Sonntag, 12. Januar 2014

Vorsätzliches Handeln

Wie an jedem Sonntag bin ich heute Morgen auf ein Stündchen zum Sporttempel gefahren. Nachdem ich meine Ausdauerrunde auf dem Liegefahrrad absolviert hatte, schleppte ich mich erst mal in Richtung des schwarzen Brettes, um Neuigkeiten zu lesen. Rajivs Vortragstermine für das erste halbe Jahr waren gerade ausgehängt worden.

Während ich so die Themen studierte, berührte mich jemand an der Schulter. Ich warf einen Blick zur Seite und sah Mandy neben mir stehen.

„Moin, was machst du denn schon so früh hier?“ strahlte ich sie an. Es war gerade halb zehn und somit nicht gerade ihre übliche Zeit für sonntägliche Aktivitäten.

„Du hast doch mal gesagt, daß es hier am Sonntagmorgen so schön leer sei. Das wollte ich mal ausprobieren.“

Ja, so etwas habe ich mal gesagt. Nur hatte die Sache einen Haken. Ich sah mich um und zählte mindestens 25 Personen, abgesehen von jenen, die vor ein paar Minuten zum Yoga in den Kursraum gegangen waren. Normalerweise wären wir hier jetzt zu zehnt, wenn überhaupt.

„Stimmt, aber das gilt doch nicht im Januar.“

„Warum das denn?“

„Mensch, Mandy. Wir haben den Monat Nummero Uno nach den Fresswochen. Die Masse ist noch beseelt vom schlechten Gewissen um die Figur und guten Vorsätzen. Von den ganzen Gesichtern hier habe ich höchstens sieben oder acht schon mal gesehen, für den Rest ist der Sonntag um diese Uhrzeit genau so ein unbekanntes Land wie für dich.“

Dennoch ist es für Mandy deutlich leerer als zu ihren sonst üblichen Uhrzeiten. Wer sonst montags um 18 Uhr in einem Fitnessstudio aufschlägt, ist selber Schuld. Ich will gar nicht wissen, was da jetzt los sein wird.

Warten wir mal noch zwei bis drei Wochen ab. Dann herrscht hier wieder Ruhe.



Kommentare:

  1. jupp, genau, diese von guten Vorsätzen getränkte Anfangseuphorie macht sich momentan auch in den Werbeprospekten bemerkbar. Wann ließen sich besser Fitnessgeräte verkaufen als zu Jahresbeginn!?!

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    1. Öhm, immer dann, wenn die Bikini-Zeit sich nähert. :-)

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  2. Tjaja.... so ist das mit den inneren Schweinehunden. Die werden von Woche zu Woche immer größer.
    Hab einen schönen Wochenstart!

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    1. In diesem Fall möchte ich doch sehr hoffen, daß der innere Schweinehund der anderen zu einem Elefanten mutiert. Ich will da meine Ruhe haben und nicht Schlange stehen.

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  3. Auch bei uns flattert fast täglich ein Prospekt über Fitnesscenter, Fitnessgeräten, Diäten usw. herein. Fein säuberlich gefaltet kommen sie zum Altpapier, mein Motto war doch "keine Vorsätze" zu haben, das fällt mir echt leichter, als Vorsätze auch einzuhalten, bin direkt begeistert von mir.
    Schönen Wochenbeginn.

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    1. Ist doch auch ein Erfolgserlebnis. ;-)

      Ich kann mich da aber leider nicht drücken.

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