Sonntag, 1. September 2013

Danke der Nachfrage

Die zweitbeste Ehefrau von allen und ich trafen unlängst mal wieder Rajiv im Rahmen einer Vortragsveranstaltung. Nach der allgemeinen Verabschiedung blieben wir noch etwas, um beim Aufräumen zu helfen. Außerdem hatte meine Angetraute noch kurz etwas mit ihm zu besprechen.

Rajiv gab mir die Hand, fragte nach, wie es mir ginge.

Wie es eben so ist, wenn man nur noch unruhig schläft, immer an die Arbeit denken muß, weder im Büro nochzu Hause zur Ruhe kommt. Wenn der ganze Wahnsinn, der da stattfindet, immer und immer wieder in den Fokus der Gedanken rückt. Dinge, die nur noch Selbstzweck sind, ohne Sinn und Verstand. Wenn man am liebsten den ganzen Kram drangeben und aussteigen würde. Einfach nur weg, alles hinter sich lassen. Bescheiden leben, keine Verantwortung, keine Verpflichtungen mehr. Aber ich bin ja nicht der Typ für so etwas, habe Verantwortung, habe Verpflichtungen, die ich einhalte. Will einfach nur den großen Rundumschlag machen, ausmisten, den ganzen materiellen und immateriellen Ballast abwerfen. Es loswerden. Frei atmen können. Die persönlichen Mahnmale nicht mehr sehen müssen. Ab auf die einsame Insel im Süden, den Strand fegen. Nö, macht die Gesundheit auf Dauer nicht mit. Vielleicht doch die Nordseehallig. Das ist mehr meine Welt. Die rauhe, wilde See, der strenge Wind, der Geruch nach Meer. Der nächste Nachbar hunderte von Metern oder noch weiter entfernt. Das Dasein wegen meiner auch als verschrobener alter Kautz bestreiten. Nur Schluss machen mit dem ganzen Wahnsinn hier.

„Alles wie immer, danke.“



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