Samstag, 25. Januar 2014

Paterfelis spielt - beinah Warhammer Fantasy Battles (1)

In meiner kleinen Paterfelis-spielt-Reihe beschreibe ich meine Suche nach dem für mich perfekten Spiel. Wir, das heißt Ihr, meine mir hoffentlich weiterhin gewogenen Leser, und ich, sind uns mit aller Intelligenz des vernunftbegabten Menschen vermutlich wohl darin einig, daß es tatsächliche Perfektion nicht gibt. Aber es gibt die Möglichkeit, ihr nahe zu kommen. Das mich interessierende perfekte Spiel muß mit ansprechendem, reichhaltigem Spielmaterial gespielt werden. Es muß vielseitig und herausfordernd sein, mit einem komplexen Regelwerk. Ich muß eine Geschichte erzählen können, die sich auch weiterzuentwickeln vermag.

Nach diesem Fernsehbeitrag habe ich gewusst, daß es das zumindest beinah perfekte Spiel gibt. Zumindest, soweit es um meine Ansprüche geht. Dabei reden wir hier gar nicht von einem bestimmten Spiel, sondern mehr von einer Art von Spielen. Keine Brettspiele, keine Kartenspiele, nein, Tabletop-Spielesind für mich die Verheißung.

Vor vielen Jahren verrichtete ich meinen Dienst noch in der LASA-Hauptverwaltung in Bad Husten. Eine neue Außenstelle sollte eingerichtet werden. Nein, dabei handelte es sich noch nicht um die euch wohlbekannte Außenstelle Süd-Süd-West, an welche seinerzeit wohl durchaus schon jemand dachte, die aber noch nicht gegründet worden war, sondern um die Außenstelle Nord. Das Personal rekrutierte sich aus verschiedenen Bereichen des LASA und wurde etwa ein Jahr vor der geplanten Eröffnung der Außenstelle bereits in der Hauptverwaltung so zusammengesetzt, wie es später draußen in der Wildnis arbeiten sollte.

Auf meinen Wunsch hin wurde ich ebenfalls dieser Außenstelle zugewiesen. Genau wie später in der Neustädter Außenstelle war ich auch hier schon der Dienstälteste, zumindest was meinen Fachbereich angeht. Da wir uns deutlich weiter in der Vergangenheit befinden könnt ihr erahnen, wie jung die anderen Kollegen waren. Nicht wenige kamen direkt von ihrer Ausbildung zu uns, und ich kann mit Fug und Recht behaupten, im Laufe der nächsten zwei Jahre, bis die Mannschaft endlich komplettiert war, wirklich jeden Kollegen meines Fachbereiches eingearbeitet bzw. betreut zu haben. Wie später üblich, wurden zu diesem Zweck zahlreiche Überstunden gemacht und schließlich  entschädigungslos über Bord geworden. Es hat seinerzeit niemanden im LASA interessiert. Aber damals habe ich meinen Beruf noch mit Freude ausgeübt, so daß es mir nichts ausmachte, Stunde um Stunde zu verschenken.

Nachdem ich meine eigene Arbeit erledigt hatte (ja, so etwas konnten wir damals noch) ging ich zu Michael, einem unserer jungen Kollegen. Gut, so richtig jung war er auch nicht mehr. Michael hatte schon eine andere Ausbildung absolviert und einige Zeit in seinem damaligen Beruf gearbeitet, bevor er zu uns wechselte und nochmal ganz von vorne begann.  Doch auch er gehörte zu denjenigen, welche direkt nach ihrer Prüfung als Sachbearbeiter eingesetzt wurden. Dazu benötigte er ein führendes Händchen, und das war meines. 

Er erzählte von seinem Hobby. Dabei ging es um Zinnfiguren, die er bemalte. Vorwiegend Zwerge. Nicht solche Zwerge, wie wir sie von Schneewittchen oder aus Omas Garten kennen, sondern Zwerge aus einer Fantasy-Welt. So wie dem Herrn der Ringe. Ich erinnerte mich an den bereits erwähnten Fernsehbeitrag. Und bevor ich fragen konnte, erklärte mir Michael, daß diese Zwergenmodelle beigentlich zu einem Spiel gehören würden. Man musste aus den vielen einzelnen Miniaturen nach einem recht umfangreichen Regelwerk Armeen zusammenstellen, die dann auf einer großen Platte mit einer Fläche von etwa 180 x 120 cm und darauf platziertem, individuell gestalteten dreidimensionalem Gelände gegeneinander antreten würden.

Diese Schlachten finden zu auf beiden Seiten gleichen Bedingungen oder aber beeinflusst von gewählten Szenarien statt, bei der zum Beispiel die eine Seite etwas verteidigen muß oder in ihrer Aufstellung eingeschränkt wird, da der Gegner sie überrascht hat. Die Möglichkeiten sind nahezu unendlich und nur von der eigenen Fantasie begrenzt. Nach sechs bis acht Zügen ist das Spiel vorbei. Bis dahin sind zumeist mehrere Stunden reiner Spielzeit vergangen.

Die Ergebnisse der einzelnen Kämpfe zwischen den Truppenteilen werden unter Berücksichtigung zahlreicher Modifikationen mit ein paar Händen voller sechsseitiger Würfel ermittelt. Ich erwähne hier bewusst sechsseitige Würfel, denn dies ist nicht unbedingt selbstverständlich. Es gibt in den verschiedenen Spielsystemen wie auch Rollenspielen zahlreiche Würfel mit abweichenden Seitenzahlen. In meinem Fundus findet sich sogar ein echter hundertseitiger Würfel, welcher eher einem Golfball ähnelt als einem klassischen geometrischen Gegenstand mit Ecken und Kanten. Aber er funktioniert.

Ja! Das war es! Michael wusste zu berichten, daß es die Regeln zu diesem Spiel zwischenzeitlich auch auf Deutsch gebe, zahlreiche verschiedene Völker zur Verfügung stehen würden und – daß ein Laden, in welchem man die ganzen benötigten Dinge erstehen könnte, nur wenige hundert Meter von der Hauptverwaltung entfernt zu finden sei. Mittagspausenentfernung sozusagen. Er selber habe das Spiel noch nicht gespielt, weil es ihm primär um das Sammeln und Bemalen der Figuren ginge, aber er könne sich dies durchaus vorstellen.

(wird fortgesetzt)



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