Montag, 4. November 2013

Messebesuch

Die Spielemesse in Essen ist seit ein paar Tagen beendet. Sie fand mal wieder ohne uns statt. Das liegt zunächst an der doch nicht unbedeutenden Entfernung, aber auch an dem nicht vorhandenen Geld, welches wir vor Ort lassen würden, um uns mit neuen Spielen einzudecken, die mangels Gelegenheit wahrscheinlich sowieso niemand mehr spielen würde.

Vor Jahren waren wir noch regelmäßig vor Ort. Stundenlang haben wir das durchgehalten und ein Vermögen in Spiele investiert. Und in Tabletop-Püppies. Die mitunter günstigen Messepreise für Neuerscheinungen sowie die überall vorhandenen preiswerten Antiquariate für ältere Dinge haben dafür gesorgt, daß wir unseren Eintrittspreis und die Reisekosten immer wieder herausbekommen haben.

Wichtig ist auch, früh vor Ort zu sein, um den fußläufig erreichbaren Parkplatz unmittelbar vor dem Haupteingang noch in Anspruch nehmen zu können. Man stelle sich vor, ansonsten mit der ganzen Beute in einem überfüllten Pendelbus zu einem entfernt gelegenen Parkplatz kutschiert werden zu müssen.

Nett sind auch immer die vollkostümierten LARP-Spieleranzusehen. Das ist kein Karneval, sondern hat eine eigene Qualität.

Phobisch bedingt ist es mir allerdings nie gelungen, an den überall angebotenen Spielerunden teilzunehmen, in denen Neuerscheinungen für den potentiellen Kunden vorgeführt werden und dieser zum Mitmachen animiert wird. Aber das macht nichts, beschäftigen konnte ich mich auf der Messe immer.

Unvergesslich war ein Besuch, in dessen Rahmen die zweitbeste Ehefrau von allen als preisreduziertes Objekt ihrer Begierde das Spiel Carrom erstanden hat. Das Spielbrett besteht aus Holz, ist wirklich groß und – schwer. Ratet mal, welcher Idiot es zwar sicher verpackt aber dennoch unhandlich durch die Messehallen bis zum Auto schleppen durfte. Na? Richtig. ICH. Nicht genug damit, daß der Weg sich hinzog und auch über Treppen führte, nein, ich musste das Teil ja auch durch die Menschenmassen bewegen, welche sich immer mehr verdichteten, je näher wir dem Eingang kamen, der uns nun als Ausgang dienen sollte.

Heute steht das Brett wie die meisten anderen Spiele auch im Keller und staubt vor sich hin. Sehr bedauerlich.

Trotzdem vermisse ich die Messebesuche einfach.

*snief*


Kommentare:

  1. Wie wär´s damit die Spiele auszusortieren und nur noch die zu behalten, die wirklich Spaß machen? Dann kann man sich auch mal wieder ein oder zwei Neue anschaffen?

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    1. Aussortieren ist schon längst erledigt. Und Neuanschaffungen lohnen nicht, weil zur Zeit und auf unabsehbare Zeit niemand da ist, mit dem wir oder ich spielen könnten. Es handelt sich aber auch teilweise um sehr spezielle Spiele, die wirklich nicht jedermanns Geschmack sind.

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  2. Hallo,
    unser Sohnemann ist ja total infiziert vom Spiele-Virus - allerdings Online am Rechner, wo er sich tagelang verbarrikadieren kann. Spiele sind ansonsten keine uninteressante Beschäftigung. Zumindest mit unserer Kleinen könnten wir häufiger Mau-Mau, Mensch-ärgere-Dich-nicht oder Scrabble spielen. Ist bei mir halt ein Problem, dass die freie Zeit relativ begrenzt ist.

    Gruß Dieter

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    1. Tja, bei der Wahl zwischen Pseudo-3D und echtem 3D stinkt das Greifbare irgendwie ab. Dabei gibt es so geniale Brett- und Kartenspiele, von denen die Anhänger des Virtuellen bestimmt noch die gehört haben.

      Genieße die Zeit mit deiner Kleinen, so lange sie noch spielen möchte.

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