Montag, 21. Oktober 2013

Vegetariertag - 1. Akt

„Oh, das ist aber sehr löblich von dir.“

Irgendwie klang Svens Aussage wenig glaubhaft. Ein leicht unterschwellig, kaum zu erahnender Klang in seiner Stimme verriet mir, daß er es nicht so ganz, also nicht aus reinstem Herzen, wirklich so meinte, wie er es formulierte.

„Waff willft du?“ schmatzte ich ihn an und entfernte einige hinausgefallene... ach, lassen wir das.

„Heute ist Welt-Vegetariertag. Die GRÜNEN debattieren nur darüber, die Amerikaner machen das einfach. Und du bist gerade auch nicht dabei, dir ein Wurstbrot einzuverleiben.“

Vegetariertag? So weit kommt es noch. Aber…

„Mift, if habe heute tatfäflif kein einfigef…“ – endlich konnte ich schlucken. So ab 100 Gramm Ladevolumen im Mund neigt meine Sprache doch dazu, etwas undeutlich zu werden. „…Brot dabei, auf dem sich fleisch- oder wurstartiger Belag befindet.“

Wie gut, daß sich auf dem Brot der Calvé Pindakaas met stukjes noot aus dem Glas mit dem gelben Deckel befand und nicht etwa der Calvé Pindakaas mit ohne Stückchen aus dem Glas mit dem braunen Deckel, welcher einem immer den Gaumen so verklebt. Merkt euch das endlich mal, das ist wichtig. So konnte ich endlich wieder verständlich sprechen. Ansonsten hätte das noch gedauert.

Sven wusste in unserer Fleischlosigkeitsproblematik Rat.

„Soll ich dir heute Mittag einen Döner mitbringen? Ich habe für mich schon zu Hause Spaghetti Bolognese eingepackt. Irgendwie muß man ja Widerstand leisten.“

„Jau, gute Maßnahme. Mach mal.“

So harrte ich der Dinge, die da kommen sollten.


(wird fortgesetzt)


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