Montag, 6. Januar 2014

Gruß aus der Küche - Advents-Tiramisu

Ja, ich weiß, Advent und Weihnachten sind vorbei. Dennoch befinden wir uns in diesem Blog immer noch in den weihnachtlichen Nachbetrachtungen. Außerdem kommt das nächste Weihnachten schneller als man denkt. Oder habt ihr etwa schon sämtliche Geschenke zusammen? Na also... Allen, die haufenweise Reste an Spekulatius gebunkert haben und nicht wissen, was sie damit anfangen sollen, kann ich auch in der Nachweihnachtszeit - quasi als Testlauf für den nächsten Durchgang unter Echtbedingungen ab Ende August - das folgende Rezept ans Herz legen.

In unserem Eisschrank lagerten nun schon seit sehr geraumer Zeit eine geschlossene sowie eine bereits angefangene Tüte mit verschiedenen Beeren. Da diese mir Platz wegnahmen und außerdem Eingefrorenes erfahrungsgemäß durch Überlagerung auch nicht unbedingt geschmacksintensiver wird, hatten diese zu verschwinden, bevor es zu spät ist. So entschloss ich mich, ein Advents-Tiramisu herzustellen. Auch würde sich so eine sinnvolle Verwendung für die hier noch vorhandenen Spekulatius-Reste finden. Meine Angetraut mag ja Gewürzspekulatius, mit denen ich allerdings so gar nichts am Hut habe. Vielleicht noch mit Butter-Spekulatius, aber dann nur in Milch getunkt als Kindheitserinnerung. Alle paar Jahre mal. Aber keine Gewürz- oder Mandelspekulatius. In dem Tiramisu verarbeitet aber würde es wohl gehen.

Wie es so ist, passte es irgendwie nicht in unseren vorweihnachtlichen Ablauf, was dazu führte, daß aus dem Advents-Tiramisu ein Weihnachts-Tiramisu wurde. Auch nicht verkehrt. Ich bereitete es am ersten Feiertag zu, da die Geschmacksexplosion noch über Nacht im Kühlschrank durchziehen musste. Natürlich war meine Produktion etwas zu voluminös für zwei Personen, aber ich habe mich bei der von mir tatsächlich verwendeten Rezeptur an dem Gewicht der vorhandenen Beeren orientiert.

Doch führte dieses Tiramisu bei mir zu Leid und Elend. Aufgrund der etwas größeren Menge blieb nach Weihnachten noch reichlich davon über. Just zu dieser Zeit verschwand die zweitbeste Ehefrau von allen für ein paar Tage ins Kloster, um wieder zu Besinnung zu kommen. Na ja, fast jedenfalls. Rajiv veranstaltet regelmäßig Auszeiten in verschiedenen Klöstern, teilweise christlicher, aber auch buddhistischer Prägung. Meine Angetraute wollte schon seit Jahren an einem solchen Wochenende teilnehmen und hat in diesem Jahr die Möglichkeit dazu in einem buddhistischen Kloster gefunden.

Für mich bedeutet das natürlich wieder eine Strohwitwerzeit. Und die ist bekanntlich regelmäßig damit verbunden, daß ich mich in der Küche mit meinen Gerichten austobe. Alles war vorbereitet, der Speiseplan stand fest, die Einkäufe waren erledigt. Es konnte losgehen. Wenn, ja wenn da nicht dieses Tiramisu gewesen wäre. Es sollte an mir sein, die vorhandenen Reste alleine zu vertilgen. Und es war wirklich lecker. Die eher säuerlichen Beeren sorgten für einen angenehmen Kontrast zu den süßen Inhalten. Gefühlte 2 Millionen Kalorien. Gezählte wahrscheinlich sogar noch mehr. Nun liegt mir Süßes aber immer schwer im Magen, so daß ich alleine mit dem Tiramisu wirklich über das Wochenende kam, ohne mir großartig noch was Warmes zu kochen. Schrecklich, wirklich schrecklich. Aber ich würde es wieder zubereiten.  

Vorrats- und Kühlschränken sind (Normalmenge) zu entnehmen:

200 g Schlagsahne
250 g Mascarpone
250 g Magerquark
100 g Zucker
1 Pck Vanillezucker
200 g Spekulatius
400 g tiefgefrorene Beeren
Puderzucker
Kakao




Die Sahne steif schlagen. Mascarpone, Quark, Zucker und Vanillezucker verrühren, anschließend die geschlagene Sahne vorsichtig unterheben. Etwa 3 Esslöffel voll von der Creme auf den Boden einer rechteckigen Auflaufform verteilen. Darauf eine Lage der Spekulatius geben. Die noch tiefgefrorenen Beeren darauf verteilen und die restliche Creme darüber streichen. Nun noch einen schönen Deckel mit den restlichen Spekulatius legen und alles über Nacht mit Alu-Folie abgedeckt in den Kühlschrank stellen.

Am nächsten Tag die Spekulatius mit Puderzucker einstauben (habe ich nur angedeutet) und evtl. mit Kakaopulver und passenden Formen darüber ein weihnachtliches Muster bilden. Den Teil habe ich aber ganz weggelassen.


Ja, es kam nicht ganz formschön auf den Teller.

 Es hält sich im Kühlschrank ohne Probleme für ein paar Tage.

Ganz ehrlich: In die Creme hätte ich mich reinlegen können. Wenn es nicht so albern ausgehen hätte. Und so sinnlos gewesen wäre. Und für meine zarte Statur ausgereicht hätte. Und überhaupt.




Kommentare:

  1. Klingt sehr lecker und ich würde es sofort nachmachen, allerdings gibt es hier weit und breit keine Spekulatius mehr, war extra nach Weihnachten gucken, weil's da ja immer noch ne Weile reduzierten Weihnachtskram gibt und ich Spekulatiusfan bin. Was bin ich neidisch auf die Holländer und ihre Spekulatiuscreme. Ab und an findet man die auch mal hier in den Supermärkten oder ich bestelle sie, wenn ich mir was gönnen will online.

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    1. Spekulatiuscreme haben wir auch noch hier. Na, sehe ich Neid in deinen Augen? ;-)

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  2. Du bist der beste Strohwitwerkoch, den ich kenne. Diese Leidenschaft, mit der du dein Gericht beschreibst, ist total ansteckend! Lieben Gruß und ein Gutes Neues!

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  3. GEWÜRZspekulatius???
    ICH???
    Da wage ich aber ENTSCHIEDEN zu widersprechen!

    MANDELspekulatius - und NUR Mandelspekulatius mein lieber Göttergatte... ;-)

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