Montag, 29. Juli 2013

Gruß aus der Küche - Gefüllte Champignons und Hähnchenbrust in Frischkäsesauce

Dr. Strebsinger scheint in letzter Zeit etwas viel von den NSA-BND-Nachrichten mitbekommen zu haben. Auf uns jedenfalls erweckt er den Eindruck, daß er verstärkt anfängt, uns zu überwachen. Haben wir unsere Bürotüren geschlossen, kann man darauf wetten, daß er nach ein paar Minuten ohne anzuklopfen hereinstürmt, kurz die Tageszeit sagt, den Blick schweifen lässt und dann wieder verschwindet.

Als letztens das MIST mal wieder für einige Stunden ausfiel, hatte er auch nichts Besseres zu tun als einmal durch alle Büros zu geistern. Wir vermuten er wollte in Erfahrung bringen, was wir so ohne EDV anstellen. Als Beschäftigter des mittleren Dienstes kann man da schlichtweg gar nichts Sinnvolles machen. Es ist kein Handgriff mehr möglich, ohne in irgendeiner Form auf das MIST zurückzugreifen. Wir Sachbearbeiter hingegen können zumindest Akten prüfen, wenn auch mit gewissen Einschränkungen. Ich nutzte die Zeit, um mit meinem Auszubildenden das in dieser Woche ohnehin vorgesehene so genannte Fördergespräch zu führen.

Den von gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verbreiteten aktuellen Gerüchten im LASA zufolge hat Dr. Strebsinger vor, auf der nächsten Dienstbesprechung zu verkünden, daß die Türen zu unseren Büros künftig offen zu bleiben haben. Sollte sich jemand darüber beklagen daß es dann zieht, habe er eben die Bürofenster zu schließen. Das finde ich nicht ganz so prickelnd. Es hat schon seine Gründe, warum bei uns die Großraumbüros abgeschafft wurden. Zum Beispiel, um mehr Ruhe an dem einzelnen Arbeitsplatz zu schaffen. Geöffnete Bürotüren lassen immer zusätzlichen Lärm und Unruhe rein. Und die Fenster zu schließen ist mangels anderer Belüftungsmöglichkeiten auch keine Alternative. Und jetzt komme mir keiner mit zehnminütigem Stoßlüften. In einem Raum, welcher gerade so die zulässige Mindestgröße für vier Personen erreicht, der ganztägig von der Sonne beleuchtet wird, in dem vier PCs, vier Monitore und vier einen intensiven Arbeitsgeruch verbreitende Drucker stehen, genügt das nicht.

Also Grund genug, sich auf die Veranstaltung vorzubereiten. Entgegen meiner sonstigen, von tiefem Humanismus gegenüber meinen Mitmenschen geprägten Einstellung beabsichtigte ich, am Tag der Dienstbesprechung intensiv nach Knoblauch zu riechen. Vielleicht empfindet es Dr. Strebsinger ja doch als sinnvolle Alternative, wenn meine (beiden) Bürotüren geschlossen und die Fenster geöffnet bleiben.

Ich begab mich in die Küche und bereitete im Sinne einer Resteverwertung zunächst einige überbackene Champignons zu. Den Stiel entfernte ich durch einfaches Drehen aus den Köpfen und füllte den so frei gewordenen Raum mit fein geschnittener italienischer Salami, welche eine besondere Würzung – unter anderem mit Knoblauch – enthielt. Den danach noch freien Platz füllte ich mit einem französischen Knoblauch-Kräuter-Frischkäse. Die Champignons platzierte ich in einer kleinen Auflaufform und gab sie für 15 Minuten bei 170 Grad in den Ofen.



 Danach ging es ans Hauptgericht. Man nehme:

4 Hähnchenbrustfilets, alternativ auch gerne in Scheiben geschnittene Putenbrust (400 – 500 g)
250 ml Hühner- oder Gemüsebrühe
100 g Kochschinken
300 - 400 g Frischkäse, gerne auch Kräuterfrischkäse
2 große Zwiebeln
½ Bund Frühlingszwiebeln
3 Knoblauchzehen
Pfeffer
Salz
Currypulver
Paprikapulver


Das Geflügelfleisch ist in der Pfanne anzubraten sowie mit Salz und Pfeffer zu würzen. Anschließend in einer Auflaufform den Boden damit bedecken und nach Wunsch noch mit Curry- und Paprikapulver nachwürzen.


 
In der benutzen Bratpfanne die klein geschnittenen Zwiebeln, Frühlingszwiebeln und den ebenfalls zurechtgeschnittenen Kochschinken anbraten und die in kleine Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen hinzufügen.

Während des Anbratens die Brühe erhitzen und den Frischkäse darin schmelzen lassen.

Den Pfanneninhalt über das in der Auflaufform befindliche Fleisch geben und gleichmäßig verteilen. Nun die Brühe-Käse-Mischung darüber geben und alles für 25 Minuten bei 180 Grad (Umluft) überbacken.

Der Anteil der Brühe-Käsemischung kann auch höher sein, falls Saucen-Liebhaber mitessen. Insgesamt sind die Verhältnisse der Zutaten untereinander bei diesem Gericht ohnehin relativ flexibel, nur sollte der Frischkäse nicht zu sehr gegenüber der Brühe Überhand gewinnen, damit diese noch weitgehend flüssig bleibt.

Als Beilage empfehlen sich Kroketten oder Reis.


PS: So intensiv kann ich nicht nach Knoblauch gerochen haben, denn meine Mitmenschen zeigten nicht die sonst bei so etwas üblichen angewiderten Gesichtszüge. Funktioniert hat es scheinbar trotzdem. Die Idee Dr. Strebsingers wurde nicht weiter thematisiert. Hoffentlich bleibt es so. Gönnt mir doch meinen kleinen Traum.



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