Sonntag, 1. Dezember 2013

Die einfachen Dinge

Der schon länger mitlesende Gast in meinem Blog wird sich vielleicht erinnern, daß die Zeit gegen Ende November / Anfang Dezember für mich regelmäßig bedeutet, für einige Tage Strohwitwer zu sein. Ich habe Urlaub, während die zweitbeste Ehefrau von allen sich für einige Tage mit Katja und der Baronin von und zu Weinstein in Duisburg auf einem Orient-Festival aufhält und dort Workshops zum Orientalischen Tanz und Shows besucht.

Zumeist nutze ich die Zeit, um unter dem Zeichen der Strohwitwerfahne all die schönen Dinge in Angriff zu nehmen, zu denen ich nicht komme, wenn meine Angetraute anwesend ist. Dazu gehören so simple Dinge wie das Ansehen aller drei Herr der Ringe-Filme hintereinander, aber auch das Kochen von Gerichten, die meine Angetraute nicht mag.  Oder – heimtückisch wie ich bin – das Auf- und Wegräumen bzw. Wegwerfen von Dingen, die hier schon lange im Weg herumstehen.  So kann mir niemand dazwischenfunken, was weg ist, das ist weg. Abgeschlossen mit einem Kanzlerwort: Basta!

Dieses Jahr war alles anders. Ich konnte meinen eingetragenen Urlaub nicht antreten; die Umstände im Büro ließen es nicht zu. Die zweitbeste Ehefrau von allen trieb sich auch nur über ein verlängertes Wochenende auswärtig herum. So kam das Gefühl für die Strohwitwerfahne nicht auf. Ich hisste sie also nicht.

Auf meinem Spezial-Speiseplan stand auch nur ein süß-scharfer Schnitzeltopf, angeblich nach Balkan-Art, aber die darin enthaltene Ananas lässt mich doch an dieser Herkunft zweifeln. Eingekauft hatte ich alles, aber irgendwie fehlte mir auch zu diesem Gericht der Sinn, so daß ich es gar nicht erst zubereitet habe. Ich werde das Rezept heute wohl so abändern, daß meine Angetraute auch davon essen kann, wenn sie wieder da ist. Oder ich mache ganz etwas anderes. Mal sehen, was Küche und Keller so hergeben.

Also was tun? Irgendetwas muß doch machbar sein! Wäsche waschen. Tolle Sache, mache ich im Alltag ja auch immer. Wir hatten in letzter Zeit den Verdacht, daß hier im Haus ein Problem mit dem Abwasser entsteht und Handwerker bestellt, welche sich der Sache mal annehmen sollten. Bis dahin hat es sich – rein vorsorglich – empfohlen, nicht zu viel Abwasser zu produzieren. Es will ja keiner eine Überschwemmung im Keller sehen. Freitag waren die Handwerker da und gaben Entwarnung. Also verbrachte ich das Wochenende an der Waschmaschine. Es war viel liegen geblieben, und aufgrund der sportlichen Aktivitäten meiner Angetrauten kommt da noch ordentlich mehr hinzu als bei einem Zweipersonenhaushalt üblich.

Der unterhaltsame Aspekt der Sache ist natürlich übersichtlich.

Doch letztendlich habe ich tatsächlich was getan, was ich nur zu dieser besonderen Strohwitwerzeit veranstalten kann. Ich habe mir das Abend- und Nachtprogramm im öffentlich-rechtlichen Radio angehört. Ganz simpel.

Manchmal sind es eben die einfachen Dinge, die doch so besonders sein können.

Und jetzt mache ich die Katzenbande flott. Der böse Onkel Staubsauger hat sich angekündigt. Ach so: Die Musik im Radio erinnert mich daran, die Türdekoration von Herbst auf Vorweihnachtszeit zu ändern.

Schönen ersten Advent euch allen da draußen.



Kommentare:

  1. :-) Du hast es wirklich manchmal schon sehr schwer!

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    1. Endlich erkennt es jemand. Aber wieso "manchmal"?

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  2. Hallo,
    mit der Kocherei gibt es bei uns Parallelen. 2x pro Woche ist meine bessere Hälfte zur Abendschule, da darf ich meine Kinder bekochen. Da koche ich gerne etwas, meine Gattin ansonsten nicht mag bzw. was nicht bei uns gekocht wird z.B. Pfannkuchen, Hähnchenschenkel, Frühlingsrollen mit Huhn drin usw. Achja, übrigens eine interessante Idee, über die Kocherei einen Post zu schreiben. Koch-Blogs sind mir sonst zu eintönig; aber eine Geschichte darüber zu schreiben, so etwas lese ich viel lieber ...

    Gruß Dieter

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    1. Ich auch. Aber das Leben gibt nicht immer genug Stoff für eine Geschichte zum Rezept. Dürfte aber auch besser sein. ;-)

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  3. Urlaubssperre trotz Wechsel einer SB V. in SSB R. ? Macht bestimmt Sinn, kann ihn nur grad nicht erkennen... Und aus den Chaos sprach eine Stimme... lächle und sei froh es könnte schlimmer kommen... Jenny

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    1. Die Umstände, die Umstände... Ich bekomme dieses Jahr noch die Gelegenheit, meinen Resturlaub aus dem letzten Jahr zu nehmen. Und meine Überstunden zu halbieren, bevor sie am Jahresende gekappt werden. Immerhin...

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  4. Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag, ist Zeit, dass du in die Gänge kommst.
    Kochen/Abwaschen/Staubsauger/Türdekoration....wie lange bist du Strohwitwer???

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    1. Kochen, Abwaschen, Aufräumen, Staubsaugen, Staubwischen, Bodenwischen, Unkrautjäten, Bügeln, Katzenklos reinigen, Einkaufen - hallo? Das ist mein Alltag, das mache ich immer. Wäre ich eine Frau, würde man mich jetzt angemessen bedauern und über die blöden Kerle meckern. Da werde ich doch mal ein einziges Wochenende... hach, niemand versteht mich.

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  5. Ich will Frühling! Alles so grau....
    Hab eine gute Woche.

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    1. Hier ist strahlender Sonnenschein bei trockener Kälte. Ich schicke dir ein paar Strahlen rüber.

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