Samstag, 25. Mai 2013

Gruß aus der Küche - Currywurst aus dem Ruhrgebiet

Der heutige Samstag ist so ähnlich wie das Ding mit den Überraschungseiern: Es finden drei Dinge auf einmal statt. Zunächst haben wir Wochenende. Das ist jetzt nicht so übertrieben bemerkenswert, denn nach kritischer Analyse des Kalenders und trotz des sich hartnäckig immer wieder einstellenden gegenteiligen Gefühls findet dies alle paar Tage aufs Neue statt. Aber man freut sich trotzdem. Meistens jedenfalls.

Dann haben wir den Handtuchtag. Ich hoffe doch sehr, daß ihr alle eure Handtücher dabei hattet. Meines jedenfalls war immer bei mir.


Mein Handtuchtaghandtuch

Der fröhliche Handtuchtag bescherte mir eine erneute Runde in meinem ewigen, verzweifelten Abwehrkampf gegen das häusliche Chaos. Ich konnte es nicht vollständig vertreiben, aber seine Ausbreitung zumindest temporär eindämmen. An sich hatte ich mir meinen ruhigen Samstag, an dem meine Angetraute wieder die Schulbank drücken musste, auch anders vorgestellt.

Das an diesem Tag von mir getragene Handtuch ist übrigens gelb und hat auch ein paar Spuren von schwarz. Das oben eingefügte Foto bringt diesbezüglich weitere Erleuchtung und führt uns eher unbeabsichtigt aber schlagartig zum dritten Punkt des Tages: Fußball.

Dortmund spielt gegen Bayern. Irgendwo im Ausland, ich kenne mich da ja nicht so aus. Aber in Anbetracht der Besonderheit dieser Begegnung, die auch mir bewusst gemacht wurde, kann selbst ich mich dem Drang nicht entziehen, die Sache im familieneigenen Farbfernseher zu verfolgen. Das wird dann wohl die letzte Episode dieser Art gewesen sein, bis uns mal wieder eine Meisterschaft heimsucht.

Dem Neuleser dieses Blogs sollte sich damit wohl der Verdacht aufdrängen, daß Fußball nicht so mein Ding sei, während die Stammleser und all jene, welche dem vorherigen, unaufdringlich im Text eingepflegten Link gefolgt sind, diesen Verdacht souverän bestätigen können. Doch meine Prioritäten sind gesetzt. Und diese demonstriere ich durch die Wahl des heutigen Abendessens.


Gedeck der Angetrauten: mit Chili-Rostbratwurst

Obwohl ich Weißwürste und süßen Senf an sich ganz gerne esse, und das zum allergrößten Unverständnis meiner Angetrauten mitunter auch hemmungslos unmittelbar nach dem Aufstehen, kommen mir diese Teile heute nicht auf den Tisch. Stattdessen gibt es Pommes, Currywurst, Mayo. Die Currysauce ist dem Anlass angemessen natürlich selbstgemacht.

Die der Currywurst zu Grunde liegende Wurst ist selbstverständlich eine feine Bratwurst. Da bin ich auch in der Fremde Patriot. Außerdem geht es heute um Dortmund. Dortmund = Ruhrgebiet = Zentrum der Currywurstkultur. Die Berliner mit ihrer ewigen unbewiesenen Mär, sie hätten die Currywurst erfunden, kommen da einfach nicht gegen an. Currywurst ist Ruhrgebiet, und Ruhrgebiet ist Heimat, auch wenn ich bekanntermaßen ursprünglich aus der Überlappungszone von Ruhrgebiet und Niederrhein stamme. Also wir fassen zusammen: Man nehme eine feine Bratwurst und keinesfalls, niemals und unter keinen Umständen eine Brühwurst, um eine Currywurst herzustellen.


Variante vom Ehemann der Angetrauten: mit normaler Rostbratuwrst

Die Pommes könnte man selbst machen, aber dazu habe ich gerade keine Lust. Also gibt es die aus dem Eisschrank. Aber natürlich wegen des besseren Geschmacks die guten, dick geschnitten und nicht die spindeldürren, wie man sie von den amerikanischen Frikadellenbratereien her kennt.

Aus folgenden erlesenen Zutaten stellt sich die Sauce zusammen:

2 – 4 Schalotten
100 ml warmes Wasser
200 g Tomatenmark (1 Tube)
500 g passierte Tomaten (1 Tetrapack)
4 EL Sojasauce
2 EL Currypulver
2 TL Cayennepfeffer
4 EL Öl
2 EL Senf
2 Prisen Salz
2 EL Paprikapulver
2 TL Zucker
evtl. Pfeffer
evtl. einen Schuss Apfel- oder Orangensaft

Um es vorweg zu nehmen – da meine Angetraute ebenfalls von der Currysauce essen wollte, habe ich auf den Fruchtsaft verzichtet.

Die Schalotten sind möglichst fein zu schneiden, anzubraten und anschließend mit dem warmen Wasser abzulöschen. Tomatenmark unterrühren und die passierten Tomaten hinzufügen. Die Masse erhitzen und mit den restlichen Zutaten würzen. Vor dem Servieren nochmal abschmecken, warm über die diagonal in Scheiben geschnittenen und zu diesem Zeitpunkt hoffentlich schon gebratenen Würstchen geben. Alles stilecht in einer Pommesschale anrichten und mit ordentlich fritierten Kartoffelstäbchen und fettiger Majonäse Mayonnaise ergänzen. Jetzt können die Bayern kommen.







1 Kommentar:

  1. Currywurst und Grönemeyer - das ist es.
    Wenn ich auch sehr traurig bin, so war es alles in allem ein sehr interessantes Spiel. Der Glücklichere hat gewonnen.
    Einen schönen Restabend wünscht dir
    Irmi

    AntwortenLöschen