Mittwoch, 31. Dezember 2014

...und ein anderer kommt

Nachdem ich gestern zur Mittagszeit meinen langjährig genutzten Datumsstempel mit einem letzten, wohlgezielten Abdruck in den Ruhestand entlassen musste, weil er für das Jahr 2015 nicht mehr tauglich sein würde, war es an der Zeit, den Nachfolger auf das Jahr 2015 vorzubereiten und schon mal einzufahrenstempeln.

Ich sah mir meinen neuen Gehilfen kurz an. Er ist breiter in den Schultern als sein Vorgänger, dabei aber trotzdem leichter. Keine massiven Muskeln, sondern nur optisch aufgepumpt. Aber wenigstens scheint er sauber zu sein.

Meine Hand griff nach dem Arbeitsgerät, drückte es mit einer gewissen Bestimmtheit auf das Stempelkissen und zack, locker aus dem Handgelenk, prangte nach einer geübten Bewegung ein Datum auf dem vor mir liegenden Blatt Papier.

„Whow, ging gut. Sehr griffig.“

„Woher hast du deinen neuen Stempel eigentlich? Maria konnte ihn dir jedenfalls nicht rausgeben, die ist doch gar nicht da.“

„Tja, Mandy, den habe ich mir schon vorher besorgt, als ich gesehen habe, daß mit dem alten bald Schluß ist.“

„Du bist halt ein Fuchs.“

„Nö, aber ein alter Verwaltungsprofi.“

Die Vorzüge langjähriger Berufserfahrung machen sich eben immer bemerkbar.



Ich wünsche euch einen guten Rutsch.



Dienstag, 30. Dezember 2014

Einer geht...

Mein alter Kollege, mein Wegbegleiter,

vor vielen Jahren wurden wir zu einem Team. Auf Anhieb konnten wir miteinander, wie man so schön sagt. So etwas passiert mir selten. Wir waren wie Pech und Schwefel, keinen Arbeitstag getrennt, soweit nicht Urlaub oder Krankheit dies verhinderten. Ja, fast hätte man uns sogar als Freunde bezeichnen können. Doch soweit wollte ich nie gehen; ich schätzte schon damals eine gesunde Distanz.

Damals warst du der Neue, ohne jegliche Erfahrung im Beruf, ich hingegen der alte Hase, der dich führen musste. Bis zuletzt hat sich daran kaum etwas geändert. Immer dann, wenn du dich mal selbständig gemacht hast, ging etwas schief. Mal war noch was zu retten, ein anderes Mal eben nicht. So ist das Leben.

Du gehörtest nie zu jenen, die alleine arbeiten konnten. Doch immer, wenn ich dir die Richtung wies, kamen wir zu einem guten Ergebnis. Auch so kann man erfolgreich sein. Einer gleicht die Schwächen des anderen aus. Das ist es, was ein Team ausmacht.

Wir gingen gemeinsam durch gute und durch schlechte Zeiten. Die schlechten haben leider überwogen, aber es hat an unserem Verhältnis zueinander nichts geändert.

Jetzt beginnt eine neue Zeit für dich. Heute, am 30. Dezember 2014, hattest du deinen letzten Arbeitstag. Den letzten Tag des Monats hat man dir erspart. Es ging einfach nicht mehr weiter, du konntest nicht mehr. Nichts ist für die Ewigkeit.

Heute Mittag hast du dein letztes Werk getan. Deinen Ruhestand hast du dir verdient.

Wie sehr hoffe ich, daß sich dein Nachfolger als deiner würdig erweisen wird. Er tritt ein schwieriges Erbe an.

Ich werde dich vermissen…



…mein treuer Datumsstempel.

Aber ich bin sicher, daß wir uns noch sehen werden.


Die Anforderungen des Jahres 2015 waren sein Aus.




Montag, 29. Dezember 2014

Schweigen ist Zustimmung

„Ich habe meinem Hund und dem Kater auch was zu Weihnachten geschenkt.“

Na toll, Trudi.

„Halsbänder.“

Vor allem der Kater wird begeistert sein.

„Total süß.“

Das reißt es jetzt auch nicht mehr raus.

"Das vom Hund ist rot..."

So so...

"... und das vom Kater grün."

 Das arme Tier.

„Es hat auch ein Glöckchen...“

Ach du meine Fresse…

"...aber nur das vom Kater."

Glücklicher Hund.

„Und beide Halsbänder leuchten, wenn es dunkel ist.“

Auch das noch.

„Mein Freund meint, ich hätte sie nicht mehr alle im Oberstübchen.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.



Sonntag, 28. Dezember 2014

Böses Erwachen

Ich bin erschüttert. Blockvogel hat die Weltgemeinschaft der Eltern verraten. So ganz unverfänglich in ihrem Eintrag vom 26.12.2014 versteckt. Aber ich habe es gefunden. Für alle, die es nicht selbst entdecken, zitiere ich die Stelle:

„Wir haben nämlich welche zum Hochzeitstag bekommen, von unseren Kindern. Und egal, wie unnötig ein Geschenk von deinem Kind ist, du wirst es benutzen, aufstellen, an den Kühlschrank kleben oder schlimmstenfalls auch anziehen. Insofern hatten wir Glück. Die Eulen wollen wirklich nur hängen.“

Meint sie damit etwa, daß Mütter sich tatsächlich nicht aus tiefstem Inneren über die Geschenke ihrer kleinen Kinder freuen? Daß sie wirklich nicht von den musikalischen, kreativen, malerischen oder kunsthandwerklichen Fähigkeiten überzeugt sind, und die Freude nur aus Mitgefühl vortäuschen? Und daß sie trotzdem all diese Werke voller Stolz der Öffentlichkeit präsentieren? Ist das irgendwie genetisch? Vielleicht gar hormonell?

Weder meine Angetraute noch ich sind Eltern, wir kennen uns also damit nicht aus. Zumindest nicht vollständig. Und die Katzenbande als Ersatzkindermeute hat uns auch noch nie etwas geschenkt. Die drei sind ja keine Freigänger.

Doch jetzt komme ich ins Grübeln, warum ich die wunderschöne Schmuckdose, die ich im Alter von acht Jahren in der Schule zum Muttertag aus leeren Streichholzschachteln zusammenbauen und anschließend mit plattgebügelten bunten Strohhalmen verzieren musste, nicht im Praxiseinsatz gesehen habe. Ja, warum die noch nicht mal leer irgendwo in einem Regal bis heute gut sichtbar für alle Besucher herumsteht?

Wurde ich am Ende adoptiert?

Mein Weltbild bricht gerade zusammen.

*snief*



Samstag, 27. Dezember 2014

Neu im Blog

Das Spielkind in mir ist wieder durchgebrochen. Als Ergebnis findet ihr nun in der rechten Seitenleiste eine Anzeige der letzten Kommentare in diesem Blog. Außerdem habe ich mich bei Twitter angemeldet. Mal sehen, ob das was wird. Das Ergebnis findet sich ebenfalls in der rechten Seitenleiste. Dann gab es noch einige kleinere Änderungen in der Darstellung.





Weihnachten, entspannt

Für heute war eigentlich eine andere Geschichte geplant, nicht schon wieder was mit Weihnachten, doch wurde diese von aktuelleren Ereignissen verdrängt.

Wir kamen spät vom Weihnachtsbesuch bei meinen Schwiegereltern wieder nach Hause. Meine Nerven hatten sich noch nicht zur Gänze wieder beruhigt, doch so langsam zeigte sich, daß sie sich zumindest schon auf der Zielgerade befanden. Meine Nerven, nicht meine Schwiegereltern. Stundenlang war ich gefesselt von den Geschichten über Alter und Krankheit und über den Tod von Menschen, von denen ich bis zu diesem Augenblick noch nicht mal wusste, daß sie jemals gelebt hatten.

Auch das ständige, nervenzerfetzende Geräusch von Kluntjekandis, welche mein an Diabetes leidender erkrankter Schwiegervater vor sich hinkaute, hatte nicht dazu beigetragen, daß sich bei mir eine gewisse Gemütsruhe einstellte. Kandis bekommt man auch durch Lutschen klein, der muß nicht gekaut werden. Ich weiß das, ich bin in einer Teetrinkerfamilie väterlicherseits aufgewachsen. Für Bonbons gilt das Gleiche. Die Kaugeräusche können mich rasend machen. 

Und dann war da noch das mehrstündige Drama um das Smartphone meiner Angetrauten, welches sie irgendwie aber doch erfolglos auf Geheiß meiner Schwiegermutter mit dem neuen schwiegerelterlichen Fernseher zu verbinden gedachte, um die gespeicherten Filmsequenzen im Großformat vorzuführen. Hinweisen möchte ich auch noch darauf, daß es ziemlich bescheuert ist, wenn man sich beim Kacken im schräg gegenüber der Toilette aufgehängten Badezimmerspiegel selbst bewundern kann. Doch es war überstanden. Unsere eigene Wohnung hatte uns wieder. Zügig verschwanden wir ins Bett.

Nach den üblichen fünf Stunden relativ durchgehender Nachtruhe wachte ich von Lilly bedrängt auf.

Hmmm, es war kühl in der Wohnung. Ziemlich kühl. Verdächtig kühl.

Das Thermometer zeigte etwas von 18 Grad an. Also fühlte ich mal an den Heizkörpern. Kalt. Alle. Das heiße Wasser plätscherte auch nur noch mit knapp über Zimmertemperatur aus dem Wasserhahn. Also warf ich doch mal einen Blick in den Heizungsraum. Stille. Dafür ein Flackerlicht auf der Anzeige. Eine blinkende 0. Böses Zeichen. Ich schaute auf die Bedienungsanleitung.

Scheiße. Störung! Heizung kaputt. Wahlweise wegen ausgefallener Sensoren, defekten Sicherungen oder einer Überhitzung im Heißwasserbehälter.

Keine Wärme in den Heizkörpern und auch kein warmes Wasser in den Leitungen. Natürlich an Weihnachten, gefolgt von einem Wochenende. Wann auch sonst? Ich versuchte es mit der klassischen IT-Lösung für und gegen alles. Strom aus, Neustart.

Ohne Erfolg.

Die technische Beauftragte mußte her. Also nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und weckte die zweitbeste Ehefrau von allen. Nach kurzer Inaugenscheinnahme des technischen Gerätes versuchte sie es mit der klassischen IT-Lösung für und gegen alles. Strom aus, Neustart.

Ohne Erfolg.

Kriegsrat. Der Notdienst würde 100 % Aufschlag nehmen, am Samstag nur 50 %. Sofern dann keine Betriebsferien sind. Das würde alles wieder auf 100 % katapultieren. Und Betriebsferien sind nicht unwahrscheinlich.

Oh ja, mit der Inanspruchnahme von kostenpflichtigen Notdienstleistungen kennen wir uns aus. Nicht wahr, Daisy? Sally? Lucy? Lilly? Meine Angetraute und ich blickten gemeinsam zur Urnenreihe. Marty und Smilla, ihr hört da jetzt gefälligst weg, bevor ihr auf dumme Gedanken kommt. Ihr müsst euch nicht alles von euren Vorgängern abgucken.

Egal, wir beschlossen, es nicht zu Weihnachten, sondern erst am besagten Samstag mit dem Notdienst zu versuchen. Die Katzen haben ein dickes Fell. Und wir wollten ohnehin Raclettereste essen, das wärmt gerätebedingt auch äußerlich. Fangen wir halt schon mittags zum Frühstück damit an. Die Reste-Reste werden wohl für einen zweiten Durchgang am Abend reichen. Wir waren entspannt. Das Kaminfeuer brannte. Gut, die dadurch verbreitete Wärme war rein subjektiv, denn es war nur eine Aufnahme, die vom Fernseher aus heimelige Atmosphäre verbreitete. Echte Kamine werden einfach überschätzt. Im Sommer ist dann wieder das Aquarium mit den exotischen Fischen an der Reihe. Bevor jemand fragt: Nein, für die Aufnahmen haben wir nichts bezahlt. So weit kommt es noch.

Wie würde es eigentlich aussehen, nur eben zum Duschen in den Sporttempel zu fahren? Geöffnet hätte er ja.

Mal sehen. Samstag.



Nachtrag:

Während des Raclette-Frühstücks ließen wir die Heizung stromlos. Ein weiterer Neustart erfolgte nach dem Essen. Jau, hat gereicht, die Heizung sprang an.

Was? Wie? Meine Angetraute verlangt nach mir. Assistenzdienstleistungen beim Entlüften der Heizkörper. Mit gut gefülltem Magen? Wie gut, daß ich an Weihnachten so wirklich überhaupt keine Erwartungen habe.



Freitag, 26. Dezember 2014

Wie wir in diesem Jahr aufs Christkind warteten

Sagt bloß, ihr habt von Weihnachten immer noch nicht genug? Oder wollt ihr euch nur an dem Elend anderer weiden? Mir scheint das zwar eurerseits moralisch etwas verwerflich zu sein, aber egal. Hier seid ihr richtig. Und weil Weihnachten ist, habe ich keinen Mehrteiler daraus gemacht. Ja, die grundgütige Stimmung dieser Tage hat mich übermannt.

Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich verbrachten in diesem Jahr Heilig Abend alleine zu Hause. Der obligatorische Besuch bei den Schwiegereltern war für den ersten Weihnachtstag vorgesehen, und Besuche bei meinen Eltern müssen wir nicht unbedingt zu den einschlägig bekannten Terminen unternehmen, zu denen es auf den Autobahnen ausnehmend voll zu werden droht. Was das angeht, ist man in unser beider Familien doch sehr entspannt. Gut so.

Für den Abend hatten wir Raclette vorgesehen. Blieb also nur noch die Zeit zu überbrücken, welche andere in Erwartung der abendlichen Höhepunkte in der Küche oder mit anderen vorbereitenden Dingen verbringen.

Meine Angetraute läutete die Wartezeit auf den Abend mit folgenden reiflich überlegten Worten ein:

„Du, können wir gleich noch etwas Wolle aus dem Monster holen?“

Der kundige Blogleser wird wissen, daß es sich bei dem Monster um unser Riesensofa handelt. Der weniger kundige Blogleser könnte dies hier >Klick mich< in Erfahrung bringen. Jedenfalls wurde das Monster aus guten Gründen so konstruiert, daß es auch ein nicht zu verachtendes Volumen an Stauraum aufbietet, welches geschätzt zu 60 %, was nach objektiveren Kriterien wohl eher etwa 75 % sein dürften, mit Wolle gefüllt ist.

Vor einiger Zeit hatte ich die in der ganzen Wohnung sowie dem Keller und dem Keller-Keller verteilte Wolldepots der zweitbesten Ehefrau von allen eingesammelt und dem Monster zu fressen gegeben zentral im Monster gelagert. Und dies nicht ohne Androhung strengster Konsequenzen für den Fall, daß meine Angetraute nochmals irgendwann in ihrem Leben auch nur einen Fitzel Wolle nach Hause schleppt. Der hier aufgehäufte Vorrat an Wolle würde problemlos ausreichen, um eine hochtibetanische Fußballmannschaft inklusive der Gegenmannschaft und sämtlicher Ersatzspieler mit Wolljacken, Wollhosen, Wollmützen und einige Versprengte hochtibetanische Hooligans auch noch mit hochtibetanischen Vereinsschals auszustatten.

Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Um in die Körperhöhle des Monsters zu gelangen, muß zuvor das Fell abgezogen es zuvor abgeräumt werden. Soweit kein Problem, doch erfordert dies auch anschließend ein ordentliches Wiederanbringen der entfernten Decken, was wiederum keine Arbeit für Papas Lieblingssohn ist. Akkurates Handwerken ist einfach nicht meine Domäne. Nun war es aber gerade so, daß just zu diesem Zeitpunkt das Monster ohnehin fellbefreit herumstand, da ich selbiges vorher gewaschen hatte. Der Zugriff konnte somit ohne Aufwand erfolgen, während die Komplettierung des Monsters hin zu einem vorzeigefähigen Zustand unleugbar als noch zu erledigen anstand. So weit, so gut.

Die geeignete Wolle war schnell gefunden und das Monster unter überwiegendem Einsatz meiner Angetrauten sowie der Belastung meines Nervenkostüms wieder in seinen Sollzustand versetzt, was ab dem Zeitpunkt weitgehend gut funktioniert hatte, zu dem ich meiner Angetrauten mal wieder unmissverständlich klarmachte in Erinnerung holte, daß ein einfacher Blick, ein Stirnrunzeln oder eine fahrige Handbewegung ihrerseits keineswegs ausreichen würden, um ihr an mich gerichtetes Verlangen zutreffend interpretieren zu können. Ich bin da ein Mensch der Worte, bevorzugt schriftlicher, in diesem Fall aber ausnahmsweise auch mal verbalkommunikativ erzeugter. Hauptsache klar und eindeutig.

Anschließend ermahnten wir die Katzenbande aufs Strengste, sich gut, wirklich gut und im Zweifel noch einmal deutlich besser zu überlegen, wo sie beim nächsten Mal hinkotzen würde. Und ja, wir sind Anhänger dessen, was man gemeinhin unter verschärfter Sippenhaft versteht. Zumindest in diesem Fall.

Zufrieden saßen wir auf dem Monster, als uns der zugehörige Tisch ins Auge fiel.Doch war dies nicht alles, stellte meine Angetraute schon die nächste Frage.

„Sollen wir bei der Gelegenheit nicht gleich den Tisch fertig machen? Danach kannst du dann ja saugen.“

Wenn mich nicht alles täuscht, wird auch der kundige Blogleser hier nicht direkt eine Idee haben, um was es geht. Unser alter Wohnzimmertisch hatte vor längerer Zeit geäußert, uns seine Dienste nicht mehr uneingeschränkt zur Verfügung stellen zu wollen. Wir einigten uns also mit ihm darauf, ihm seinen wohlverdienten Ruhestand im Sperrmüll zu gönnen und einen neuen Tisch an seiner statt bei uns willkommen heißen zu wollen. Diesen Tisch hatte meine Angetraute dann auch in echter Handarbeit selbst gebaut.

Leider zeigte sich bald ein Konstruktionsfehler, welchen es zu korrigieren galt. Denn der Tisch wollte sich nicht so rollen lassen, wie es von meiner Angetrauten gedacht war. Er benötigte andere Rollen (die bislang verwendeten waren zwar theoretisch geeignet, aber Theorie und Praxis weichen nun mal zuweilen stark voneinander ab) und zwei neue Tischbeine. Von letzteren nur zwei, denn mehr hat er nicht. Dafür aber ist unter seinem anderen Ende eine Kommode montiert, welche als Tischbeinersatz fungiert.

Wir begannen also trotz meinerseits vorgebrachter Bedenken hinsichtlich des von meiner Angetrauten ins Auge gefassten Zeitansatzes die Arbeit in der üblichen Aufteilung: Meine Angetraute setzte ihr handwerkliches Geschick ein, während ich der Trottel war, welcher alle möglichen Dinge, die sie anforderte, suchen und finden musste und auch sonstige unwürdigen Handreichungen ausführen sollte, für welche der liebe Gott oder jemand anderes den Handwerkslegastheniker erschaffen hatte.

Unsere Hummel, der handliche Akkuschrauber, versagte nach einiger Zeit seinen Dienst. Die Gründe empfanden wir als durchaus nachvollziehbar, plagten das arme Kerlchen doch arge Hungergefühle. Und zwar nicht nur ihm, sondern auch uns, doch ohne einen fertigen montierten Tisch würde sich die Sache mit dem Raclette wohl eher schwierig gestalten. Also warf ich das arme Hümmelchen auf seine FutterLadestation.

Die nunmehr wieder aufzubringende Wartezeit konnte damit überbrückt werden, auf der Tischbeinersatzkommodenrückseite einen Stoffbezug anzubringen. Die Uhrzeit ließ meine Bedenken ob des zu erwartenden durch Hammerschlag auf Polsternagel verursachten Lärmes nicht gerade in Vergessenheit geraten, aber versucht mal, meine Angetraute aufzuhalten, sobald sie sich was in den Kopf gesetzt hat. Sie würde jeglichen Ausdauertest gegen den störrigsten südostanatolischen Lastenesel locker bestehen.

