Dienstag, 26. November 2013

Grünfutter

„PATERFELIS!“

Was war denn jetzt los? Sonst kommt dieser vorwurfsvoll mahnende Ausruf doch immer am Ende, nachdem ich ein ungemein passendes Bonmot von mir gegeben habe, welches mein Umfeld zumeist – natürlich nur rein subjektiv und von daher vollkommen realitätsfern – als Bösartigkeit empfindet.

Nun aber saß ich friedlich an meinem Schreibtisch, sprach kein Wort und war bis vor wenigen Augenblicken weitgehend in eine Akte versunken. Dabei versuchte ich, ein höchstrichterliches Urteil in eine für meinen Kunden verständliche Sprache zu übersetzen. Es ging um die Nachforderung eines fünfstelligen Betrages; ich musste dem Kunden vermitteln, daß ich die Forderung durchaus nicht als verspäteten Aprilscherz verstanden wissen wollte. Spannende Sache.

„Sven, was willst du?“

„Du hast Grünzeug in der Hand.“

„Ja, eine Nashi.“

„Boah, bitte nicht diese Babysprache.“

„Das ist keine Babysprache. Das Teil heißt so.“

„Nie gehört.“

„Das ist eine Birne. Sieht aus wie ein Apfel. Schmeckt auch wie ein Apfel. Nur mit einem Schuss Birne.“

„Schön. Und dabei ist heute nicht mal Welt-Vegetariertag.“

Es ist ja nicht so, daß ich gar kein Obst essen würde. Es ist meistens nur so unpraktisch. Die natureigene Verpackung lässt in vielen Fällen eine einfache Handhabung nicht zu, austretender Saft beim Abbeißen sorgt für das Erfordernis, nach dem Verzehr duschen zu müssen und die Anwendung als Solches kann einen gewissen Lärmpegel erzeugen. Wenn es allerdings zurechtgeschnitten ist oder natürlicherweise bereits verzehrfertig wie zum Beispiel Weintrauben, dann ist es schon in Ordnung.

„Ja, heute ist kein Vegetariertag. Deswegen esse ich es ja.“

„Mann, du machst Sachen.“

Ja, ich bin schon ein kleiner Rebell.


 

Kommentare:

  1. Antworten
    1. So wie Pflaumensaft das richtige Getränk für einen klingonischen Krieger ist, so ist eine Nashi Obst für richtige Männer.

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  2. Ich mag eigentlich recht wenige Obstsorten. Bananen, nur eine bestimmte Sorte Äpfel und Erdbeeren. Aber die Nashi-Birne gehört auch noch dazu, bekomme ich sogar frei Haus aus dem Garten der Schwägerin. *ätsch*

    Und genau, mit kleinen Schritten wird man großer Rebell. Nur nicht das Ziel aus den Augen verlieren.^^

    Gruß Rotzlöffel

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    1. Da bin ich sehr zielorientiert.

      Aus dem Garten der Schwägerin? *Neid*

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  3. Paterfelis - der der die Nashi nascht! (Entschuldige, der Kalauer musste einfach sein!) ;-)

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