Freitag, 7. Februar 2014

Beim Kleinen Chinamann (1) - Nachwehen

Warnung! 

Empfindsamen Gemütern und denjenigen mit einem ebensolchen Magen wird dringlich geraten, diesen und die folgenden drei Blogeinträge nicht intensiv weiterzuverfolgen.

Für die anderen gilt: Ihr wurdet gewarnt!

Es wurden keine an den Ereignissen beteiligten Menschen dauerhaft geschädigt.

Glaube ich jedenfalls...



Ich war müde. Mein Körper fühlte sich vollkommen zerschlagen an. Die Zuführung von Nahrung erschien mir mehr als unpassend zu sein. Was nicht weiter dramatisch war, denn mir fehlte auch wirklich jeglicher Appetit.

Mit einem Strahlen im Gesicht erschien der Ökoklaus kurz nach Dienstbeginn in meinem Büro. Wie hat der das denn geschafft, schon wieder so topfit zu sein? Was erzählt der da? Er habe schon gefrühstückt? Der Typ ist ein Tier. Was? Vla? Na gut, das fällt bei mir zumindest nicht in die Rubrik feste Nahrung.

Am Vortag waren wir schon echt gut drauf.

Ich sah den Gang hinunter. Aus Nadjas Büro drang ein Lichtschein auf den Flur des LASA. Also erhob ich mich und schleppte den Ökoklaus mit zu ihr. Wir wollten wissen, wie sie den Vorabend überstanden hatte.

Da saß sie nun an ihrem Schreibtisch. Eine gewisse Blässe überzog ihr Gesicht. Natürlich konnte sie nicht mit uns beiden gestandenen Kerlen mithalten. Sie hat sich tapfer bemüht, das muß man ihr lassen. Doch sie blieb chancenlos.

Nun murrte sie uns an, wir hätten sie reingelegt. Und nur deswegen sei ihr jetzt so übel. War gar nicht unsere Schuld. Sie hätte eben besser überblicken müssen, was da so angeboten wurde und wo sie zugreift. Man muß ja nicht das erste nehmen, was einem in die Augen fällt. Nicht unser Problem.

Wir verzogen uns wieder in unsere Büros. Oh, Mist, eilige Akte, Weitergabe nur von Hand zu Hand. Die musste ich eben noch einem Kollegen vorbeibringen.

Auf dem viel zu langen Weg kam mir Dr. Strebsinger entgegen.

„Schönen guten Morgen, Herr Paterfelis. Sie sehen aber sehr gequält aus.“

Ekelhaft, was der zu dieser Uhrzeit für eine gute Laune an den Tag legen kann.

„Moin. Ja, der Fachbereich war gestern Abend noch gemeinsam auswärts unterwegs. Beim Kleinen Chinamann.“

„Ach, und da haben sie nicht nur gegessen.“ Er zwinkerte mich an. Was der gleich wieder dachte. Saufen ist was für Weicheier. Ich habe da andere Qualitäten. Ganz andere.

„Nein, ich trinke so gut wie keinen Alkohol. Aber es war trotzdem hart.“

„Na dann wünsche ich gute Besserung.“


(wird fortgesetzt)



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