Mittwoch, 16. Oktober 2013

Noch mehr Türmereien

Große Probleme beherrschen mich zur Zeit im LASA. Also wirklich richtig große Probleme. Dagegen erscheint der ganze andere große Scheißkram wie ein kleiner Fliegenschiss.

Vor einiger Zeit habe ich mich bereits dazu geäußert, daß einige Kollegen ihre Papiersammlungen nicht mehr unter Verwendung von Pappheftern zu ordentlichen Akten verarbeiten, sondern Klarsichthüllen verwenden. So lange wir keine Papphefter, also Aktendeckel, geliefert bekamen, war das schon ärgerlich genug, aber im Ansatz wenigstens begründbar.

Zwischenzeitlich hat uns endlich mal wieder eine Lieferung leerer Aktendeckel erreicht. Doch jetzt haltet euch fest, es ist unglaublich. Die Bequemlichkeit hat Einzug gehalten. Angeblich spart es Zeit, wenn das ganze Papier einfach lose in die Hüllen gesteckt wird. Außerdem möchten einige zartbesaitete Kollegen die Metallklammern nicht anfassen, mit denen das Papier in den Aktendeckeln befestigt wird. Ja, die Dinger können schon gefährlich sein und bei ungeschicktem Gebrauch Schnittverletzungen verursachen. Aber hey, das ganze Leben ist gefährlich und endet im Regelfall mit den Tod. Also keine falsche Zurückhaltung. Nach ein paar Jahren sind die Finger narbenübersäht und verhornt, dann gibt es keine Schnitte mehr. Da kommt nichts mehr durch.

Ich fasse es einfach nicht. Das grenzt schon an Sabotage.

Nach wie vor halten insbesondere der Ökoklaus und ich als dienst- und fast auch lebensälteste Jünger Sankt Bürokratius‘ in unserer Außenstelle diese Art des Aktenbaus für ausgesprochen unerfreulich, ja geradezu frevelhaft. Das ist auch eine Stilfrage. Und wir haben einen weiteren Grund gefunden, uns anhaltend gegen die Verwendung dieser Hüllen auszusprechen: Man kann damit keine Türme bauen! KEINE TÜRME! Stellt euch das mal vor. Keine großen Türme, keine mittleren Türme und auch keine kleinen Türme. Nicht mal einen nennenswerten Mini-Stapel.

Es funktioniert einfach nicht. Ein oder zwei dieser Hüllen, verarbeitet in einem Aktenturm, lassen diesen ausgesprochen instabil werden. Die Oberfläche der Plastikhüllen ist viel zu glatt. Da hält nichts drauf. Vielleicht ein Klebezettel. Klebezettel sind keine Akten und damit vollkommen unbedeutend. Aber es ist im Moment einfach unabdingbar, Akten zu Türmen aufstapeln zu können. Die Schränke sind zum Bersten voll.

Selbst ein einfacher Stapel aus mehreren Hüllen lässt sich nicht bilden. Hatte ich das schon erwähnt? Ab der dritten, spätestens aber der vierten verwendeten Hülle rutscht alles zur Seite weg. 

Das muß endlich ein Ende haben.

Zeitersparnis? Pah.


Kommentare:

  1. Sandpapier. Die Lösung ist Sandpapier. Damit bearbeitet man die Plastikhüllen, und schon rutscht nichts mehr. Ich weiß aber nicht, ob es Sandpapier aus ökologischem Anbau gibt.

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    1. Ich bin kein Öko. Der Ökoklaus muß dann eben damit leben. Wie schön, endlich ist unser Hausmeister wieder sinnvoll beschäftigt.

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