Freitag, 31. Mai 2013

War ja nett gemeint

Zum besseren Verständnis der folgenden Geschichte muß ich ein paar erläuternde Worte vorausschicken. Wie wohl in den meisten öffentlich-rechtlichen Verwaltungen gibt es natürlich auch im LASA eine Hierarchie. Bei uns wären da zunächst die Kollegen des mittleren Dienstes,also die Assistenten, danach die Sachbearbeiter, gefolgt vom Fachbereichsleiter. Der Leiter der Außenstelle schwebt über allen. Als Seniorsachbearbeiter bin ich eher den Sachbearbeitern zugeordnet, muß aber auch als Vertreter des Fachbereichsleiters im Fall der Fälle die Akten meiner sachbearbeitenden Kollegen unterschreiben.

Niemand darf etwas alleine entscheiden. Wenn jemand einen Vorgang zu Ende bringen möchte, geschieht dies in Form einer Entscheidungsvorlage, welche im Regelfall dem nächst Höheren in der Hierarchie zur Unterschrift vorgelegt wird. Auf der Ebene der Sachbearbeiter wiederum gibt es die Besonderheit, daß bestimmte Sachverhalte zwar nur vom Fachbereichsleiter entschieden werden sollen, dies aber durchaus auch von anderen Sachbearbeitern erledigt werden darf. Das ist dann eher eine organisatorische Frage.

Wie bereits hinlänglich bekannt ist, haben wir aufgrund verschiedener unbesetzter Stellen seit Monaten eine Dauervertretungssituation auf der Ebene der Sachbearbeiter. Dies führt dazu, daß sich Rückstände bilden. Um uns zu unterstützen, hat Frl. Hasenclever angeboten, selbst Entscheidungsvorlagen vorzubereiten und diese – sofern geeignet – von den Sachbearbeitern unterschreiben zu lassen. Dies ist durchaus zulässig und macht in unserer Situation auch einen gewissen Sinn, denn das Erstellen der Entscheidungsvorlage dauert meistens sehr viel länger als deren Prüfung.

Eines mehr oder weniger schönen Vormittags gehe ich in das Büro von Frl. Hasenclever. Ich sehe förmlich die dunklen Wolken, die ihren Kopf umhüllen.

„Na, was sehen Sie denn so missmutig aus?“ frage ich sie.

„Ich habe Mandy gestern Akten zur Unterschrift vorgelegt, in denen ich die Entscheidungsvorlagen selbst gemacht habe.“

„Ja, und?“

„Die hat mir alle beanstandet.“

„Aha.“

„Und dann hat sie noch gesagt, daß es ja sehr nett von mir ist, die Entscheidungsvorlagen selbst zu machen.“

„Womit sie auch recht hat.“

„Und dann hat sie gesagt, daß es wohl sinnvoller wäre, ich würde es sein lassen und mich auf das Prüfen beschränken. Das könnte ich besser.“

„Auch da wage ich nicht zu widersprechen.“

„BOAAAHHH, RAUS!!!“

*grins*


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