Donnerstag, 3. Oktober 2013

Möhren

Die Zeit, zu der wir uns im LASA der Anwesenheit von Frau Bernemann erfreuen konnten, neigte sich dem Ende zu. Sie hatte gekündigt und anderen Ortes eine neue Beschäftigung gefunden. Wir gönnten es ihr, denn die bei uns vorherrschende Arbeitssituation hatte sie gesundheitlich schon in einem mehr als bedenklichen Maß angegriffen.

Zu Beginn ihrer letzten Woche veranstalteten wir ein gemeinsames Frühstück, mit dem wir uns bei ihr verabschieden wollten. Auch ich überwand mich aufgrund des Anlasses und beehrte die Kollegen ausnahmsweise mit meiner Anwesenheit.

Der Tisch war schlicht aber ansprechend gedeckt; es gab neben frischen Brötchen auch Süßkram, Salzgebäck sowie Essiggurken und Möhren zum Knabbern.

Der Verzehr einer Essiggurke durch unsere weiblichen Mitarbeiter unterliegt dabei stets einer intensiven Kommentierung durch uns, wird dies doch regelmäßig als ein erster Hinweis auf eine bestehende Schwangerschaft gedeutet. Insbesondere dann, wenn in kurzem zeitlichen Abstand noch schokoladige Nahrungszufuhr erfolgt.

Möhren hingegen werden allgemein als harmlos erachtet. Der routinierte Leser meines Blogs wird sich erinnern, daß insbesondere Trudi ausgeprägte Gelüste in Richtung dieses Wurzelgemüses hegt. So fragte ich sie, ob sie denn auch eine Möhre haben möchte.

„Nein, brauche ich nicht mehr, ich habe doch jetzt wieder einen Freund.“

Stille. Sich dezent bildende Röte in Ihrem Gesicht.

Und dann ertönte eine Stimme aus der Runde:

„PATERFE… ähm, TRUDI!“



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen