Freitag, 16. August 2013

Eskapaden

Wie ich bereits erwähnt habe nutzen wir meinen aktuellen Urlaub, um unsere Wohnung gnadenlos zu entrümpeln. Im Laufe der Jahre fallen ja immer wieder so unendlich viele Dinge an, die man nicht oder nicht mehr benötigt, aber die eigentlich zu schade zum Wegwerfen sind. Da die Größe unserer Wohnung und damit das Volumen der Aufbewahrungsmöglichen begrenzt sind, war es einfach mal dringend nötig, entsprechend aktiv zu werden.

Es läuft nicht ganz so schnell wie erhofft, da die zweitbeste Ehefrau von allen an Nachmittagen meistens nicht zum häuslichen Schuften zur Verfügung steht, sondern sich auf ihre Trainer-Prüfung vorbereiten muß. Und dann sind da ja noch einige Abende und Samstage, die ebenfalls wegen Trainings oder Unterricht ausfallen. Und alleine komme ich hier nicht so gut weiter, weil ich die Einordnung, ob verschiedene Dinge als Gerümpel oder aufbewahrungswürdiges Zeug gelten, nicht vornehmen kann. Es handelt sich in der Masse nämlich um die Dinge meiner Angetrauten. Die Hoffnung, daß wir in diesem Urlaub noch bis in den Keller oder gar in den Keller-Keller vordringen, dürfte sich erledigt haben.

Alles Wegwerfenswürdige wird zur Zeit in Müllbeuteln gesammelt, auf der Terrasse zwischengeparkt und später weitgehend sachgerecht entsorgt.

Vorgestern um Mitternacht fing ein Wecker an, auf der Terrasse herumzubrüllen. Ich war schon in der Koje, während die zweitbeste Ehefrau von allen die Terrasse stürmte und versuchte, die Quelle des Geräusches zu lokalisieren. Es gelang ihr, eine ungefähre Eingrenzung vorzunehmen, als der Wecker auch schon aufgab. Es wurde meine Aufgabe, das Lärminstrument am nächsten Tag ausfindig zu machen.

So begab ich mich, als die Sonne wieder den Horizont erklommen hatte, an das Werk und durchwühlte Mülltüten. Da fand sich schon so manch ein Gegenstand, welcher von mir als tatverdächtig eingestuft werden konnte.  Ich legte die diversen Gerätschaften raus, entfernte die Energiequellen und packte dann alles wieder in einen der Säcke zurück. Nun hieß es abwarten.

Da meine Angetraute an diesem Nachmittag und Abend wieder aushäusig sein würde, wollte ich Mitternacht abwarten, um für den Fall der Fälle, daß ich das Lärminstrument nun doch nicht erwischt haben sollte, bereitzustehen, den passenden Müllsack zu lokalisieren und reinzuholen. Ich hatte die Säcke extra zu diesem Zweck auf der Terrasse passend griffbereit angeordnet.

Wie sich der Leser vielleicht erinnert, bin ich ein Frühaufsteher. Und wenn ich nicht früh aufstehe, bin ich zumindest früh wach. Meine Schlafenszeit dauert im Normalfall von 22.00 Uhr bis 3.00 Uhr. Da ist Mitternacht schon eine Ansage. Dankenswerterweise kam meine Angetraute deutlich vor Mitternacht wieder nach Hause, so daß ich nicht so lange durchhalten musste und fast komatös ins Bett fallen konnte. Die fehlende Viertelstunde wollte ich nicht mehr durchhalten

Natürlich fing der geheimnisvolle Wecker um Mitternacht wieder an, sein schändliches Werk zu betreiben. Ich konnte hören, wie meine Angetraute sich um die missliche Angelegenheit kümmerte, aber danach war es mit meiner Einschlafphase erst mal vorbei. Egal, ich habe Urlaub und muß nicht früh raus.

Immerhin hat es mein Körper damit gedankt, bis 5.00 Uhr geschlafen zu haben, danach war wieder alles vorbei. Mein Soll von fünf Stunden Schlaf habe ich aber grandios verfehlt. Ich blieb noch im Bett liegen, doch mein persönlicher Rhythmus war total durcheinander. Der Tag wird schrecklich werden, das steht fest.

Ich bin nicht mehr tauglich für solche jugendlichen Eskapaden.

Mitternacht? Pah. 



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