Dienstag, 17. September 2013

Verschwörung

Einmal recken und strecken. Ja, so ist es fein, mein Luxuskörper will auf das Aufstehen vorbereitet werden. Nanu, bin ich etwa alleine im Bett? Ich bewege meine Beine vorsichtig zur Seite. Es lässt sich kein Widerstand spüren, der auf eine Katze hindeutet. Dann kann ich mich ja nochmal richtig mit Schwung herumdrehen. Ist ja auch mal nett. Aber irgendwann finde ich dann doch die Muße, die Koje zu verlassen. Ist mir hier ohnehin zu warm geworden.

Ich wuchte mich hoch und werde fast von Marty umgerannt, dicht gefolgt von Lilly. Jogging am frühen Morgen? Seid ihr noch ganz dicht? Ich werfe einen Blick ins Wohnzimmer. Sally liegt auf dem Monster. Alles soweit in Ordnung. Wo ist Smilla? Ah ja, ganz klein zusammengerollt sie in ihrem Topf im Schlafzimmer. Hätte ich beim Rausgehen schon bemerken können.

Der nächste Weg führt mich ins Mädchenbad. Hier steht ein überdimensionales Jumbo-Katzenklo. Ich hocke mich davor hin, schnappe mir die Schaufel und den Plastikeimer. Das Jumbo-Klo will gereinigt werden. Ich öffne den vorderen Teil der Abdeckhaube, als etwas Schwarzes sehr zielorientiert an mir vorbeischleicht. Das Schwarze betritt das Klo und macht dort, was man dort eben als Katze so macht. Ich schließe die Haube. Nö, Sally, da mache ich jetzt und unmittelbar, nachdem du deine Hinterlassenschaften immerhin ordentlich verbuddelt hast, nicht sauber. Das muß schon noch etwas antrocknen. Also wird die Reinigung auf den Nachmittag verschoben, so lange kann ich jetzt nicht warten.

Treppe runter, Gartenzimmer. Das nächste Katzenklo erwartet mich. Ich nehme die Haube ab, als sich etwas grau-weißes Muskulöses an mir vorbeischiebt. Oh, hallo Marty, ausgejoggt? Ja, lass ruhig laufen, es stört mich nicht weiter. Haube drauf, noch während der Kater pinkelt. Arbeit für den Nachmittag.

Ich schleppe mich ins angrenzende Badezimmer. Mich erwarten ein Katzenklo und die Dusche. Mein erster Blick bestätigt mir sofort, daß ich mich nicht um das Klo kümmern muß. Zumindest jetzt nicht. Ein Katzenschwanz hängt raus, Smilla oder Lilly. Das lässt sich jetzt nicht unterscheiden. Und ich kann nicht ausschließen, daß Smilla sich zwischenzeitlich aus ihrem Topf kommend an mir vorbeigeschlichen hat.

Also warte ich mit dem Duschen, bis die Katze fertig ist, damit ich die Badezimmertür schließen kann. Ich bin ein Warmduscher im Wortsinn - die zweitbeste Ehefrau von allen würde das eher als eine heißere Sache bezeichnen, wenn ich unter der Dusche stehe - und neble stets das ganze Badezimmer ein. Auch ein offenes Fenster hilft da nicht viel. Zumindest nicht auf die Schnelle. Das will ich den lieben Kleinen nicht antun.

Katze verlässt das Klo; ich identifiziere sie als Lilly. Ich will die Tür schließen, als Lilly sich entscheidet, nochmal auf das Klo zu gehen. Ach du Sch…ande, sie fängt direkt an zu scharren. Also droht ein großes Geschäft. Lasse dir ruhig Zeit, Kind. Ich mag dich auch. Und bevor es atemberaubend wird, drücke ich schon mal den neben dem Menschenklo angebrachten Dufti. Ah, ich höre wieder Scharrgeräusche. Die Dame ist fertig.

Raus jetzt, ich will endlich duschen. Und beim nächsten Mal wartet ihr gefälligst mit euren Toilettengängen, bis ich saubergemacht habe.


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