Montag, 26. August 2013

Ansprüche

Mein erster und einziger Urlaub im Jahr 2013 ist zu Ende. Wie immer bin ich nicht ganz zufrieden damit. Man sagte mir mal, ich solle einfach nicht so hohe Ansprüche an meinen Urlaub stellen, dann würde das auch was werden.

Hohe Ansprüche?

Ich kenne Kollegen, welche der Ansicht sind, daß es nur dann Urlaub ist, wenn man wegfährt. Natürlich nicht irgendwo innerhalb Deutschlands, nein, es muß eine Fernreise sein. Und das zwei Mal im Jahr.

Das sind Ansprüche.

Ich habe keine Ambitionen, während meines Urlaubes irgendwo hin zu fahren. Es fällt mir schwer, mich in einem neuen, mir fremden Umfeld einzugewöhnen. Und bis das soweit ist, fühle ich mich nicht wohl und stehe unter Druck. Auslandsreisen sind noch eine Steigerung. Meine beiden größten Sorgen, nämlich insbesondere durch Unkenntnis irgendwelcher Gegebenheiten aufzufallen bzw. – was noch schlimmer wäre – mich nicht verständlich machen zu können, wären hier alltäglich über alle Maße stark im Zentrum meines Denkens und Handelns vertreten. Insbesondere vor dem letzteren Teil habe ich eine regelrechte Panik. Danke nein, brauche ich nicht.

Im Gegensatz zu den Freunden des gepflegten Verreisens sehe mich da eher in einer bescheideneren Rolle. Morgens würde ich gerne in aller Frühe, beginnend noch vor Sonnenaufgang, regelmäßig mit einer großen Tasse echtem, heißen Kakao auf der Terrasse sitzen. Habe ich nicht gemacht. Um mich nach dem Aufstehen vor die Tür zu wagen, muß ich vorher unter die Dusche und mir die Haare waschen. Ich bin ja nicht ganz uneitel, wenn auch nur in geringem Ausmaß. Aber dazu fehlte mir der Elan. Zumindest zu dieser Uhrzeit.

Dann wollte ich jeden zweiten Tag zum Sport. Mindestens aber jeden dritten Tag. Klappte auch nicht, da mir mein Fuß weiterhin Probleme bereitet. Einen Tag habe ich dennoch einen Versuch gestartet. Schwerer Fehler, mein Fuß hat sich in Folge ausgesprochen schmerzhaft in Erinnerung gebracht. Hier ist weiter Schonung angesagt.

Saunabesuche waren auch in meiner Vorüberlegung, aber zunächst hat die Gluthitze des Sommers mich von der Idee wieder abgebracht. Zum Ende des Urlaubes hin war der Umstand, daß meine Ausrüstung aufgrund unserer Entrümpelungsaktion vorübergehend nicht gut zu erreichen war, schon etwas demotivierend. Außerdem wollte ich Sally nicht so lange alleine lassen. Bei ihrem Zustand habe ich keine entsprechende Ruhe für so etwas.

Lange geplant war, daß ich mich endlich mal intensiver mit einem bestimmten strategischen PC-Spiel beschäftige. Das ist für mich schon was Besonderes. Normalerweise habe ich dafür nicht den Nerv und die nötige Zeit, aber im Urlaub… Na ja, war auch wieder nichts. Wir haben ja entrümpelt. Ebenso wie ich mein Vorhaben, einige schon lange geplante, aufwendigere Blogeinträge vorzubereiten, aus den gleichen Gründen noch nicht umsetzen konnte. Es hat nur für die einfachen Texte gereicht.

Positiv ist, daß wir mit unserer Entrümpelungsaktion ein gutes Stück vorangekommen sind. Es ist noch nicht alles vollbracht, aber ich bin mit dem Erreichten zufrieden.

Aber mal ehrlich: Wie wenig Ansprüche an einen Urlaub kann man denn noch haben?



