Freitag, 6. September 2013

Nichts darf man

Unsere Terrasse ist von einem Holzzaun eingerahmt. Dieser dient in erster Linie dem Sichtschutz und ist an den entsprechenden Stellen entsprechend hoch. Um nicht ganz so wie in einem Kasten zu sitzen und auch noch einen Blick auf den Garten werfen zu können, fällt dieser Zaun in längeren Teilen deutlich ab und dient nur noch als Begrenzung. Vor unserer Terrasse befindet sich noch ein Stück unseres Steingartens, der an dieser Stelle mit einem großen Lavendelfeld versehen wurde. Bei Insekten im Allgemeinen und Hummeln im Speziellen erfreut sich dieser Lavendel ausgesprochener Beliebtheit, was uns auch nicht weiter stört. Besser, die Flugviecher umkreisen den Lavendel als uns, wenn wir uns draußen aufhalten.

Unser Garten ist weitgehend offen gestaltet, was nicht nur Kinder immer wieder dazu veranlasst, diesen ohne Erlaubnis zu betreten. Und das, obwohl es eindeutig erkennbar ist, daß hier keine öffentlich nutzbare Freifläche vorliegt. Ich rede hier nicht nur von Kleinkindern, welche den Unterschied zwischen allgemein zugänglicher Fläche und Privatbesitz noch nicht unbedingt (er)kennen müssen. Sollte es irgendwann mal wieder erforderlich sein, einen Garten zu gestalten bzw. gestalten zu lassen, wird dieser wieder einen Zaun bekommen. Soviel steht fest. Der nachträgliche Aufbau eines Zaunes wäre zwar möglich, würde aber den uns zur Zeit möglichen finanziellen Rahmen sprengen, da zu viele Anpassungsarbeiten erforderlich wären.

Wir saßen im Wohnzimmer, als wir plötzlich hörten, wie Kieselsteine aus unserem Garten gegen den Zaun geworfen wurden. Die zweitbeste Ehefrau von allen sprang vom Sofa auf, sah das Kind, das mit den Steinen offensichtlich die Hummeln bewarf und dabei nicht selten auch unseren Zaun traf. Sie wies das Kind mit deutlich erhobener Stimme darauf hin, daß es dies gefälligst zu unterlassen habe.

Die auf der Straße wartende Mutter des Kindes reagierte insgesamt äußerst unwirsch und meinte zu dem Kind

„Na komm, ich habe dir doch vorhin schon gesagt, daß die Alte wieder meckert. Hier darfst du gar nichts.“

Stimmt, gute Frau, ihr Kind darf in unserem Garten gar nichts. Es darf ihn noch nicht mal betreten. Und es darf auch nicht, weder von innerhalb noch von außerhalb, mit Steinen unser Eigentum bewerfen. Und wenn sie das schon wissen, warum wirken sie nicht entsprechend erzieherisch auf ihr Kind ein, damit es vielleicht etwas Respekt vor dem Eigentum anderer lernt? So als Maßnahme für die Zukunft, in der das Kind eigenverantwortlich mit anderen in einem Gemeinwesen zusammenleben muß?

Kann mir mal jemand sagen, was hier heute in unserer Gesellschaft schief läuft?


Kommentare:

  1. Hach, was bin ich froh, daß es nich jemanden gibt, der sich das fragt!
    Wir sind zwar selbst kinderlos, aber a) besitze ich einen gesunden Menschenverstand, b) war ich selbst auch mal Kind und hatte gewisse Regeln zu befolgen, ohne großen Schaden genommen zu haben und c) verstehe ich in erster Linie solche Mütter (Väter, Eltern) nicht, die daneben stehen und es geschehen lassen. Der anschließende unverschämte Spruch lässt auch nicht hoffen, daß sich da etwas daran ändert. *kopfschüttel*
    Ich frage mich, wie solche Kinder später als Erwachsene im Berufsleben zurechtkommen sollen, wenn man ihnen sagt, was sie zu tun haben und lassen sollen?

    Viele Grüße
    Conny

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  2. PS.: "noch" statt "nich" sollte es heißen ;o)

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