So wurde in unserem Wohnzimmer auf dem Boden vor dem Monster am heiligen Nachmittag also aufs Derbste genagelt, während ich inständig darauf setzte, daß die über uns wohnenden Knutsens sich daran zu erinnern vermögen, daß sie unsere Anwesenheit im Wohnungsinneren außer zu den handwerklichen Stunden meiner Angetrauten niemals wahrnehmen. Es sei denn, daß wir mal wieder intensiver kochen, wie man es auszudrücken pflegte. Dabei konnten wir doch gar nichts dafür, daß ein paar Gerüche nach oben wanderten. Die hätten ja ihr Fenster schließen können.

Da ich nichts zu tun hatte, untersuchte ich das Fernsehprogramm der nächsten Tage darauf, welcher Sender zu dieser heiligen Zeit die meisten Zombiefilme bringen würde. Zombiefilm gilt hier als Sammelbegriff für alles, was sich meine Angetraute nicht ansehen wird und in denen auch im weiteren bis allerweitesten Sinne von den Toten Wiederauferstandene und Schreckensgestalten wie zum Beispiel Johannes Heesters auftreten würden. Es müssen also nicht zwingend kulturgeschichtlich reine Zombies in dem Film auftauchen. Meine Schätzung auf RTL2 wurde von einem locker aus der Hüfte geschossenen PRO7 meiner Angetrauten gekontert. In meiner Analyse waren auf Drängen der zweitbesten Ehefrau von allen auch sämtliche Harry Potter-Filme selbst in der dritten Wiederholung innerhalb von 48 Stunden einzeln zu berücksichtigen.

Während dessen wurde meine Angetraute ob des wachsenden Hungergefühls quengeliger, doch irgendwann hatten wir es geschafft: Der Tisch stand bereit und zeigte sich aufnahmefähig für das Raclette. Gesaugt habe ich aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit nicht mehr. Und auf die an meine Angetraute gerichtete Frage, was diese denn nun aus der Aktion gelernt habe, gab sie nur die eine, unzweifelhaft vollkommen zutreffende Antwort:

„Nix!“

Der Tisch aber rollt nun zu unserer vollsten Zufriedenheit.

Und wer sich jetzt noch für das Ergebnis der Zombiefilmanalyse interessiert, dem sei versichert, daß Kabel 1 nur an den Feiertagen mehr entsprechende Filme bringt als die komplette RTL-Gruppe innerhalb der ganzen Woche. Wir gratulieren dem Sieger.

Wann kommt eigentlich die nächste Staffel von The Walking Dead?




Dienstag, 23. Dezember 2014

Weihnachten anno dunnemals (Teil 3)

Bei meinen Eltern angekommen wurde zunächst in der Küche gegessen. Was das Essen zu Heilig Abend anbelangt, gibt es bei uns keine Traditionen. Zumeist wurde ein Dreigängemenü serviert, welches in seiner Zusammenstellung  jedes Jahr wechselte. Nie die einfachste Kost, aber auch nie etwas überkandideltes. Nicht als unsere Sache entpuppte sich mal ein Karpfen (viel zu fettig) und eine Pute (viel zu trocken). Ansonsten war es stets durchaus gelungen.

Danach verschwand mein Vater im Wohnzimmer. Vermutlich öffnete  er dem Weihnachtsmann die Balkontür, denn einen Kamin, welchen der Weihnachtsmann als Einlass hätte nutzen können, hatten wir nicht. Schließlich klingelte ein Glöckchen, was signalisierte, daß der Weihnachtsmann (oder das Christkind, ich bin mir über die genaue Aufgabenteilung bis heute nicht im Klaren, und auch elterlicherseits gab es keine einheitliche Erklärung, wer da nun gekommen war) seinen Besuch abgeschlossen hatte. Wir betraten das Wohnzimmer, doch nie, aber wirklich nie konnte ich einen Blick auf das Wesen erhaschen, welches all die schönen Pakete vorbeigebracht hatte. Meine Mutter behauptete zwar hartnäckig, noch an der Tür ein Flattern des Mantels gesehen zu haben, doch das muß mir entgangen sein. Auch wenn ich aus der Erfahrung früherer Jahre raus damit begonnen habe, den ersten Blick nach Öffnung der Wohnzimmertüre immer in Richtung Balkon zu werfen, bevor ich alles anderes in Augenschein genommen habe.


Weihnachten mit Omi und Oma

Das Wohnzimmer war festlich geschmückt. Und da stand er nun, der Weihnachtsbaum. Am Heiligen Abend wurde er von echten Kerzen erleuchtet, die erst zu fortgeschrittener Uhrzeit von den elektrischen Lichtern abgelöst wurden. Unter dem Baum lagen sie, die ersehnten Pakete. Bevor es daran ging, diese zu verteilen, holte Omma noch ihre Nussplätzchen raus. Dabei handelte es sich eher um einen flachen Nusskuchen, den sie mundgerecht in plätzchengroße, rautenförmige Stücke geschnitten hatte. Nusskuchenplätzchen also.

Ich liebte diesen Kuchen. Die Zubereitung erfolgte freilich tatsächlich nach Ommas Geheimrezept. Einmal hat sie es mir die Stelle in ihrem handgeschriebenen Kochbuch gezeigt, an der sie es notiert hatte. In Sütterlinschrift. Tja, Pech für mich, das war etwas, was mich noch überfordert hat. Sie hat das Geheimnis mit ins Grab genommen; das Buch selbst ist wohl später dem Entrümpeln des alten Hauses zum Opfer gefallen. Dennoch habe ich den Geschmack dieses Kuchens bis heute auf der Zunge. Und er ist für mich untrennbar mit Weihnachten verbunden. Und zwar mit der Zeit ab Heilig Abend – und keinen einzelnen Tag früher. Dafür hat Omma schon gesorgt.

Die Kuchenstücke wurden noch auf die süßen Teller verteilt, welche an verschiedenen Stellen bereitstanden. Jeder von uns hatte seinen eigenen. Auf meinem fand sich mehr Nougat, auf dem meines Vaters mehr Naschkram mit einer Alkoholfüllung, während meine Mutter mehr zur Melba- Knickebein-Füllungen neigte.  Es gab auch in späteren Jahren keine Veranlassung, diese Aufteilung zu ändern.

Trotz der Vorgeschichte mit dem Kirchenchor väterlicherseits und dem Schulchor meinerseits (ja, erzähle ich auch irgendwann mal; die Zeit war schrecklich) zeigte meine Familie nie besondere Sangesfreude. Auch nicht instrumentalmusikalisch. Und so musste auch niemand am Heiligen Abend so tun, als ob er singen könne geschweige denn ein Musikinstrument beherrschte. Oder dies auch nur wolle. Ebenfalls kann ich mich nicht daran erinnern, jemals Gedichte aufgesagt zu haben. Dabei handelt sich keineswegs um Erfahrungen, die ich zwingend vermisse. Die alten Schallplatten mit Weihnachtsmusik haben es auch getan. Das war dann so etwas:





Dann ging es zur Bescherung. Nicht nur für mich gab es Spielzeug, sondern auch für meinen Vater. Als Modelleisenbahner gibt es immer etwas, was man braucht. Und nicht selten war auch was dabei, was man unbedingt noch am gleichen Tag auf seine Funktionstüchtigkeit hin ausprobieren musste. Was wir beide dann auch tatkräftig im Rahmen eines – ähm - kurzen Besuches der im Keller fest aufgebauten Modellbahnanlage getan haben.

So verbrachten wir den Heiligen Abend. Gegen 23 Uhr spätestens  war es für Omma an der Zeit, wieder nach Hause aufzubrechen. Sie würde am zweiten Weihnachtstag nochmal zu uns kommen. Denn dann waren Oma und Opa Paterfelis mütterlicherseits zu Besuch.

Irgendwann wurde ich zu alt, um noch bei Omma zu übernachten. Damit hatte sich auch der jährliche Kirchgang erledigt, denn meine Einstellung dazu wie zu religiösen Dingen überhaupt hatte sich zwischenzeitlich grundlegend geändert. Als ich dann meinen Führerschein hatte, holte ich Omma mit meinem eigenen Auto von zu Hause ab.

Aber das ist eine andere Weihnachtsgeschichte, die noch darauf wartet, später mal erzählt zu werden.

Ich wünsche allseits ein frohes Fest.


(Ende)



Montag, 22. Dezember 2014

Weihnachten anno dunnemals (Teil 2)

Am 24. Dezember lief seinerzeit im Fernsehen immer eine Sendung für Kinder mit dem durchaus gelungenen Titel Wir warten aufs Christkind. Damit verbrachte ich dann den aufregenden Nachmittag, nachdem mir Omma vorher über der Waschschüssel die Haare gewaschen hatte. Natürlich nur mit dem guten Timotei-Shampoo, wie sie betonte. Und immer zwei Durchgänge, was ich nie begriffen hatte, denn zu Hause genügte immer einer, um meine Haare wieder in Form zu bringen.

Nie konnte ich die Sendung zu Ende sehen, denn es näherte sich die Zeit, um gemeinsam mit Omma in die Kirche zu gehen. Es wurden üblicherweise zwei Gottesdienste veranstaltet. Es gehörte zur Tradition, daß Omma vorher immer zur Nachbarin gegangen ist, um sich nach der Uhrzeit zu erkundigen, wann denn der erste Gottesdienst beginnen würde. Denn die Nachbarin hatte ja eine Zeitung, in der das drinstand. In all den Jahren hat sich die Uhrzeit nie geändert.

So fuhren wir dann mit dem Schwarzen Blitz, Ommas 60er-Jahre-Käfer, in Richtung Kirche. Omma und ich hatten unseren Stammplatz auf der Empore oben links, erste Reihe, innen rechts. Von dem schlichten Inneren der Kirche war ich als Kind mehr als beeindruckt. Wir waren von Hause aus evangelisch, und evangelische Kirchen sind was Innendekoration angeht überaus sparsam eingerichtet. Doch die hohen, weißen Wände, die Bogengestaltung der Decke und was es trotz der Schlichtheit sonst zu sehen gab, hatten es mir einfach angetan. Nicht minder beeindruckend empfand ich den Klang der großen Kirchenglocken, der im Inneren des großen Raumes doch ein ganz anderes Erlebnis darstellt als von außerhalb.

Ebenfalls zur – vermutlich ungewollten – alljährlichen Tradition wurde es, daß mir Omma erzählte, wie mein Vater als Kind im Kirchenchor eben dieser Kirche gesungen hatte. Mir wurde aus der Ferne stets der Platz gezeigt, an dem er damals stand.

