwendet. Würde ein solches Bild durch eine dritte Person erstellt worden sein, welche die Verbreitung nicht wünscht, könnte auch die Veröffentlichung des Bildes im Rahmen des Follower-Gadgets auf meinem Blog zu einer für mich kostenpflichtigen Abmahnung führen, wenn man es darauf anlegt.

Es ist heute ja modern geworden, direkt die Hand aufzuhalten und nicht erst freundlich um Änderung des unrechtmäßigen Zustandes zu bitten.

Von daher habe ich mich entschlossen, das Follower-Gadget in den nächsten Tagen ebenfalls aus dem Blog zu entfernen. 

Die Rechtslage in unserer weltfremden Republik macht es erforderlich.


Aktualisiert am 01.01.2015: Ich habe das Gadget wieder aufgenommen.


Kommentare:

  1. Volle Unterstützung meinerseits, bei gleichzeitigem heftigen Kopfschütteln, wie unser Hobby pervertiert wird.
    Gruß, Holger

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    1. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen, außer ich stimme dem zu. ;o)

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  2. Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Leider bin ich eitel, und ich habe schon 75 "Follower". Man kann aber wirklich nicht immer erkennen, ob die "Bildchen" Marke Eigenbau sind. Mit den Verlinkungen und den Fotos mache ich es wie Du. Ich habe sogar vor einiger Zeit meinen gesamten Blog nach fremden Fotos und Verlinkungen durchforstet und entfernt, was zweifelhaft war. Und mit Wikipedia werde ich zukünftig so verfahren: Ich schreibe, unter welchem Stichwort man dort einen Beitrag findet, ohne einen Link zu setzen. Es ist traurig, dass man das heutzutage muss. Ich guck mir jetzt mal Dein Impressum an, wenn es besser ist als meins, darf ich es klauen?

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    1. Da ich mit dem Impressumsdienst des Bloggerbundes arbeite, wirst du nicht viel damit anfangen können. Aber du darfst es gerne als Anregung nutzen.

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  3. Um was Bilder angeht, auf der sicheren Seite zu sein, müsstest du dann aber auch dafür sorgen, dass bei den Kommentaren die Avatare nicht mehr angezeigt werden, denn auch da wurde bereits gemunkelt, dass man als Seiten- bzw. Blogbetreiber abgemahnt werden kann, wenn ein Avatarbild eines Kommentierenden gegen Urheberrechte verstößt bzw. es gab sogar schon eine Abmahnung einer deutschen Bloggerin.

    Es gibt ein Stück Code, der dafür sorgt, dass für alle User nur noch dieser neutrale Avatar angezeigt wird. Ich hab das in meinen Blog vor einer Weile mal "spaßeshalber" eingebaut und den Codeschnipsel dann drin gelassen. Wo ich den herhabe und wie er lautet, kann ich aktuell aber leider nicht mehr sagen. Ich komme zur Zeit auch nicht an an das html meines Blogs ran. Irgendein Bug.

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    1. Stimmt, da sind ja auch noch Bilder. *seufz*

      Danke für den Hinweis, ich schaue mal, ob ich was finde.

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    2. Ich habe zwar keine von mir umsetzbare technische Lösung gefunden, dafür aber rechtliche Hinweise. Da der Kommentarinhalt, zu dem auch die Gravatare / Avatare zählen, durch die User generiert werden, bin ich als Betreiber des Blogs erst dafür verantwortlich, sobald ich auf einen Rechtsverstoß aufmerksam gemacht wurde. Von daher besteht ein begrenztes Risiko. Eine kostenpflichtige Abmahnung ist in diesem Fall erst zulässig, wenn ich trotz Hinweis nicht gehandelt habe. Eine entsprechende Distanzierung im Rahmen der AGBs ist ebenfalls nicht verkehrt.

      Da ich keine eindeutige Aussage gefunden habe, daß die Gravatare / Avatare aus dem Follower-Gadget ebenfalls unter diese Rechtsauslegung fallen, bleibt es bei der angekündigten Löschung.

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    3. Vielleicht sind die Bilder in den Kommentaren weg, wenn man keine Follower mehr hat? Wir werden es sehen.

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  4. Antworten
    1. Es ist eher die alte Welt, die noch nicht in der Jetztzeit angekommen ist.

