Mittwoch, 2. Oktober 2013

Clowns oder was?

Mein Lieblingsplatz im Bus war besetzt. Von einer Neuen unserer Runde der morgendlichen Busnutzer. Ist ja schon unverschämt. Ich meine, die kann sich doch nicht einfach da hinsetzen, bloß weil sie eine oder zwei Stationen vor mir in den Bus einsteigt. Was fällt der ein? Und dann ist das noch so eine Schnepfe, die sich auf die Innenseite (Gang) der Bank setzt und ihre Tasche auf dem Außenplatz (Fenster) neben sich abstellt. Das macht die bestimmt nur, damit sich keiner neben sie setzt. Denn dazu müsste man sie anquatschen und fragen. Macht kaum einer.

So setzte ich mich auf den freien Platz in der ersten Reihe rechts. Von da aus kann man die Ereignisse voraus auch viel besser wahrnehmen. Und auch das Multifunktionsgerät des Fahrers, mit dem er angezeigt bekommt, ob er noch im Zeitplan ist bzw. wie weit er abweicht. Das beobachte ich immer wieder minutenlang, teilweise während der ganzen Fahrt. Irgendwie kann mich das total fesseln.

Ja, ich weiß, laaaaangweilig.

Muß man nicht verstehen. Ich verstehe es auch nicht.

Während ich das Gerät wieder im Blick hatte, begegnete uns ein entgegenkommender Bus. Üblicherweise grüßen sich die Fahrer zu diesen Gelegenheiten. Gerne wüsste ich, ob sie das nur bei der ersten Begegnung am Tag machen oder auch, falls sie sich später nochmal über den Weg fahren. Heute aber zog der andere Fahrer statt der üblichen grüßenden Handbewegung eine Grimasse. Und steckte unserem Fahrer die Zunge raus. Soweit ich es in der Spiegelung der Scheibe sehen konnte, reagierte unser Fahrer entsprechend. Hmmm…

Nach ein paar Minuten kam es zur nächsten Begegnung. Wieder wurden Grimassen ausgetauscht. Und wieder. Und noch eine. Den ganzen Weg lang, bis ich aussteigen musste.

Hat da jemand einen Clown gefrühstückt? Eine Wette verloren? Fragen über Fragen.

Aber es ist schön zu wissen, daß man mit gut gelaunten Fahrern unterwegs ist.



Kommentare:

  1. Hmpf, ich wollte eigentlich nachher auch einen Blogeintrag über Leute in Bus und Bahn schreiben, die sich auf den Außensitz setzen und nicht auf den freien Fensterplatz und/oder den Platz neben ihnen mit einer Tasche besetzen. Was ich ja auch nicht mag, ist, wenn man vom Fensterplatz aufstehen will und der Sitznachbar sich einfach nur zur Seite dreht statt einfach mal kurz aufzustehen, so dass man auch vernünftig ohne große Verrenkungen vorbei kommt.

    Aber die Sache mit den Grimassen ist spannend.

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  2. Schreib ruhig deinen Eintrag, ich werde dir keinen Plagiatsvorwurf machen. Oder wird das eine Doktorarbeit? ;-)

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  3. 1. Warum hast Du den Busfahrer nicht gefragt? Aber das kannst Du ja noch nachholen.
    2. Ich bin auch ein "Tasche neben mich Leger". Und ich mache das nicht, weil ich niemanden neben mir haben will, sondern weil sie meist groß und schwer ist. Ich lege sie mir dann gerne bei Bedarf auf die Beine. Ich finde nur Leute blöd, die sich Kommentarlos fast draufsetzen, ohne mir Zeit zu lassen sie weg zu nehmen. Aber jetzt verstehe ich das, die trauen sich nicht was zu sagen...
    Und frag den Busfahrer! Vielleicht war Vollmond und es bedeutete" Nur bekloppte unterwegs".

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  4. Ich stelle nur Fragen an das Leben als solches, aber keinesfalls und niemals nicht in unmittelbarer, persönlicher und vor allen Dingen verbalkommunikativer Form an mir vollkommen unbekannte Menschen.

    http://paterfelis.blogspot.de/p/die-phobie.html

    Bei der Tasche der Dame handelt es sich um eine typische Frauenhandtasche. Hmmm, also könntest du Recht haben. Frauen neigen ja dazu, den halben Hausrat mit sich herumzuschleppen und auf kleinstem Raum unterzubringen. Was das Gewicht nicht reduziert.

    Und nein, ich werfe jetzt keinen Euro in die Chauvi-Kasse. Was wahr ist, muß wahr bleiben.

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  5. Ok., verstanden.
    Ich frag´ dann mal meine zahlreichen Busfahrer-Kunden. Vielleicht haben die eine Erklärung.

    Könntest Du wenigstens auf einen Sitzplatz zugehen, auf dem eine Tasche "sitzt", um dem Inhaber damit zu signalisieren, dass DU gerne dort sitzen würdest? Also nonverbal?

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  6. Nein, könnte ich im Normalfall nicht. Auch das wäre eine Form der unmittelbaren Kommunikation, welche das - wenn auch geringe - Restrisiko einer (subjektiv mich als Person) ablehnenden Reaktion in sich birgt, was weiterführend zu einer Auseinandersetzung führen könnte.

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  7. Ich würde mich sicher freuen, wenn Du Dich neben mich setzt. Vielleicht stellst Du Dir einfach das nächste mal vor, wenn Du Dich neben eine Frau mit Tasche setzen willst, dass ich das vermutlich bin.:-) Erkennungszeichen: schwarze Messenger-Tasche. Geht das?

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  8. Ist eine Frage der Tagesform - und dem Erkennen einer Messenger-Tasche. Du glaubst doch nicht wirklich, daß ich weiß, was das ist? :-D

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  9. *seufz*

    Guckst du hier: https://www.google.de/search?q=messenger+bag&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=ONpTUrLyBIeQhQf344DwCQ&sqi=2&ved=0CAcQ_AUoAQ&biw=1347&bih=655&dpr=1

    Du hast sogar selber welche.......

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  10. Was ich alles habe. Weiß ich ja gar nicht...

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