Etwas oberhalb unserer Augenhöhe hing ein riesiger Metallring, an dem die Hauptbeleuchtung der Kirche befestigt war. Während des Gottesdienstes beobachtete ich ihn, wie er sich langsam erst wenige Zentimeter nach rechts drehte, um dann wieder links herum zu bewegen und das Spiel schließlich wieder von vorne zu beginnen.

Der Gottesdienst endete alle Jahre wieder mit dem Oh du fröhliche. Omma und ich fuhren anschließend zunächst nochmal zu ihr nach Hause, um den Hund und all die Dinge abzuholen, die wir mit zu meinen Eltern nehmen wollten. Während des Kirchganges war es draußen dunkel geworden, aber die 6 Volt-Lampen des Schwarzen Blitzes genügten noch den Anforderungen des damaligen Straßenverkehrs. Während der Fahrt hatten sich Gespräche auf ein Minimum zu begrenzen, denn Omma musste sich konzentrieren. Ein Radio gab es im Schwarzen Blitz natürlich nicht. Und Sicherheitsgurte oder Kopfstützen musste man gar nicht erst suchen. Ja, es war eine wilde, urwüchsige Zeit. Wir waren noch bereit, Risiken einzugehen.


(wird fortgesetzt)



Sonntag, 21. Dezember 2014

Weihnachten anno dunnemals (Teil 1)

Anno dunnemals, das ist die Zeit damals, in den wilden 70ern. Weihnachten hatte noch dieses Faszinierende. Zumindest für mich, denn ich war noch ein Kind. All die bunten Lichter, die Musik und natürlich die Geschenke. Genau wie vor meinen Geburtstagen konnte ich auch die Nächte vor Heilig Abend kaum schlafen.

Wie die Weihnachtsfeiern vor dem Tod von Opa Paterfelis väterlicherseits so abliefen, kann ich heute nicht mehr sagen. Ich war noch viel zu jung, um mich an Opa Paterfelis überhaupt erinnern zu können. Wenn mich nicht alles täuscht, war es auf dem Bild, welches hier zu sehen ist, sein letztes Weihnachten.


Weihnachten 1970

In den Folgejahren holten meine Eltern meine nun verwitwete Oma an Heilig Abend zu uns. Oma war eigentlich Omi, denn Oma sagte ich zur Mutter meiner Mutter. Erst später wechselte dies wieder zu Oma. Na ja, eher Omma, denn wir waren Kinder des Ruhrgebietes. So ist es bis heute geblieben, wenn wir von ihr reden.

Es bürgerte sich jedenfalls ein, daß ich die letzten Tage bis Heilig Abend immer bei  Omma verbrachte. Sobald ich zur Schule ging, war dies konsequent ab dem ersten Tag der Schulferien. Omma bewohnte ein altes Haus, in dem es kein fließendes warmes Wasser oder gar ein Badezimmer gab. Wasser wurde auf dem Gasherd oder im Winter auf dem stets in Betrieb befindlichen Kohlenofen erhitzt. Man wusch sich aus einer im großen, eckigen Spülbecken aufgestellten Waschschüssel. Immerhin hatte ich dort nicht mit einem Plumpsklo zu tun. So etwas lernte ich erst später kennen.

Von Ommas Weihnachtsdekoration ist mir eine aus Messingblech hergestellte Weihnachtspyramide in Erinnerung geblieben. Am Windrad waren vier Engel befestigt, an denen wiederum jeweils ein Messingstab herabhing. Und dieser Stab stieß, während die Engel windradgetrieben ihre Bahnen zogen, immer wieder an zwei Messingglöckchen, welche ein leises Plingen von sich gaben.

In der Nähe der Weihnachtspyramide standen zumeist Sternsinger-Miniaturen aus lackiertem Holz. Eine handvoll dieser Miniaturen sah gleich aus; dies waren die Sänger. Sie hatten einen schwarzen Umhang übergezogen und einen dazu passenden Hut auf. In den Händen trugen sie ein Gesangbuch. Ein einzelnes Modell hielt an einem langen Stab befestigt einen Stern. Ich musste immer aufpassen, daß das Gesangbuch eines der Sänger nicht verloren ging, wenn ich mich spielend mit den Modellen beschäftigte, denn dies lag nur noch lose in seinen Händen. Es kam nie jemand auf die Idee, es einfach wieder festzukleben.

(Eigene Bilder sowohl von der Weihnachtspyramide als auch den Sternsingern habe ich nicht. Fündig geworden bin ich auf meiner Bildersuche online zwar schon, aber leider waren die Ergebnisse nicht verlinkungsfähig,)


(wird fortgesetzt)




Samstag, 20. Dezember 2014

Vorweihnachtstage

Es gibt da einige Dinge, die ich im Endspurt auf Weihnachten noch an die Welt loswerden möchte:

Nein, werte Kundschaft des LASA, ihr müsst die wenigen Kollegen, die jetzt noch bei uns anwesend sind, also ungefähr ein Drittel der Soll-Personalstärke, weil unsere Mutti-Kollegen alle vermutlich zwecks Plätzchenbacken oder so schon Urlaub haben, nicht massivst mit telefonischen Sachstandsanfragen bombardieren. Und schon gar nicht wegen Anträgen, die ihr vor einer Woche erst gestellt habt. Das hält nur auf. Wenn dann noch der einzige Grund für diese unbotmäßige Hektik ist, daß ihr vor Weihnachten noch eure Sachen geordnet haben wollt, dann tut es mir unendlich auch nur in stark begrenztem Umfang leid euch mitteilen zu müssen, daß es nicht Grund genug ist, nur wegen eurem Ordnungsbedürfnis Menschen, die dringend auf Geld warten, noch länger darauf warten zu lassen. Es gibt eben Prioritäten. Das ist einfach so.

Und dann noch an die andere Kundschaft – die vom Lebensmitteleinzelhandel. Speziell die Einkaufswagenindengangquersteller. Und die Nacheingangstürzurorientierungstehenbleiber. Und alle anderen Quertreiber da draußen: Wenn noch mal jemand von euch versucht, die zweitbeste Ehefrau von allen davon abzuhalten, mir eine Packung Nougatblöcke zu kaufen, dann ist was los.

Zu meinen persönlichen, alljährlichen Weihnachtstraditionen gehören nämlich drei Dinge.


Erstens: Nougatbaumstämme von Feinkost Albrecht

Die von der Konkurrenz nehme ich auch, aber nur ergänzend. Ich möchte jedes Jahr mindestens einen davon aus dem Hause Feinkost Albrecht haben. Das ist Tradition bis an den Beginn meines Erinnerungsvermögens. Und wir reden hier nicht vom Kurzzeitgedächtnis, nur damit wir uns richtig verstehen. Hier geht es um Altüberliefertes.


Zweitens: Nougatblöcke von Feinkost Albrecht

Siehe hierzu auch unter Punkt 1, Nougatbaumstämme. Im Gegensatz zu einem Nougatbaumstamm hatte ich in diesem Jahr noch keine Nougatblöcke gekauft. Weder vom Mitbewerber noch von Feinkost Albrecht. Damit nicht alles vor die Hunde geht, hat meine Angetraute dieses dankenswerter Weise erledigt, während ich mich den halben Arbeitstag damit vergnügt habe, telefonische Sachstandsanfragen zu beantworten sowie Dinge der Kollegen zu erledigen, welche aufgrund des drohenden Jahresendes schon vorgestern hätten erledigt werden müssen. (Ja, ich bin da gerade durchaus etwas angepisst, weil verschiedentlich nicht mitgedacht wurde. Und das nicht unbedingt in jedem Fall von den jetzt abwesenden Kollegen, die zur Erledigung der Dinge zuständig gewesen wären. Fragt nicht.) Damit wären hier jetzt auch alle anderen Einkäufe abgehandelt, die bis kurz vor Silvester noch erforderlich waren. Wunderbar.

Meine Angetraute musste kämpfen, aber sie hat es geschafft. Trotz all der Idioten da draußen. Die letzte Packung Nougatblöcke hat sie bekommen. Aufbewahrt waren die ganz unten, hinten in der Kiste mit den Marzipanblöcken. Schüchtern ragte eine Ecke der Nougatblockverpackung zwischen den ganzen Marzipanpanblockverpackungen heraus. Ohne die andere Verpackungsfarbe wäre das noch nicht mal aufgefallen. Doch wer will denn schon Marzipanblöcke haben? Niemand!   


Drittens: Nusskuchenplätzchen vonne Omma

Wenn ich es noch schaffe, das Foto zu machen, welches mir beim Schreiben dieser Zeilen vorschwebt, werdet ihr darauf erkennen, daß es da keine Nusskuchenplätzchen vonne Omma zu erkennen gibt. Das ist sehr misslich. Insbesondere für mich natürlich. Aber was Nusskuchenplätzchen sind und warum ich keine hier habe, werdet ihr beim Lesen meines Vorweihnachtserinnerungsdreiteilers erfahren.

Und dieser wird der Weltöffentlichkeit exakt ab dem 21.12.2014 um 06.30 Uhr präsentiert.

Weihnachten könnte jetzt eigentlich kommen, wir wären soweit.  


Weihnachtsüberlebensausrüstung, mehr benötige ich nicht



Freitag, 19. Dezember 2014

Das Ackergaulgefühl

Wenn ein Pferd ein Rennen gewinnen soll, muß man es von der Leine lassen.

Sehe ich auch so.

Warum aber kettet man es dann an?

Ich bin nur noch genervt.

Und jetzt schön den Tonregler hochdrehen. Die Bässe bitte nicht vergessen.






Donnerstag, 18. Dezember 2014

Nikolaus kam auch in unser Haus (Teil 4)

Dies war immerhin eine Frage, zu deren Klärung ich etwas beitragen konnte.

„Na, weil der Ökoklaus noch gar nicht mitbekommen hat, daß es da überhaupt was gab.“

Aber das war noch nicht alles.

Am nächsten Arbeitstag fand sich auf den Tischen jenes Schokoladenwerk, welches ich zuvor noch vermisst hatte. Und mir kam die Erhellung. Zwar nur innerlich, aber das soll mir genügen. Ich muß ja nicht immer alle(s) überstrahlen.

Der Nikolaustag war ja gar nicht an jenem Tag, als sich am Faxgerät der Schokoladenweihnachtsmann eingefunden hatte, sondern erst am nächsten Tag. Und dieser wurde wie üblich, da ein Samstag, dem Wochenende zugerechnet. Ganz der Tradition entsprechend kam der Nikolaus am ersten Werktag nach dem wochenendlichen 6. Dezember zu uns.

Und zwar mit seinen geschmackvollen Gaben.

So einfach können Antworten sein. Wie gut, daß ich mich nicht echauffiert habe. Wäre ja peinlich geworden.

Hach...


(Ende)



Mittwoch, 17. Dezember 2014

Nikolaus kam auch in unser Haus (Teil 3)

Alteingesessene Kollegen zeigten sich bald von ihrer niederträchtigsten Seite. Sie ließen erst die nachrückenden, noch unbedarften Kollegen den am 6. Dezember oder am nächsten Werktag vorgefundenen Schokoladennikolaus ohne jegliche Vorwarnung oder gar einer Spur von Mitleid verkosten, um dann nach kritischer Beobachtung derselben zu dem Ergebnis zu gelangen, daß dieser auch wohl als ungenießbar zu betrachten sei. Was mithin auf den Schokoladennikolaus als auch für die nächste Zeit auf den als Testobjekt missbrauchten Kollegen bezogen werden sollte.

Doch die Zeiten änderten sich. Frau Dr. Adele Strebsinger wurde zur Wahrnehmung anderer Aufgaben in unsere Hauptverwaltung nach Bad Husten abberufen, so daß Dr. Gottfried Strebsinger sich an die große Herausforderung wagte, uns Führung angedeihen zu lassen.

Er traf eine weise Entscheidung, indem er mit dem Nikolaus ein langes Gespräch führte und ihm unzweideutig klarmachte, daß biologisch-dynamische, fair gehandelte und überhaupt von Grund auf gütige politisch korrekte fröhliche Frischluftnikoläuse bei ihm und uns so gar nicht angesagt wären.

Nikolaus hat verstanden. In der nächsten und auch der übernächsten Saison fand sich das vom gemeinen Volk bevorzugte, unfair gehandelte und garstig erzeugte Schokoladenzeug auf den Tischen. Allgemeine Zufriedenheit breitete sich aus.

In diesem Jahr jedoch gab es eine Neuerung. Da stand nichts auf den Tischen. Und gelegen hat da auch nichts. Hat man uns vergessen? Mein Gemüt drohte zu verfinstern. 

Im Laufe des Vormittags fand sich auf dem Tisch, welches das etageneigene Faxgerät beherbergte, ein Teller mit saisonal eher unpassenden Mini-Schokoriegeln vor, aus deren Mitte ein größerer Schokoladenweihnachtsmann (kein Nikolaus, wie eine sofort durch mich in die Wege geleitete und auch persönlich ausgeführte Prüfung zweifelsfrei ergab) herausragte.

Ich habe nicht großartig gezählt, aber eine vorsichtige Schätzung meinerseits ergab, daß die Zahl der vorhandenen Mini-Schokoriegel vermutlich nicht ausreichen würde, um die Grundversorgung eines jeden Kollegen zu gewährleisten, welcher sich üblicherweise auf unserer Etage aufzuhalten pflegt. Aber da mag ich mich auch irren. Dennoch drängte sich mir die Frage auf, was denn wohl mit dem Nikolaus los war. Waren wir unartig, weil unsere Zahlen nicht stimmten?

Der Teller leerte sich im Laufe des Vormittags, bis mich schließlich zur Mittagszeit die Nachricht erreichte, daß nur noch der Schokoladenweihnachtsmann einsam seine Wache hielt.

„Wieso ist denn der Schokoladenweihnachtsmann noch da?“ erkundigte sich Nadja interessiert.

Fragen über Fragen...


(wird fortgesetzt)



Dienstag, 16. Dezember 2014

Nikolaus kam auch in unser Haus (Teil 2)

… nahmen einen Bissen, auf daß dieser uns den Tagesbeginn versüßen sollte.

Sollte.

So manch ein Gesicht verzog sich auf unangenehmste Weise. In etwa dergestalt, wie meines aussieht, wenn man mir Spinat aufzudrängen wagt. Aufmerksame Beobachter werden bemerkt haben, daß der eine oder andere Kollege direkt kapitulierend die papierene weiße Fahne zückte und dieses Kleinod unter den Süßwaren verstohlen wieder aus dem Mund zunächst in Richtung des Fähnleins und mit der gleichen gekonnten Bewegung ohne Umwege in die Rundablage beförderte. Natürlich auf eine sehr disziplinierte Art und Weise, so daß im Rahmen der vorgeschriebenen Mülltrennung auch kein Stück die Ablage P (wie Papiermüll) sondern die dafür vorgesehene Ablage R (wie Restmüll) belegte.

Der Nikolaus schien mit Frau Dr. Strebsinger gemeinsame Sache gemacht zu haben. Denn Frau Dr. Strebsinger war Anhängerin einer gesunden, ökologisch-dynamischen sowie politisch korrekten Ernährung. Als solche erwarb sie ihre Lebensmittel nur von Produzenten, welche ihr unter anderem die Haltung fröhlicher Frischluftkühe und ähnlich glücklicher Tier- und Pflanzenarten versprachen. Und dieser kleine Schokoladennikolaus kam aus solch einer fröhlich-fairen biologisch dynamischen Schokoladennikolausfabrik.

Seine Konsistenz war eher ungewohnt.

Der Geschmack war fürchterlich.

Selbst der Ökoklaus, wahrlich nicht unbedingt ein Kostverächter bei holländischen Keksen und pseudochinesischer Feinkost, sondern auch bei den schokoladig-süßen Dingen, schlug sich auf die Seite jener, welche dieser Süßware die Eigenschaft, auch nur einen kurzen wohligen Genuss bereiten zu können, rundweg absprachen.

Es ist unbegreiflich, wie unter Verwendung erlesener Zutaten so etwas Ungenießbares entstanden sein könnte. Vielleicht lag ein Produktionsfehler vor? Man weiß es nicht. Doch auch in den nächsten Jahren änderte sich nichts. Alljährlich prüften wir, ob ein Herstellerwechsel eingetreten war. Nein, war es zum allgemeinen Bedauern nicht. Die Schokolade genügte höchstens dazu, an unliebsame Nachbarskinder weiterverschenkt zu werden. Die fallen aber auch nur einmal darauf rein, und die Zahl vorhandener Nachbarskinder erweist sich auch bald als begrenzt.

Was tun?


(wird fortgesetzt)




Montag, 15. Dezember 2014

Nikolaus kam auch in unser Haus (Teil 1)

Der Tag, an dem man darauf acht geben muß, sich seine Socken beim Anziehen von Schuhen und Stiefeln nicht durch eine zumeist bräunliche und eher klebrige Masse zu versauen, ist nun auch schon wieder ein paar Tage ins Land gegangen. Dennoch möchte ich euch nicht vorenthalten, was in diesem Jahr geschah. Natürlich hole ich zu diesem Zweck wieder einmal weit aus.

Denn ob ihr es glaubt oder auch nicht, der Nikolaus kommt auch ins LASA. Ja, genau, in unsere kleine Außenstelle. Und weil sich dort meistens ganz viele Menschen aufhalten, zumindest aber deutlich mehr als in einer durchschnittlichen Wohnbehausung, muß er auch immer einen mächtig großen Sack mit sich herumschleppen. Oder sich auf kleine Gaben beschränken. Der arme Kerl wird ja schließlich auch nicht jünger.

Bis vor ein paar Jahren, es mögen vier an der Zahl sein, also zu der Zeit, als noch Frau Dr. Adele Strebsinger die künstlerischeLeitung unserer Außenstelle inne hatte, fanden sich des Morgens am 6. Dezember, so er denn auf ein Wochenende fiel auch schon mal am nächsten Montag, kleine Schokoladennikoläuse auf unseren Tischen. Hach, da war die Freude unter den Kollegen groß. Herrlich bunt glänzend verpackt griffen wir zu kleinen Leckerei, wickelten diese aus und…



(wird fortgesetzt)



Samstag, 13. Dezember 2014

Brehms Irrtum

Es ist Samstagmorgen. Heute. Ich saß auf dem Sofa und arbeitete an einem Blogeintrag, als es plötzlich in unserer Wohnung hektisch wurde. Meine Angetraute beschäftigte sich gerade mit den ersten Vorbereitungen ihres baldigen Aufbruchs in Richtung Trainerschule. Sie zeichnete für die unbotmäßige Hektik nicht verantwortlich, war sie doch voll in ihrem Zeitplan.

Etwas huschte an meinem Blickfeld vorbei. Hauskater Marty jagte seine Schwester Smilla, unseren kleinen Kugelblitz, durch die Wohnung. Aus Richtung des anderen Endes des Flurs, an eben jener Stelle, an welcher allerspätestens die Entscheidung getroffen werden musste, die wilde Hatz links in Richtung Mädchenzimmer, rechts in Richtung Schlafzimmer oder nach einer 180 Grad-Wende hinunter zum Gartenzimmer fortzuführen, waren plötzlich die Geräusche über Bodenfliesen kratzender Krallen, gefolgt von einem Aufschlag auf ein dort noch auf Abtransport wartendes Sixpack mit Plastikflaschen und dem anschießend doch recht lauten Getrampel die Treppe hinunter zum Souterrain  zu vernehmen. Marty lernt es einfach nie, während Smilla sich geschickt ins Mädchenzimmer retten konnte.

Ich unterbrach mein Tun und schaute nach oben.

„Soweit ich mich erinnere, beschreibt Brehms Tierleben Katzen als lautlose und geschickteJäger.“


Band 1 von 12 Doppelbänden

Aus den Tiefen unserer Wohnung war die Stimme der zweitbesten Ehefrau von allen zu vernehmen.

„Aber was haben wir denn dann für Haustiere?“

„Weiß ich nicht. Aber für Dackel haben sie zu lange Beine.“

Hmmm. Meine Ausgabe von Brehms Tierleben stammt tatsächlich noch aus dem Jahr 1926. Vielleicht gibt es inzwischen ja neuere Erkenntnisse.

Man weiß es nicht.

  
Ja, ich weiß, das ist die Seite mit Fischen und nicht die mit Katzen.




