Freitag, 9. August 2013

Urlaub 2013 - Polterabend gefällig?

Wenn man mich so sieht käme man als unbefangener Beobachter gar nicht darauf, daß ich nicht lange still herumsitzen kann. Gut, still geht schon, ich bin nicht übertrieben gesprächig. Aber einfach nur sitzen und nichts tun klappt eher selten. Nur in Ausnahmefällen mal, so wie am Tag 1. Also kann ich auch einfach keinen Urlaub verbringen, ohne etwas Sinnvolles in der Zeit gemacht zu haben. Und wenn es dann doch mal mit dem Nichtstun geklappt hat, bin ich am Ende ausnehmend unzufrieden. Verschwendete Zeit.

Natürlich schaffe ich nie alles, was ich mir vorgenommen habe. Neben den ganzen üblichen geplanten sinnvollen Vorhaben stand auf meinem Plan auch, mich endlich mit dem von mir so geschätzten PC-Spiel Civilization IVzu beschäftigen. In den Monaten vor dem Urlaub bin ich über das Tutorial noch nicht hinausgekommen. Alles eine Zeitfrage. Und natürlich gehört das Spiel nicht in die Abteilung sinnvolle Dinge. Aber ich habe ja noch Zeit. Und unendlich viele ungesehene DVDs. Und Bücher. Und… Ja, ich merke schon, drei Wochen Urlaub sind zu wenig, ich sollte so langsam an den Ruhestand denken, um hier mal nacharbeiten zu können.

Aber das wollte ich eigentlich alles gar nicht schreiben.

Die diesjährige Urlaubsaktion beinhaltet das Entrümpeln der heimischen Wohnung. Es gibt ja durchaus verschiedene Möglichkeiten, sich Platz zu schaffen. Eine alte Lebensweisheit besagt, daß drei Mal umgezogen ungefähr so ist wie zwei Mal abgebrannt. Legt mich nicht auf die Verhältniswerte in dem Spruch fest, es geht um den Sinngehalt.

Umziehen ist aber keine Option, ich würde hier schon ganz gerne noch eine Zeit lang wohnen bleiben.

Also zieht Plan B, und der besagt: sichten was herumliegt und dann konsequent (!) aussortieren. Und wegschmeißen. Komme mir keiner mit Flohmärkten, Nachbarschaftshilfen und I-bäääh-Auktionen. Auf Flohmärkten habe ich zu viel Kontakt zu anderen Menschen. Will ich nicht haben. Echt nicht. Als bekennender Soziophobiker erst recht nicht. Und der Aufwand ist mir zu hoch. Wenn jemand regelmäßig auf einen Flohmarkt geht, kann er meine Sachen gerne geschenkt bekommen und versuchen, für sich noch Geld rauszuschlagen. Ich gehe da nicht hin. Habe ich als Jugendlicher mal gemacht. Die Erfahrung hat mir fürs Leben gereicht.  

Mit der Nachbarschaftshilfe habe ich auch keine positiven Erfahrungen. Ich hatte mal umzugsbedingt einen erst wenige Jahre alten Schrank abzugeben. Es gab niemanden, der ihn gebrauchen konnte. Für den Sperrmüll war der viel zu schade und ich hätte ihn auch verschenkt. Aber eben nicht weggeworfen. Also melden bei der Nachbarschaftshilfe. Und was ist? Die wollten den Schrank nicht nur kostenlos haben, sondern auch kostenlos geliefert bekommen. Nö, Freunde, ist nicht drin. Ich bezahle nicht noch dafür, daß ich den Aufwand habe, euch was zu schenken. Vergesst es. Da lasse ich nicht mit mir diskutieren.

Wenden wir uns also dem wohlbekannten Online-Auktionshaus zu. Früher war das ja mal richtig prima, aber heute ist das schon total verkommen. Die AGBs machen für Verkäufer keinen Spaß mehr. Viel schlimmer aber ist der Umstand, daß irgendwelche Winkeladvokaten, die Schmeißfliegen der modernen Gesellschaft, es sich zum Geschäftsprinzip gemacht haben, mit Abmahnungen Geld zu verdienen. Und wenn die mitbekommen, daß du in kurzer Zeit relativ viele Dinge verscherbelst, wirst du ruck zuck als gewerblicher Händler einsortiert, musst Allgemeine Geschäftsbedingungen und was sonst noch alles veröffentlichen, was natürlich auch inhaltlich der zuweilen weltfremden deutschen Rechtsprechung angepasst sein sollte. Und um das fehlerfrei hinzubekommen genügt selbst ein einfaches Jurastudium nicht mehr. Also habe ich da auch keine Lust drauf.

Bleibt also nur noch, im Bekanntenkreis mal herumzufragen, ob Interesse an der einen oder anderen Sache besteht. Natürlich wird sich keiner melden, denn jeder hat ja genug eigenes Gerümpel. Und nein, tauschen will ich nicht. Ich will Sachen loswerden, keine neuen dazubekommen. Auch keine guten Ratschläge von wegen Flohmarkt,  Nachbarschaftshilfe, Online-Auktionshäusern etc.

Aber eines ist sicher: Übermorgen erhalten wir eine Einladung zu einem Polterabend. Ich wüsste zwar nicht, wer da jetzt gerade in Frage käme, aber es wird eine solche Einladung geben. Garantiert. Und warum?

Weil wir einen Tag zuvor noch gutes Geschirr weggeschmissen haben werden.


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