Sonntag, 15. Dezember 2013

Gruß aus der Küche - Gebackener Feta mit Tomatensauce

Mitunter kommt es vor, daß missliche Umstände meinen sehr sorgfältig ausgearbeiteten Speiseplan durcheinanderwirbeln. Dies sind im Normalfall spontane Termine der zweitbestehen Ehefrau von allen, die es unmöglich machen, für sie ein Abendessen vorzubereiten oder etwas zwingend knoblauchhaltiges auf den Tisch zu stellen. Oder es fehlt an der Zeit, die aufändigere Variante des Abendessens herzustellen.

Es war wieder einmal so ein Tag, welcher meine Planung vereitelte. Den Grund habe ich zwischenzeitlich verdrängt, aber ich musste etwas Essbares aus zufällig vorhandenen Dingen zaubern. Praktischerweise hatte ich noch Reste von einem anderen Tag, an dem mir mein wunderbarer und sehr sorgfältig ausgearbeiteter Speiseplan… ihr wisst schon.

Ich wurde ein paar Mal die Treppe zum ehemaligen Metzelsaal rauf und runtergejagt, denn unten waren wir damit zugange, die gesammelten Nähartikel der zweitbesten Ehefrau von allen zu sammeln, zu sichten, umzupacken und zu katalogisieren. Die Zubereitung des Essens hingegen bedurfte einiger zeitlich getrennter Schritte und Überwachungen mit Zwischenpausen, welche ich nicht in der Küche zu verbringen gedachte. Unten gab es ja immer was zu tun. Selbst wenn ich mit einer Taschenlampe bewaffnet auf dem Boden herumzurobben hatte, um dort verloren gegangene bunte Perlen zu suchen, die farblich natürlich Ton in Ton mit unserem Teppich harmonierten...

Die Masse an hier im Haus vorhandenem Nähkram darf nicht unterschätzt werden. Da sich meine Angetraute dem Orientalischen Tanz verschrieben hat und nur das wenigste an Kostümen gekauft ist – so ein Kleid kostet wegen der unendlich vielen Handarbeit für den Glitzerkram, trotz Made in Egypt, ein Schweinegeld (ups, darf man das im Zusammenhang mit einer moslemisch geprägten Region so sagen?) - wird eben viel selbst geschneidert und verziert. Also kamen neben den ganzen gesammelten Stoffen und deren Resten auch tonnenweise Glitzerdinger und handwerkliche Hilfsmittel hinzu, welche es ebenfalls zu archivieren galt.

Wenden wir uns dem Rezept zu.

Im Kühlschrank fanden sich zwei Blöcke Feta. Sehr praktisch. In den Kellervorräten hatte ich auch noch einige Dosen gestückelter Tomaten entdeckt. Ja, passt. Dazu einige Gewürze und Zwiebeln. Das eingefrorene Ciabatta sollte auch seine Verwendung finden können.




Die Feta-Blöcke legte ich in zwei kleine Auflaufformen. Mit etwas Öl, Majoran, Thymian, Cayennepfeffer und weißem Pfeffer rührte ich eine Marinade an, die ich von allen Seiten (Unterseite nicht vergessen) auf den Feta pinselte. Danach ließ ich alles eine Stunde lang abgedeckt stehen.

Nach Ablauf der Stunde hob ich den Feta hoch und füllte in jede der Auflaufformen den Inhalt jeweils einer Dose der gestückelten Tomaten. Nun die Fetablöcke vorsichtig wieder aufsetzen, damit sie nicht zerbrechen.

Zwei Zwiebeln waren schnell in Ringe geschnitten und wurden auf Feta und Sauce verteilt. Alles bei 190 Grad für eine 20 bis 30 Minuten Stunde in den Ofen geben und heiß mit dem Ciabatta servieren.

Meine Angetraute hat die Tomatensauce noch mit Chiliflocken nachgewürzt, ich hingegen fand die ungewürzte Sauce in Kombination mit dem Feta angenehm kontrastreich.




Kommentare:

  1. sieht SAUlecker aus! (auch wenns vegetarisch ist). hoffentlich sind keine Perlen hineingeraten...
    und die 20bis30MinutenStunde führe ich mal auf der Arbeit ein ;-)

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  2. Sehr Appetitanregend, lieber Paterfelis. Leider mag mein Liebster überhaupt keinen Käse ;-( , weshalb ich mir das Rezept für einen Tag aufhebe, an dem er von seiner Mutter mit Steckrübeneintopf versorgt wird, den ich nun überhaupt nicht mag.
    Liebe Grüße von Felina, die auch einen riesigen Fundus an Perlen und Glitzerzeug ihr Eigen nennt, weil sie früher mal exzessiv Schmuck hergestellt hat.

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    1. Streckrüben? Wie gut, daß es den Feta als andere Auswahl gibt.

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  3. So. Und nun? Kein Feta mehr da. Schnell mal auf die Liste setzen :-)

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    1. Ein sehr löbliches Ansinnen, welches keinesfalls dem Vergessen anheimfallen sollte.

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