Sonntag, 21. Juli 2013

Toilettenspiele

Zart besaitete Gemüter sollten jetzt nicht weiterlesen. Der heutige Eintrag droht, für manche echt ekelig zu werden. Für die etwas Härteren unter euch kann sich aber ein wunderbares neues Feld anregender und herausfordernder Betätigungen offenbaren.

Es gibt ja solche und solche Menschen. Und dann gibt es noch die anderen Menschen, die nicht ganz so sind wie jene. Das sind nämlich diejenigen, die auf der Toilette, während sie es sich bequem gemacht haben, einfach nur ihr mehr oder weniger großes Geschäft verrichten, dabei über die Welt oder was auch immer nachdenken und möglichst zeitnah zum Abschluss der unvermeidlichen Angelegenheit kommen.

Wieder andere nutzen die Zeit, mehr oder weniger anspruchsvolle Literatur zu lesen. In früheren Zeiten, als ich noch in der LASA-Hauptverwaltung tätig war, wusste man, wo einer der Vorgänger Dr. Strebsingers hinzugehen pflegte, wenn man ihn mit einem der bekannten Qualitätserzeugnisse aus dem Hause Springer in der Hand auf dem Gang antraf. Kam aus der Nachbarkabine hingegen der laue Duft nach Friedhof und Zigarettenqualm herübergeweht, dann war klar, daß das gelegentliche Papierrascheln nicht mit dem Erzeugnis der Springerpresse in Zusammenhang stand, sondern ein allseits bekannter Kollege aus dem mittleren Dienst auf eine größere Zigarettenlänge ein Konkurrenzprodukt während der Verrichtung studierte. Und ein Onkel von mir pflegte zu Jugendzeiten dem Vernehmen nach auf der Toilette die Bibel zu lesen. Ich halte es da mit dem Alten Fritz, nach dem bekanntlich ein jeder nach seiner Faҫon selig werden möge. Bis auf die Sache mit den Zigaretten auf dem Klo; das geht gar nicht.

Selbstverständlich gehe ich solchen Unsitten nicht nach. Da meine Angetraute mir das Aufstellen eines kleinen Bücherschrankes oder auch nur eines Zeitungsständers auf meinem persönlichen Klo – wir haben in unserer Wohnung drei WCs – strengstens untersagt hat, zähle ich wohl eher zu den Nutzern, bei denen kein unerwartetes Papierrascheln zu hören sein wird. Aber mit irgendetwas Geistreichem muß man sich doch beschäftigen; es wäre doch sonst schade um die Zeit.

Eines Tages ist mir beim Aufräumen eine dort noch abgestellte leere Toilettenpapierrolle aufgefallen. Also die Papprolle, welche ansonsten den Kern einer noch vollen Toilettenpapierrolle bildet. Ich hatte gerade eine weitere leere Rolle zu Hand und wollte diese nun wegwerfen. Schließlich fragte ich mich, wie viele leere Rollen ich mit einigen Formkorrekturen aber dennoch unbeschädigt ineinander schieben könne. Das hätte ja unwahrscheinliche Vorteile bei der Lagerung und der späteren Entsorgung im Papiermüll, denn so eine Masse leerer Rollen nimmt ja doch sehr viel Platz in Anspruch. Auch wenn man versucht, diese zusammenzuknüllen.

 


So nahm mein Spieltrieb wieder Überhand. Werte mitlesende Damen, Männer sind einfach so. Meine bisherigen Bemühungen kommen zu dem Ergebnis, daß in einer einzelnen dieser Papprollen weitere sieben Rollen verstaut werden können, ohne daß die äußere Rolle einreißt.

Na, wer kann es besser? Wie sind eure Techniken? Bei einem neuen Höchstwert werde ich euch informieren. Versprochen.



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