Freitag, 12. Dezember 2014

Hallo, ich bin der Gottfried

Diesen Kommentar von Molly L. habe ich zum Anlass genommen, den nachfolgenden schon vor geraumer Zeit verfassten Blogeintrag aus dem Archiv zu kramen.


Das LASA wurde als familienfreundlicher Betrieb ausgezeichnet. Mich betreffen die freudigen Umstände dieser Auszeichnung eher weniger, da der bloße Umstand, verheiratet zu sein, per Definition nicht genügt, um als Familie herhalten zu können. Es sind eher die nachteiligen Auswirkungen, daß andere Familie sind, die ich mit auszubaden habe. Der gesellschaftspolitische Konsens macht es eben nötig. Ich sehe es ja auch bis zu einem gewissen Grad ein.

Als familienfreundlicher Betrieb ist es bei uns möglich, daß Elternteile, welche sich gerade in einer betreuungstechnischen Verlegenheit befinden, mal das eine oder andere Kind mit ins Büro bringen. Zu diesem Zweck gibt es bei uns ein so genanntes Eltern-Kind-Zimmer. Das ist ein Einzelbüro, in welchem sich neben einem voll ausgestatteten Arbeitsplatz auch ein Kinderbett und etwas Spielzeug befinden. Die kindgerechte Ausstattung stammt aus persönlichen Spenden; öffentliche Mittel wurden nicht verwendet.

Der Nachteil an diesem Zimmer ist, daß es sich auf einer anderen Etage befindet, weit ab von unseren Aktenschränken und dem Rest der Sachbearbeitung. Dieser Umstand bringt es mit sich, daß die Nutzung dieses Zimmers nur selten zur Freude der betroffenen Elternteile erfolgt. So geschieht es, daß man es bevorzugt, seinen üblichen Arbeitsplatz weiter in Anspruch zu nehmen und das Kind an eben diesem Arbeitsplatz irgendwie beschäftigt.

Als es mal wieder soweit war, daß sich ein Kind auf der Etage befand, kam auch Dr. Strebsinger auf seiner Guten-Morgen-Runde vorbei und wurde dem Kind als „Das ist Dr. Strebsinger. Er ist der oberste Chef von uns allen hier.“ präsentiert.

Dr. Strebsinger war sichtlich gut gelaunt und meinte „Oh, danke, damit haben Sie mir den Tag gerettet.“ Und zu dem Kind gewandt „Ich bin der Gottfried.“

Damit komme ich irgendwie nicht klar. Niemand aus dem Haus duzt Dr. Strebsinger. Das ist für mich schon aufgrund seiner Position vollkommen in Ordnung. Ich selbst mag die reflexartige Duzerei auch unter Kollegen nicht so gerne und behalte inzwischen zunächst gerne die etwas förmlichere Variante bei. Damit bin ich ein kleiner Exot. Mir sind sogar schon Gerüchte zugetragen worden, nach denen es ganz offensichtlich sei, daß ich nicht gut mit Frl. Hasenclever zusammenarbeite, weil wir uns nicht duzen würden. Mit was für einem Unfug man sich auseinandersetzen muß... 

Mir fällt immer wieder auf, daß es für Kinder heute immer normaler wird, jeden Erwachsenen sofort duzen zu dürfen. Zu meiner Kinderzeit musste ich jeden Fremden siezen. Das galt auch für Nachbarn und Freunde meiner Eltern. Die würde ich bis heute immer noch siezen, falls ich sie sehe. Und das nach deutlich über vierzig Jahren. Mit meinen Schwiegereltern war ich deren Wunsch entsprechend bereits vom ersten Tag an per du. Das hat mir durchaus nicht wenig Anpassungsschwierigkeiten bereitet, zumal ich mit fremden Menschen nicht sofort warm werde.

Wie sollen die Kinder denn lernen, daß man nicht mit jedem sofort auf Kumpel machen kann, wenn ihnen direkt das Du gestattet wird? Daß es auch eine Distanz gibt und geben muß. Die macht ja durchaus auch Sinn. Nicht selten reagieren unsere Auszubildenden und jüngeren Nachwuchskräfte schon fast verstört, wenn ich sie sieze. Sie wollen oft unbedingt geduzt werden. Gut, können sie haben, was aber nicht bedeutet, daß ich mich von ihnen auch in jedem Fall duzen lasse.

Ja, ich weiß, das ist ein rein deutsches Problem, während in der englischen Sprache blablabla. Ist mir aber egal. Entgegen zahlreicher anderer Eindrücke lebe ich nicht in einem englischsprachigen Land. Das ist nun mal unser deutschsprachiger Kulturkreis. Man muß ja nicht direkt alles ablehnen, was mit dem Prädikat deutsch verbunden ist, bloß weil wir den Krieg verloren haben. Mir sträuben sich die Fußnägel, wenn ich in verschiedenen, allseits bekannten Geschäften automatisch per Order Mufti als Kunde geduzt werde. Ich sieze jedenfalls zurück.

Hier im Blog, im Umgang mit meinen Lesern, ist dies wieder etwas anderes. Ich habe mir vor Veröffentlichung des Blogs durchaus überlegt, wie ich die Frage der Anrede lösen soll. Es gibt verschiedene Blogs, in denen der Blogger sich für die distanzierte Variante entschieden hat. Das ist ein Stil, der mir durchaus gefällt und aus meiner Sicht in der Blogosphäre auffällt.

Aufgrund der thematischen Ausrichtung meines Blogs und meines zumeist damit verbundenen Schreibstils erschien dies für mich jedoch unpassend zu sein. Der Schwerpunkt liegt vom Ursprung des Blogs aus der Sicht des Lesers auf der humorvoll unterhaltenden Seite; der informelle Teil hat eher untergeordnete Bedeutung. Außerdem wollte ich nicht als schlechte Kopie erscheinen. Von daher pflegt die Figur des Paterfelis hier das Du. Würde ich einen Blog mit anderer Ausrichtung schreiben, wäre dies womöglich anders. Sofern ein Kommentator offensichtlich andere Ansichten dazu hat, was auch vorkommt, wird dies von mir respektiert, so ich es denn rechtzeitig wahrnehme.

Das Du würde ich, sollte ich jemals in der realen Welt einen meiner mir bis dato unbekannten Leser wissentlich persönlich treffen, beibehalten. Es wäre konsequent und sogar ehrlich gemeint. Aber für mich auch ungewohnt und vermutlich zunächst ziemlich anstrengend.


Donnerstag, 11. Dezember 2014

Immer lustig und vergnügt

Wir saßen friedlich in unserem Büro und arbeiteten stillvor uns hin. Mandy verbreitete nach der Operation, der sie sich unlängst unterziehen musste, eine Stimmung, als ob sie einen Clown gefrühstückt hätte. Es war Zeit, der Sache nachzugehen.

„Mandy, als ich dich vor ein paar Tagen gebeten habe, nochmal in das Krankenhaus zu fahren, um ein paar von den Drogen abzugreifen, die sie dir dort gegeben hatten, meinte ich das eigentlich so, daß du uns etwas davon abgeben solltest.“

„Vergiss es, die behalte ich. Das war echt cooles Zeug.“

„Ja, das merke ich.“

„Das war so genial. Da liegt man auf dem Tisch, die geben dir irgendein Zeug, und schon ist dir scheißegal, daß du da nur so ein komisches OP-Höschen anhast und ansonsten nackig bist.“

„Hmm.“

„Echt. Als ich dann sagte, daß ich kotzen muß, gab es noch eine Ladung von etwas anderem, und schon war das Leben wieder schön. Da denkst du zwar, jetzt bringt dich die Narkose um, aber es war trotzdem alles schön.“

*TrommelwirbelaufMandysTisch*

Ja, toll.

Wirklich.

*grmpf*



Warnung:

Liebe Kinder und Jugendliche, Drogen sind gefährlich. Finger weg davon. Mandy und Paterfelis machen nur Spaß. Sogar das Rauchen hat Mandy sich erfolgreich abgewöhnt.




Mittwoch, 10. Dezember 2014

Fragliches

Die zweitbeste Ehefrau von allen beschäftigte sich in der Küche. Ich hörte das Geräusch von Plastikverpackungen und andere Dingen, mit denen sie herumhantierte.

„Hmmm, die Verpackung ist unpraktisch groß.“

Selbstverständlich nahm ich jetzt auch Anteil an dem Problem. Wie man es aus guter Ehemann so zu machen hat.

„Welche?“

„Die passt nicht in den Kühlschrank.“

Gut, daß wir das jetzt geklärt haben.



Dienstag, 9. Dezember 2014

Rezepte gucken

Ich gucke ja gerne durch die verschiedenen Online-Rezeptbücher, die sich in den Abgründen des Internets so finden. Man ist ja faul geworden und rennt nicht jedes Mal zum Bücherregal, welches ebenfalls über eine durchaus beachtliche Kochbuchabteilung verfügt. In den Sammlungen des Internets lasse ich mich gerne ziellos treiben und Rezepte zufällig anzeigen.

Da stößt man durchaus auf eigenwillige, ja gar exotische Einträge. Zum Beispiel auf  solche Gerichte wie Spiegeleier. Oder als besonderes Gericht des Tages auf Vanillepudding. Aus der Tüte.

Wenn das so weitergeht, erklären die mir bestimmt irgendwann auch noch, wie man Nudeln Pasta kocht.

Boah, Leute, das ist mit der Muttermilch aufgesogenes Grundwissen. Oder haben sich die Zeiten so geändert?



Sonntag, 7. Dezember 2014

Die Kaffeetanten und ich

Mandy, Nadja und einige andere Kollegen hatten sich unter Verwendung der bislang in unserem Raum befindlichen Kaffeemaschine in einem der leer stehenden Büros eine kleine Kaffeebar eingerichtet. Deren Vorhandensein ist durchaus berechtigt, denn a) erhält dieser Raum so wieder eine sinnvolle Nutzung und b) benötigt der Büroangestellte an sich geeignete Betriebsmittel, um ordentlich zu funktionieren. Die Anforderungen des Punktes b) werden eben zumeist in Form der oralen Zuführung von Kaffeegetränken verschiedenster Art erfüllt.

Wir arbeiteten mal wieder in unserem Büro friedlich vor uns hin, als Nadja unaufgeforfdert mit einem großen Pott Kaffee erschien und ihn an Mandy weitergab. Zur Aufrechterhaltung der Arbeitsmoral und –fähigkeit, wie sie betonte.

Natürlich entging mir dies nicht. Ich fühlte mich übergangen. Skandalös. Selbstverständlich nutzte ich die Gelegenheit, um meinen Unmut kund zu tun.

„Boah, mir hast du noch nie einen Kaffee gebracht.“

„Du trinkst ja auch keinen.“

Ach so, ja. Stimmt.“

Das erklärt natürlich alles.

Mist.



Freitag, 5. Dezember 2014

So ein Blogger hat es auch nicht leicht

Als ordentlicher Blogger habe ich meine Augen und Ohren natürlich überall, um bloggenswerte Geschichten aufzuspüren. Vor allen Dingen im beruflichen und innerfamiliären Umfeld wird man immer wieder fündig. Es ist ja eine hier allseits bekannte Tatsache, daß die Namen von Personen und Orten in diesem Blog von mir geändert wurden. Außer jenen der Katzenbande, da diese sich nicht so sehr an einer Enttarnung stören würden. Sie kennen diesen Blog ja nicht.

Vermute ich jedenfalls.


Ertappt!

Dummerweise verbinden sich Realität und Bloguniversum schon mal ungewollt miteinander. So kommt es durchaus nicht selten vor, daß die zweitbeste Ehefrau von allen und ich beim Austauschen unserer Erlebnisse des Tages nicht die tatsächlichen Namen der Personen aus unserem Umfeld verwenden, sondern deren Blognamen. Das führt schon mal zu Nachfragen, welche dem Zuhörenden das Verständnis der Sache erleichtern, denn bekanntlich haben einige Charaktere aus dem Blog verschiedene reale Vorbilder, welche von mir zu einer Person zusammengefasst wurden. Und gelegentlich werden Erlebnisse von mir auch wechselnden Blogpersönlichkeiten zugewiesen. So wie es mir gerade sinnvoll erscheint. Was dazu führt, daß meine Angetraute regelmäßig nachfragen muß, wer sich denn gerade jetzt wieder hinter Mandy oder Rebecca verbirgt, nachdem sie deren neueste Geschichten gelesen hat.

Und nicht zuletzt gibt es einige Kollegen, welche hier mitlesen, für die das Vorbild unseres Ökoklaus auch im Gespräch vor Ort nur noch der Ökoklaus ist. Der beginnende Wahnsinn zeigt seine Auswirkungen. Irgendwann bringe ich mal eine Paterfelis-Fan-Shirt-Kollektion raus. Wobei als Gegenreaktion eines missgünstigen Mitmenschen eine Nieder-mit-Paterfelis-Kollektion auch nicht so nett sein dürfte. Also besser nicht, man muß ja nicht unnötig provozieren.

Jetzt warte eigentlich nur noch darauf, daß ich meinen Chef versehentlich mit Dr. Strebsinger anspreche. Mehr als einmal lag es mir tatsächlich schon auf der Zunge. Es wäre bestimmt eine interessante Reaktion zu erwarten.




Mittwoch, 3. Dezember 2014

Die Konkurrenz schläft nicht

Sven und der Ökoklaus hatten sich erbarmt und sind zur gerade noch in der Nähe befindlichen Supersonderspezialpommesbude marschiert, um uns mit Futtermitteln zu versorgen. Wir versammelten uns nach gelungener und vor allen Dingen erfolgreicher Rückkehr in unserem Besprechungsraum zum Zwecke der Einnahme eines gemeinsamen Mahles.

Ich begnügte mich mit einer supersonderspezialpommesbudenextrascharfen Currywurst und einem Pommesgebirge. Bislang hatte ich nur die mittelscharfe Variante probiert und diese als eher unbeeindruckend in Erinnerung behalten. Doch schon der erste Biss in ein Pommesstäbchen, welches etwas zu viel vom dem Schärfe erzeugenden Pulver abbekommen hatte, belehrte mich eines Besseren. Dieses Mal würde es anders laufen. Und ich hatte keine Mayonaise in Reichweite, um den schier unerträglichen Schmerz abtöten zu können.

Doch echte Kerle sind hart im Nehmen. Tapfer aß ich, was ich bestellt hatte. Irgendwann war ich in den Bereich vorgestoßen, welcher von dem Schmerz generierenden Hexenstaub verschont geblieben war, so daß sich wieder eine leichte Beruhigung meiner Mundhöhle sowie ein wohliges Sättigungsgefühl einstellten.

Ich warf einen Blick in die Runde und fand schon fast eine Suppenschüssel voller Penne Bolognese bei Sven vor. Etwas fettig aber dennoch lecker. Mit einer Spur Rotwein, so das Ergebnis meiner Resteverkostung. Zu meiner Linken kämpfte Mandy mit einem Lammburger. War nicht so ihr Ding, aber man muß ja mal probieren, um dies mit Sicherheit beurteilen zu können. Da kennt Mandy nichts. Rechts türmte sich der Supersonderspezialburger der Supersonderspezialpommesbude: ein Hochgebirge von Fleisch, welches mein Pommesgebirge zu einer Anhöhe verkommen ließ, dazu Salat, Saucen, Zwiebeln, eingelegt zwischen zwei Hälften eines Burgerbuns, nur zusammengehalten von einem Schaschlikspieß. So eine große Klappe hat noch nicht mal Ludwig, daß er das auf dem burgernatürlichem Weg verinnerlichen könnte; er aß dieses Teil vollkommen unbeeindruckt von der Masse etagenweise mit Messer und Gabel.

Der Ökoklaus vergnügte sich mit einem Lammgyros und Rosmarinkartoffeln. Zum Dessert gab es noch einen Standardburger der Supersonderspezialpommesbude. Und anschließend Kekse. Für alle.

„Und wisst ihr, was der auf dem Weg zurück gemacht hat?“ war Svens Stimme zu vernehmen. „Der hat sich tatsächlich noch ein Fleischkäsebrötchen für unterwegs mitgenommen und verdrückt.“

Oh oh, die Konkurrenz schläft nicht. Und ich bin nicht mehr richtig in Form. Aber in der Vorweihnachtszeit werde ich mich hüten, zum Auftrainieren das Restaurant zum Kleinen Chinamann heimzusuchen. Viel zu voll. Nicht ich hier, sondern das Lokal dort.

Mist, der Lack ist ab.



Dienstag, 2. Dezember 2014

Alles wie einst

Nach mehrmonatiger Abwesenheit ist Mandy auch endlich mal wieder auf eine Stippvisite ins Büro zurückgekehrt. Fünf Wochen werden genügen müssen, dann ist sie wieder verschwunden.

Die morgendlichen Handlungsabläufe hat sie jedenfalls nicht vergessen. Schwupp, reinkommen. Zack, Tasche hinstellen. Wusch, Jacke aufhängen. Und dann – klack, Radio an.

Rauschen.

Krächzen.

Knacken.

Und eine leise Ahnung von stimmenähnlichen Geräuschen. War nicht anders zu erwarten, der alte Kasten ist bestimmt eingerostet. Seit Mandy weg war, hat den hier keiner mehr eingeschaltet.

Mit offensichtlicher Routine wurde der Sender wieder auf ein weitgehend erträgliches Klangniveau eingestellt. Zu meiner Beruhigung hatte der unsägliche Gute-Laune-Moderator heute keinen Dienst. Aber man soll die Wurst ja nicht vor dem Ende lutschen. Oder so ähnlich. Jedenfalls dauerte es nicht übertrieben lange, bis ich in eine Schockstarre verfiel.

Nein, nicht deswegen: >Klick mich<  (Jetzt kommt kein Musikvideo. Jedenfalls nicht so direkt.)

Und deswegen auch nicht: >Klick mich<  (Immer noch nicht. Jedenfalls nicht so direkt.)

Aber dieses hier könnte schon den Ausschlag gegeben haben. (Ja, dieses Mal ist es ein Musikvideo. Ganz direkt,)

Freunde, die Saison ist wieder eröffnet.

Sofort erinnerten wir uns an die schon im letzten Jahrverabredeten Abwehrmaßnahmen. Und immer noch weigert sich der Bursche, diese umzusetzen.  Dabei hat er jetzt ein Jahr Zeit gehabt, etwas einzuüben.

Drecksack.

Ich! Will! Endlich! Die! Kettensäge! Haben!



Sonntag, 30. November 2014

Sinnfragen

Es muß ja nicht immer die Frage nach dem Sinn des Lebens sein. Zuweilen tut es doch auch die Frage nach dem Sinn des Staubsaugens. Das habe ich nämlich vorhin gemacht. Also das Saugen. Und dann habe ich der Katzenbande etwas hingestellt.










Kenner wissen Bescheid: Gefriergetrocknetes Fleisch staubt. Und nicht zu knapp. Vor allen Dingen, wenn es zerbissen wird.

Und jetzt wisst ihr auch, warum ich beginne, mir Fragen zu stellen. Vor allen Dingen die nach dem Sinn, vorher Staub gesaugt zu haben.

Übrigens: Marty hat sein Gesicht so gut es ging in eine der Öffnungen versenkt. Es soll ja niemand behaupten, der Bursche sei kein Kopfarbeiter. Blöd nur, daß er dieses Spielzeug mit seinem so in der Öffnung versenktem Gesicht durch das ganze Wohnzimmer geschoben hat. Und den Dreck gleich dazu.

Einmal Onkel Staubsauger zu Besuch reicht am Tag. Jetzt kommt Tante Handfeger.




Samstag, 29. November 2014

Unausgeprägt

Das Radio dudelt vor sich hin. Hier ist ein Sender eingestellt, der mir mehr entgegenkommt als das Volldampfradio im Büro. Kein unerträglicher Gute-Laune-Moderator. Alles ein paar Nummern seriöser. Der Radiomann sagt, ich soll so langsam meine Winterjacke raussuchen. Gut, mache ich.

Ich stelle mal wieder fest, daß meine Beziehung zu Musik etwas - wie soll ich sagen - unausgeprägt ist. Hier steht zwar eine ansehnliche CD-Sammlung herum, aber tatsächlich habe ich die letzte CD vor deutlich über einem Jahr abgespielt. 

