Sonntag, 22. September 2013

Umgefallen

Wenn ich etwas absolut nicht leiden kann, dann ist das ein dickes Portemonnaie. Zumindest nicht, wenn das Volumen dieses Portemonnaies auf ein Übermaß an Münzen im Kleingeldfach beruht. Scheine hingegen würde ich durchaus tolerieren. Ich bin als grundsätzlich weltoffener Mensch der Ansicht, daß man nicht alles so eng sehen muß.

Um nun das Münzgeldvolumen zu reduzieren, leere ich das Kleingeldfach meines Portemonnaies immer wieder aus. Die entnommenen Münzen wandern nach Nominal sortiert in leere Kaugummidosen. Hin und wieder ist es ja sehr praktisch, über einen gewissen Vorrat zu verfügen. Dies gilt umso mehr in Zeiten, in denen die meisten Banken Münzgeld nicht mehr ohne Gebührenaufschlag herausgeben. So konnten wir das Wechselgeld für den Getränkeverkauf im Rahmen der Show ebenso unserer Geldreserve entnehmen wie auch einen ganzen Sack voll Gold für ein Geburtstagsgeschenk. Ich hatte damals noch ein kleines Würfelsäckchen als Überschuss in meinem Fundus, welches ich mit 50 Euro in 50 Cent-Münzen füllte. Die Legierung, aus dem diese Münzen bestehen, nennt man auch Nordisches Gold, so daß das sehr schön passte. Auch wenn sich das Geburtstagskind Bargeld für eine größere Anschaffung wünschte, finde ich es immer ziemlich doof, einfach einen Schein in einen Umschlag zu packen.

Nun haben meine Angetraute und ich die verbliebenen Münzen einem dankbaren Abnehmer zukommen lassen und dafür entsprechendes Papier erhalten. Dies haben wir zuletzt vor 2 ½ Jahren gemacht. Es war schon überraschend, wie viel da in der Zwischenzeit zusammengekommen ist. Der Betrag lag deutlich über 400 Euro.

Vor einiger Zeit berichtete ich ja schon, daß ich mein Tabletop-Hobby auf Eis gelegt habe. Und daß die Spieleschmieden mich nun jagen und wieder zurücklocken wollen. Sie haben es im Ansatz geschafft. Ich bin dank des überraschenden Geldsegens umgefallen und habe mir ein Regelbuch für ein historisches Tabletop sowie sechs Piratenfiguren gekauft. Im Hinterkopf hatte ich zumindest bei den Modellen den Gedanken, daß ich für das zugehörige Spiel namens Freebooter’s Fate eine zweite Mannschaft benötigen würde, falls ich mal auf jemanden stoße, der Interesse hat und gerne mal ein Probespiel bestreiten würde. Dies funktioniert mit nur einer Mannschaft tendentiell schlecht, und mit Ersatzfiguren proxen – so nennt man die Verwendung von anderen Figuren als den dafür vorgesehenen – funktioniert hier nicht so gut.

Nun kam das Paket an. Und ich muß ehrlich sagen – ich habe mich nicht sehr darüber gefreut. Schon nach der Bestellung nicht mehr. Die Ware war in Ordnung, aber der Umstand, daß ich wieder umgefallen bin, bloß wegen einer geringen Aussicht auf das Eintreffen einer bestimmten Situation, ärgert mich sehr. Ich fürchte, die Sachen werden wie so viele andere Dinge sinnlos eingelagert.

Schade ums Geld. Aber wer weiß, vielleicht...


Ein Paket - vom Püppie-Dealer meines Vertrauens

 
Mjam, Füllmaterial aus Maisstärke


Der Stoff, der süchtig macht



Kommentare:

  1. Man könnte es auch zurück geben...

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  2. Auf gar keinen Fall! Ich will es ja auch haben. UNBEDINGT!

    Hallo, mein Name ist Paterfelis, und ich bin Tabletop-Süchtiger.

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    1. Ich kann das gut nachvollziehen. Mein Name ist chat noir und ich bin schokoladensüchtig, sticksüchtig (aber nur Kreuzstich, das zählt nur halb), lesesüchtig, PC-süchtig, .......

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