Kommentare:

  1. Vielleicht ist genau das das Problem: Ansprüche? Ansprüche an den Urlaub?
    Ja warum das denn? Ist doch Urlaub! Locker machen. Pläne, wie Sport und Sauna und Strategie-Spiele? Pläne?
    Dir fällt es schwer, abzuschalten, kann das sein? Fallenlassen, spontane Dinge tun, fernab des "Planes"....nicht so dein Ding, hä? Paterfelis, Paterfelis....du denkst zu viel und stehst dir dadurch selbst im Weg. Weißt du, was ich in den letzten Jahren verinnerlicht, verstanden habe? Die Menschen sind sich eigentlich gar nicht so unähnlich.
    Minderwertigkeitskomplexe, Selbstzweifel, Unsicherheit....man muss überhaupt gar keine Angst vor ihnen haben, vor den Menschen. Alle irgendwie gleich, alle haben sie irgendwie einen an der Waffel.

    Sag mal....kommentiere ich eigentlich noch den richtigen Post? Ich bin mir nicht sicher. Wollte ursprünglich sagen: Wenn du Ansprüche an deinen Urlaub stellst und sie dann nicht abgearbeitet bekommst, dann ist das zwar bedauerlich, aber letzten Endes deine Schuld, deine Entscheidung. Jammern ist selbstverständlich legitim, aber kontraproduktiv. Kontraproduktiv ist frustrierend.
    Das Leben ist kurz. Carpe diem, mach dich locker, mach was schönes und freu dich, dass du lebst! Ansprüche? An Urlaub? Paterfelis, Paterfelis....mach dich locker und vergegenwärtige dir, wie gut es dir geht, was du erreicht hast, wer dich liebt. Und dann geh' mit deiner Frau ein Eis essen. Hock dich in die Eisdiele und schau sie dir an, die Passanten, die da an dir vorüber gehen. Schau sie dir an. Beobachte sie. Lehne dich entspannt zurück und beobachte sie. Du wirst erkennen: Minderwertigkeitskomplexe, Selbstzweifel, Irre.....du bist nicht alleine. Wir sind nicht alleine. Alle gleich.


    Falls ich dir mit meinen Kommentaren auf den Sack gehe, sachste Bescheid. Dann lass' ichs.

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  2. @ Alex: Wenn es mich nerven sollte, dann würden die Kommentare gar nicht erst freigeschaltet. Eine andere Sichtweise der Dinge mitzubekommen ist ja auch durchaus interessant und regt zum Nachdenken an. Ob mit Erfolg oder ohne, daß sei erst mal dahingestellt. Deswegen gehe ich jetzt auch (noch?) nicht inhaltlich auf deinen Kommentar ein.

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  3. Da bin ich aber beruhigt, dass ich dir nicht auf den Sack gehe! Ehrlich.

    @Zweitbeste Ehefrau von Allen

    Kannte Kishon sie? Wohl kaum. Sonst hätten sie zweifellos einen Namen, der ihnen eher gerecht werden würde.
    (Knuddeln sie ihren Mann von mir. Ein lieber Kerl. Bissl verkrampft.....aber nicht verkehrt. Ganz sicher nicht.)

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  4. @Alex:
    Die Frage hat mein Göttergatte in der Rubrik "Über dieses Blog" beantwortet.

    Ich erlaube mir mal dies hier hereinzukopieren:

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    Wieso ist Deine Ehefrau nur die zweitbeste aller Ehefrauen?
    Das hört sich nicht besonders freundlich an.

    Nun, die Position der besten aller Ehefrauen ist bereits der Frau Ephraim Kishons zugeordnet. Das ist schon quasi ein Naturgesetz, an dem ich nicht zu rütteln wage. Meine Frau ist damit ganz zufrieden.

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    "Ganz zufrieden" ist eher untertrieben. Ich möchte mit Ephraim Kishons Frau keinesfalls auf eine Stufe gestellt werden - ob das nun positiv oder negativ zu sehen ist, überlasse ich dem Leser. ;-)

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