Darüber gestolpert bin ich, als ich für dieses Jahr auch mal einen Blog-Weihnachtskalender zusammenstellen wollte. Ich hatte vor, Musikvideos mit bestimmten Ereignissen in meinem Leben zu verbinden. Doch dann musste ich feststellen, daß ich bei weitem nicht auf 24 Lieder oder Melodien komme, mit denen ich auch nur ansatzweise Ereignisse in Zusammenhang bringen könnte. 

Gut, ein paar sind schon dabei, doch es reicht nicht für mein Vorhaben. Also gibt es keinen Kalender.

Schade eigentlich.




Freitag, 28. November 2014

Nicht viel los

Irgendwie ist gerade nicht viel los. Ich räume in der Wohnung hin und her. Dabei passiert nichts Erzählenswertes. Gut, die Katzendamen gucken etwas doof aus der nicht vorhandenen Wäsche, weil plötzlich Dinge an Orten stehen, wo sie nicht hingehören. Das nennt man Zwischenlagerung.

Der Kater bleibt weitgehend unten im Gartenzimmer und unternimmt nur kurze Kontrollgänge, bevor er wieder verschwindet. Na warte, dort geht es auch bald los, dann ist Schluss mit lustig.

Stichwort Wäsche. Die sollte ich jetzt auch mal wieder waschen, der Vorrat bestimmter dringlich benötigter Teile aus der 60 Grad-Abteilung ist bedenklichst zur Neige gegangen. Und nicht nur deswegen, weil ich mich aus dem Vorrat bedienen musste, um die Strohwitwerfahne zu hissen.

Unspektakulär.

Mit meinem Strohwitwer-Speiseplan hänge ich jetzt zwei Tage hinterher. Da wird wohl was eingefroren werden müssen.  Ich esse im Moment wenig. Sehr wenig, für meine Verhältnisse. An sich ein gutes Zeichen. Es deutet auf Ausgeglichenheit hin.

Mein Bürotermin am Mittwoch verlief auch unerwartet. Tendentiell positiv, es kann aber auch noch hin die Hose gehen. Mehr möchte ich jetzt dazu noch nicht schreiben.

Tja.

Dann gehe ich jetzt mal wieder herumkramen.

Wünsche allseits einen schönen Tag.



Donnerstag, 27. November 2014

Witz, komm raus, du bist umzingelt

Im Kollegenkreis unterhielten wir uns über vergangene Zeiten. Damals, als die Zeit im LASA noch gut war, man als Mitarbeiter statt als Arbeitskraft tituliert wurde und man sich nicht krampfhaft bemühte, eine Behörde um jeden Preis wie einen Wirtschaftsbetrieb nach längst überholtem Muster zu führen. So kam das Gespräch auch auf unseren im fernen Bad Husten stets rührigen Herrn Abteilungsleiter. Der Herr Abteilungsleiter ist noch ein echter Mensch von der Basis, denn er hat im Gegensatz zu den meisten unserer höheren FührungsKräfte vor ungezählten Jahren als gewöhnlicher Sachbearbeiter im LASA angefangen. Das hiermit verbundene Wissen und vor allen Dingen Verständnis für die Belange der Sachbearbeitung merkt man ihm – trotz aller Sachzwänge, denen er natürlich unterworfen ist – heute noch an. Bei anderen ist das eher nicht so.

So hat der Herr Abteilungsleiter, bevor er der Herr Abteilungsleiter wurde, bei den Auszubildenden, aber auch bei Umschülern in externen Einrichtungen, sein Wissen vermittelt. Und darum kenne ich ihn auch noch aus der Zeit, in welcher er eben noch der Herr Sachbearbeiter aus der Hauptabteilung war. Und einen kräftigen Schnauzbart durch die Gegend getragen hat.

Wie gesagt, unterhielten wir uns über jene Zeit. Man gab eine Geschichte über den Herrn Abteilungsleiter zum Besten, in der er plötzlich und ohne sofort erkennbaren Zusammenhang anfing zu lachen. Nach Befragen teilte er denn mit, daß er vor einiger Zeit einen Witz gehört habe, und über den würde sich jetzt amüsieren. Diese Kurzdarstellung wird jetzt reichen müssen.

Als gutes Urgestein des LASA musste ich zu der soeben gehörten Erzählung natürlich auch etwas einwerfen.

„Liebe Leute, wisst ihr denn nicht, wie oft der Herr Abteilungsleiter über einen Witz lacht?“

Allgemeines Verneinen.

„Das macht er drei Mal. Das erste Mal, wenn der Witz erzählt wird. Dann das zweite Mal, wenn der Witz erklärt wird. Und ein drittes Mal, nachdem er ihn verstanden hat.“



Dienstag, 25. November 2014

Die Fahne ist gehisst - 2014

Aktuelle Meldung:

Seit 16.00 Uhr, kaum daß ich die Tür hinter der zweitbesten Ehefrau von allen, welche von nun an wie jedes Jahr zu dieser Zeit einige Tage aushäusig weilt, befindet sich die Strohwitwerfahne wieder an ihrem vorgesehenen Platz. Nun habe ich bis Sonntag, eigentlich eher Montag, aber da muß ich wieder arbeiten, die Gelegenheit, hier wieder aus-, ein-, um-, weg- und sonstige Dinge zu tun, welche mit -zuräumen enden. Und abends, nachdem ich vollkommen geschafft mein Das-mag-sie-nicht-Essen zubereitet habe, laufen hier Männerkulturfilme. Also all die schönen Dinge mit Zombies, Schießgeräten, Raumschiffen und ähnlichem Kram von Unterhaltungswert. Und zwar in angemessener Lautstärke, nicht im Flüstermodus.




Meine Planung wurde allerdings schon etwas sabotiert, da der heutige Aufbruch später als vermutet begann und ich morgen nochmal trotz Urlaubes ins Büro muß. Bleiben mir also nur Donnerstag bis Sonntag.

Passt schon.

Frau Kleinhüppgenreuther hat die letzten Reste der Taschenumverteilung von unserem Flur in Richtung Balduins Laderaum mitbekommen, da der Hund dummerweise aber auch ausgerechnet jetzt und in diesem Augenblick seinen Spaziergang benötigte. Wenn sie in den nächsten Tagen feststellt, daß meine Angetraute und der Wagen verdächtig lange nicht vor Ort sind, bin ich über die ersten Gerüchte hinsichtlich des dauerhaften Auszugs meiner Angetrauten gespannt. Die Anzahl der mitgenommenen Taschen würde einen solchen Verdacht durchaus zulassen. Sportkleidung und Zusatzausrüstung für mehrere Tage beanspruchen nun mal Volumen.

Noch Minuten später war über die halbe Straßenlänge zu vernehmen, wie Frau Kleinhüppgenreuther den Hund lautstark immer und immer wieder maßregelte. Er war wohl wieder auf unerlaubten Pfaden unterwegs.

Schon vorher bemerkte ich am Rande der Ladearbeiten, wie eine Katzenpfote den Weg aus unserem Flur in Richtung Treppenhaus nahm. Verbotener Weise! In einem leisen aber doch warnenden Tonfall erwähnte den Namen eines gewissen Katers. Noch nicht mal meine in der Nähe stehende Angetraute verstand, was ich sagte.

Zack, schon war die Pfote wieder da, wo sie sein darf. Und das für die komplette restliche Zeit, bis die Tür wieder geschlossen werden konnte.

Und das ist der Unterschied.



Leserumfrage

Vielleicht habt ihr es ja schon über andere Blogs mitbekommen: Anja Briehl, eine wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Hohenheim, führt eine Studie durch. Zu diesem Zweck werden Blogger und ihre Leser befragt. Ich habe mein Einverständnis gegeben, auch diesen Blog in die Befragung aufzunehmen.

Sofern ihr als meine Leser teilnehmen möchtet, ist ein Online-Fragebogen auszufüllen. Die Befragung findet vollkommen anonym statt; auch ich werde über die Beantwortung der Fragen keinerlei Informationen erhalten, die konkret mit mir und dem Blog in Verbindung stehen.

Im Weiteren zitiere ich auszugsweise den von Frau Briehl selbst verfassten Text:


Hintergrundinformationen

An der Universität Hohenheimführen wir derzeit eine wissenschaftliche Studie über die Beziehung von Bloggern und ihren Lesern durch. Bei diesem Projekt handelt sich um meine Abschlussarbeit, die von Prof. Dr. Michael Schenk betreut wird. Im Rahmen dieser Studie führen wir eine Onlinebefragung von Bloggern und deren Leserndurch. Bei der Auswertung werden die Angaben der Blogger mit denen Ihrer Leser verknüpft. Dies erfolgt über eine anonymisierte ID, die in den Fragebogenlinks enthalten ist. Unterstützt wird das Projekt von der Firma hallimash.


Individuelle Befragungslinks

Leser-Befragung:

Bei diesem Link handelt es sich um die Befragung Ihrer Leser. Bitte veröffentlichen Sie den Link auf Ihrem Blog und bitten Sie Ihre Leser, möglichst zahlreich an der Befragung teilzunehmen. Ihre Leser benötigen für das Ausfüllen des Fragebogens etwa 15 Minuten. Unter allen Teilnehmern der Leserbefragung werden 25 Amazon-Gutscheine im Wert von jeweils 20 Euro verlost.


Wichtige Hinweise

Bitte veröffentlichen Sie den Befragungslink für Ihre Leser ausschließlichauf dem Blog, auf das Sie sich in der Blogger-Befragung beziehen! 

Wie Sie bereits wissen, haben andere Blogger am Ende des Fragebogens die Möglichkeit, selbst individuelle Befragungslinks für ihr Blog anzufordern. Bitte geben Sie daher Ihre Links nicht an andere Blogger weiter, da sonst die Qualität der Daten beeinträchtigt wird.


Fragen

Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung: Anja.Briehl@uni-hohenheim.de


Herzlichen Dank für Ihre Teilnahme am Projekt und die Unterstützung meiner Abschlussarbeit!

Mit freundlichen Grüßen

Anja Briehl
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Universität Hohenheim
Institut für Kommunikationswissenschaft
Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft und Sozialforschung (540A)
Fruwirthstraße 49 (Kavaliershaus 2, Raum 014)
70599 Stuttgart

E-Mail: Anja.Briehl@uni-hohenheim.de
Webseite: https://kommunikationsforschung.uni-hohenheim.de/