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  5. Leute, ich bin ein blutjunger Anfänger und Neuling ( beim Blog !)
    Ihr macht mir Angst.
    Sehe ich es richtig?
    Wenn ich nur selbst was eigenes schreibe und eigene Bilder einstelle, bin ich immer auf der sicheren Seite??
    Statt eines Links, kann ich doch die Adresse ausschreiben!!??
    Oder?

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    1. Hallo und willkommen in Klein Bloggersdorf.

      Das Thema ist nicht ganz einfach. Der Ordnung halber weise ich darauf hin, daß ich hier keine Rechtsberatung geben darf (wenn ich nicht darauf hinweise, kann ich Ärger bekommen) und meine Anmerkungen lediglich allgemeiner Natur sind.

      Das Urheberrecht ist in Deutschland so geregelt, daß es immer beim Ersteller eines Werkes verbleibt. Es kann nicht verkauft oder abgetreten werden. Wenn Du Fotos (Musik, Filme usw.) in deinem Blog (auf Facebook, Google+, einer Homepage etc.) veröffentlichst, die du im Internet gefunden hast und nicht vom Ersteller die Erlaubnis hast, diese zu verwenden, dann begehst du eine Urheberrechtsverletzung. Nutzt du nur Fotos, die du selbst erstellt hast, kannst du damit machen was du willst.

      Dies gilt dem Grunde nach auch für Grafiken. Hier besteht allerdings das Risiko, daß du eine Grafik durchaus selber erstellst, die es in ähnlicher Form aber schon gibt und z. B. als Geschmacksmuster amtlich eingetragen wurde. Auch das kann Ärger zur Folge haben.

      Selbst verfasste Texte kannst du auf deinem Blog ebenfalls weitgehend unbehelligt verwenden, soweit diese nicht strafbare Inhalte (Volksverhetzung, Beleidigungen, üble Nachrede) haben. Eine Schmähkritik über ein identifizierbares Restaurant, ein Buch, einen Film oder sonstiges Produkt kann bereits teuer werden. Die Grenzen zwischen kritischem Journalismus und übler Nachrede sind fließend und werden wohl nur von Gerichten definiert.

      Zitieren geschützter Texte ist ebenfalls in beschränktem Umfang möglich, sofern diese als Zitat gekennzeichnet sind und der Urheber bzw. die Fundquelle angegeben wird.

      Als Blogger benötigst du ein Impressum. Bei dem von dir auf deinem Blog verwendeten Impressum fehlt noch eine Telefonnummer, unter welcher du in dringenden Fällen erreichbar bist. Auch die ist vorgeschrieben. Die Impressumspflicht besteht nur dann nicht, wenn dein Blog technisch lediglich von einem engen Familien- und Freundeskreis gelesen werden kann. Sobald es jedermann finden kann, betreibst du das Blog geschäftsmäßig. Dies wird gerne mit dem Begriff „gewerblich“ verwechselt, ist aber nicht dasselbe.

      Was die Verlinkungen angeht, sehe ich in der Realität keine Probleme. Ob eine Adressnennung einem Link gleichzusetzen ist, kann ich auch nicht sagen. Wundern würde es mich nicht.

      Aufgrund der Überreglementierungen, welche Deutschland und die EU perfekt beherrschen, lassen sich immer Fehler finden, aus denen sich ein Strick drehen lässt. Meiner privaten Meinung nach sollten vor allen Dingen die Themen „Urheberrecht“ und „Impressumspflicht“ beachtet werden.

      Nochmal - auch um der Form zu genügen: Dieser Text stellt meine private Meinung dar und ersetzt keine professionelle Rechtsberatung. ;-)

      Ich empfehle aber auf jeden Fall, nochmal Google anzuwerfen und zu lesen, was es zu diesem Thema im Internet noch zu finden ist (Thema: AGB, Datenschutzhinweis...) . Du wirst erschlagen werden von Informationen.

      Schlaue (ernstzunehmende) Köpfe haben festgestellt, daß es schon aufgrund der technischen Internationalität des Internets und der damit verbundenen Rahmenbedingungen nicht möglich ist, in Deutschland eine Homepage, einen Blog oder sonstige Online-Präsenz zu betreiben, ohne sich strafbar zu machen.

      Lass dich trotzdem nicht unterkriegen. :-)

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  6. Na, da sage ich erstmal richtig gerne Danke !!

    Telefonnummer habe ich nachgetragen.

    Ansonsten habe ich alles richtig gemacht.

    Bin stolz auf mich..
    Immerhin bin ich ja auch schon 88 Jahre.

    Noch einmal Danke

    Gerhard

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