Dienstag, 10. Dezember 2013

Namensfragen

Schon in früheren Blogeinträgen habe ich von meiner Theorie berichtet, nach der so manche Frage besser nicht gestellt werden sollte. Die Antwort könnte durchaus bleibende Verwirrung hervorrufen.

Andererseits bedarf das Stillen des männlichen Wissensdurstes nun doch, daß hin und wieder eben doch eine Frage zu stellen ist. Solange hiermit ein echter Informationsbedarf befriedigt wird, hat dies auch eine Berechtigung, welche ich keinesfalls in Zweifel zu stellen gedenke.

In einem Akt puren Leichtsinns und eher aus Höflichkeit denn aus echtem Interesse habe ich Rebecca eine Frage gestellt. Nämlich die, wie sie und Henning nach der anstehenden Vermählung denn heißen werden.

Ich sehe das eher leidenschaftslos. Die zweitbeste Ehefrau von allen hat zwar bei unserer Hochzeit meinen Familiennamen angenommen, ich hätte aber auch keine Probleme mit anderen Variationen gehabt. Nur meinen Familiennamen hätte ich nicht aufgegeben, das aber aus eher pragmatischen Gründen. Ich wollte mir keine komplett neue Unterschrift angewöhnen müssen.

Ja, das ist sicherlich für viele kein ernsthafter Grund, aber es lag wirklich nur daran. Ich habe täglich viel zu viele Unterschriftenzu leisten und lege Wert auf eine Wiedererkennbarkeit der Unterschrift. Dafür aber weniger auf Lesbarkeit, ich gebe es ja zu. Hätte ich in jüngeren Jahren geheiratet, bevor sich der Schwung der Unterschrift derart massiv einschleifen konnte, wäre es durchaus möglich gewesen,  daß ich heute anders heiße. Auch ein klangvollerer Name oder Doppelname hätte schon seinen Reiz haben können, aber aus jeglicher Kombination der Familiennamen meiner Angetrauten und mir ließ sich nichts klangvolles rausholen.

Trotz all der vielen Dinge, welche im Hinblick auf Rebeccas Hochzeit noch ungeklärt zu sein scheinen, erklärte mir sie freudestrahlend, daß die Namensfrage zwischen ihr und Henning schon vor fünf Jahren geklärt wurde.

Sie hatte seinerzeit vorgeschlagen, daß ihr Henning den Namen ihrer Familie annehmen könne. In der Familie gäbe es zwar reichlich namenstragenden Nachwuchs, aber da dieser durchweg weiblich sei und alle diese Namensträgerinnen dank eigener Eheschließung den Namen wechselten, wurde sie nun zur letzten Hoffnung, den Namen in die nächste Generation zu tragen.

Doch Henning hatte da eine andere Auffassung. Für ihn kam nur in Frage, seinen Namen zu behalten.

Daß jeder der beiden seinen Namen weiter trägt, stand für Rebecca nicht zur Debatte, und auch ein Doppelname erwies sich nicht als Option.

„Und dann standen wir vor fünf Jahren auf einem Weihnachtsmarkt und haben uns einen Glühwein nach dem anderen reingezogen. Mit richtiger Schlagseite haben wir das ausdiskutiert und zum Schluss Schnick-Schnack-Schnuck gespielt. Der Sieger durfte bestimmen. Und ich habe verloren. Doofer Stein.

Wir hätten doch best of three machen sollen, so habe ich im ersten Durchgang verloren und das war es dann.“

„Rebecca?“

„Ja, Paterfelis.“

„Erinnere mich daran, daß ich dir keine Fragen mehr stelle.“




Kommentare:

  1. Ist der gemeinsame Name jetzt also Müller ?;)

    VhG

    Andrea

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    1. Du glaubst doch nicht allen Ernstes, daß ich gefragt habe, oder?!

      Siehst'e, hättest du ruhig glauben können. Ich habe gefragt. Müller ist zu einfach. Es ist ein etwas komplexerer, ostpreußisch-polnischstämmiger Name, soweit ich das beurteilen kann. Zum Buchstabieren ist der mit Sicherheit keine Verbesserung zum jetzigen Namen.

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