Donnerstag, 16. Mai 2013

Vom Mitdenken und vergleichbar abwegigen Dingen

Es gibt da ja ein paar Dinge, die mich so richtig nerven. Zu diesen Dingen gehört es, bei der Arbeit nicht mitzudenken. Natürlich kann jeder mal einen schlechten Tag haben, da schließe ich mich nicht aus. Und es mag auch Dinge geben, bei denen es einfach nicht Klick macht. Auch da habe ich meine Spezialgebiete. Aber es gibt doch gewisse Grundlagen, die man jedem Depp von der Straße zutrauen kann.

Im LASA ist es natürlich so, daß bei Eingang eines neuen Antrages erst mal die persönlichen Daten des Kunden mit jenen abzugleichen sind, die wir bei uns erfasst haben. Dies wären neben Name, Anschrift, Geburtsdatum und Schuhgröße auch frühere Namen, Geburtsort, Staatsangehörigkeit und Hutgröße. Eventuelle Fehler sind zu berichtigen, anschließend ist mit einer besonderen Verschlüsselung zu bestätigen, daß die erfassten Daten alle geprüft wurden und zutreffend sind.

Nicht selten geschieht es, daß mir ein Vorgang zur Unterschrift vorgelegt wird, in dem dann auch schön brav die Bestätigungsvermerke enthalten sind – und auf den ersten Blick erkennbar ist, daß seit Eingang des Antrages keine Sau wirklich die Angaben geprüft hat. So etwas geht gar nicht! Mal abgesehen davon, daß das ein eindeutiger Hinweis auf Schlamperei ist, kann es auch dazu führen, daß sämtliche angestellten Ermittlungen, die natürlich auch unter den fehlerhaften Daten geführt worden sind, wiederholt werden müssen. Das ist jetzt eher ein Extremfall, aber durchaus im Bereich des Möglichen. Da platzt mir echt die Hutschnur. Aber letztendlich sind das Fehler, die nicht zu einem dauerhaften Schaden führen und die man berichtigen kann.

In unserer LASA-Außenstelle wird immer noch renoviert. Im Rahmen der Arbeiten werden Büros ausgeräumt. Das Inventar muß so lange irgendwo zwischengeparkt werden. Aus Platzgründen geschieht dies auf dem Flur in unserer Etage, direkt gegenüber den Aufzügen. Die Fläche ist an sich ausreichend groß, um den Inhalt mehrerer Büros aufnehmen zu können. Grundsätzlich sollte unser Hausmeister diese Arbeiten überwachen. Es gibt da so ein paar Kleinigkeiten… Man könnte zum Beispiel einen Blick darauf haben, daß die Aktenschränke derart aufgestellt werden, daß sie zugänglich sind. Weniger vorteilhaft hingegen ist es, die Schränke so hinzustellen, daß die offenen Seiten einander zugewandt stehen und die Akten nicht mehr erreicht werden können. Doch irgendwie scheint er damit überfordert zu sein. Während die etwas unglücklich zusammengestellten Aktenschränke nur ein einfaches Ärgernis sind, ist ein weiterer Punkt auf der Schlamperei-Liste schon haarsträubender.

Als ich mit dem Ökoklaus letztens vor dem Möbelparkplatz darüber philosophierte, was man im Gefahrenfall machen würde, hatte man doch eine Reihe von Schränken und Tischen vor den Öffner der ansonsten zugangsgesicherten Fluchttür zum Treppenhaus gestellt und somit ein Öffnen eben dieser Tür von innen, also von unserer Seite aus, höchst erfolgreich ausgeschlossen, kam Trudi aus dem gegenüberliegenden Aufzug und quetschte sich an einem der davor abgestellten Schreibtische vorbei. Nicht nur ich, sondern auch sie hatte das Gefühl, daß man das Inventar jedes Mal geräumiger parkt und Rettungswege zustellt. Kein Wunder, wenn die Schreibtische irgendwo platziert werden und die zugehören Rollschränke davor statt darunter auf ihre Reaktivierung warten.

Trudi meinte „Mensch, hier wird es auch jede Woche enger. Ich komme immer schlechter hier durch.“

So eine Steilvorlage lasse ich mir ja trotz aller Verärgerung nicht entgehen. „Sag mal, hast du schon mal darüber nachgedacht, was du seit letzter Woche so alles gegessen hast? Könnte ja auch daran liegen.“

Wenn Blicke töten könnten…



1 Kommentar:

  1. Gut, dass die Blicke nicht töten können.
    So bist du uns erhalten geblieben und wir können uns weiter an deinen tollen Berichten erfreuen.
    Einen schönen Restabend wünscht dir
    Irmi

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