Freitag, 7. Juni 2013

Die Katzenbande - Marty und Smilla (3)

Im tiefsten Winter legten wir die weite Strecke zum Waldgut ein viertes Mal zurück. Es ging über enge Straßen entlang an tiefen Abhängen, und selbst anhaltender Schneefall konnte uns und unseren Balduin nicht aufhalten. Vor Ort erledigten wir die Formalitäten. Dann übergab man uns Marty und Smilla, die zum ersten Mal in ihrem Leben das Waldgut verlassen würden.

Die Fahrt war begleitet von herzzerreißendem Katzenjammer. Marty hatte sich in seiner Box unter der Einlage versteckt. Zu Hause angekommen schleppten wir die beiden Transportboxen in das Gartenzimmer und waren sehr gespannt auf Sallys und Lillys Reaktionen. Wir öffneten die Türen der Boxen. Smilla kam vorsichtig heraus und sah sich um, während Marty sich erst mal aus seinem Versteck unterhalb der in seiner Box befindlichen Liegematte ausgraben musste.


Marty und Smilla

Unsere Seniorkatze zeigte sich von den beiden Neuankömmlingen unbeeindruckt. Bevor sie die beiden auch nur eines Blickes würdigte, untersuchte sie die nun leeren Boxen nach Leckerchen. Die Boxen finden bei uns an sich nur bei Tierarztbesuchen Verwendung. Als Trösterchen gibt unsere Tierärztin für den Rückweg immer Leckerchen mit in die Box. Daisy hat diese Leckerchen immer ignoriert, aber Sally und Lilly haben die Sache nie so eng gesehen und sich – zumindest nach unserer Rückkehr in die heimischen vier Wände – sowohl über die eigenen als auch die für Daisy bestimmten Naschereien her gemacht.

Wer bist du? Was willst du?

Nun musste Sally feststellen, daß es kein Futter zu holen gab und hatte somit Zeit, einen Blick in die Umgebung zu werfen. Die in ihrer unmittelbaren Nähe wartende Smilla war ihr erstes Opfer. Sie kassierte einen kräftigen Faucher und wusste somit, wer hier das Sagen haben wollte. Im Vorübergehen gab es auch noch einen Faucher für Marty, dann war das Thema für Sally erledigt.


Was ist da unten los?

Das Gleiche galt für Marty und Smilla, die sich bis auf weiteres in hastig gesuchte Verstecke zurückzogen. Lilly ließ sich dann auch noch blicken, war zu unserer Überraschung aber absolut verunsichert. Sie schlich die Treppe förmlich in Bodenlage hinunter, schaute sich von den unteren Stufen aus um und verzog sich wieder. Gelegentlich sah sie verängstigt-neugierig die Treppe hinunter, aber zu mehr fehlte ihr offenbar der Mut. Ein peinlicher Auftritt für eine Katze, die Ansprüche auf die Rolle der künftigen Chefkatze des Hauses erheben will.


Was sind das da unten für welche?

Marty und Smilla blieben in Deckung. Insbesondere Marty heulte zeitweise steinerweichend, was noch einige Tage und Nächte so bleiben sollte. Wir ließen beide erst mal in Ruhe und sahen nur hin und wieder mal nach, was sie dort unten machten. Meistens blieben sie in ihren Verstecken. Einmal habe ich beide eng aneinander gekuschelt hinter einem Vorhang gefunden, was uns in der Ansicht bestärkte, daß es eine gute Entscheidung war, die Geschwister nicht getrennt zu haben. Doch auch nach einigen Tagen ließen sich Smilla und Marty nicht bei uns blicken.


(wird fortgesetzt)


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen