Montag, 6. Mai 2013

Atomgetriebene Killer-Roboter-Mutanten

Dem mit einem etwas besseren Gedächtnis ausgestatteten Leser dieses Blogs wird vielleicht noch  erinnerlich sein, daß ich vor einigen Monaten ein Päckchen erhalten hatte, welches zu öffnen ich etwas zwiespältig entgegensah. Dieses Päckchen wurde mir von Herrn Graumann zugeschickt. Herr Graumann ist eine frühere Inkarnation des heutigen Frl. Hasenclever und zwischenzeitlich pensioniert. Wir haben uns früher – natürlich außerdienstlich – erbitterte Gefechte in den Ruinen einer alten Stadt geliefert. Sein willigster Kumpel, ein schwulbunter Vampir, hatte es immer und immer wieder auf meine armen kleinen possierlichen Nager abgesehen. Später meinte er dann, wiederum meine harmlosen kleinen Nager im Blutkessel aufmischen zu wollen. Selbstverständlich blieben seine diesbezüglichen Bemühungen genauso wie die von ihm eingeleiteten Versuche einer anständigen Bemalung seiner Modelle erfolglos. Doch diese Geschichte wartet darauf, ein anderes Mal erzählt zu werden.

Herr Graumann und ich stehen noch in losem Kontakt, der allerdings von gewissen Einschränkungen begleitet ist. Aufgrund meines Umzuges ist die Entfernung für einen Besuch zwischenzeitlich doch etwas groß geworden, es bleiben also nur Telefon und E-Mail. Während ich bekanntlich durchaus größere Probleme mit dem Telefonieren habe – selbst in diesem Fall, in dem mir der Anrufer aufgrund des obligatorisch vorgeschalteten Anrufbeantworters bekannt ist, bleibt es für mich eine große Herausforderung, die Angst zu überwinden und das Gespräch anzunehmen – ist Herr Graumann kein übertriebener Freund des elektronischen Schriftverkehrs.

Ich habe schon berichtet, daß Frl. Hasenclever in der Vergangenheit bereits – durch mich begleitet – das eine oder andere Spiel gegen Mandy oder Sven im Blutkessel bestritten hat. Da alle Beteiligten noch Anfänger waren, genügte es, sie mit einer einfach zusammengestellten Mannschaft aus der Grundbox des Spieles antreten zu lassen. Hiermit haben Neueinsteiger in diesem Spiel eine sehr schöne Möglichkeit, sich mit allen üblichen Spielmechanismen vertraut zu machen.

Nun wäre ich nicht ich, wenn sich da bei mir nicht der Wunsch entwickeln würde, diese Grundboxmannschaften etwas variantenreicher auszubauen. Ich selber spiele recht selten damit, da ich mir ein anderes Volk, nämlich meine Nagetiere, als Hauptmannschaft auserkoren habe. Und außerdem bestehen diese noch aus Metall und wurden von mir ordentlich bemalt, während die Modelle aus der Grundbox weiterhin ihr tristes Dasein in plastik-grau fristen. Wie dem auch sei war mein Ansinnen, noch ein paar Ork-Miniaturen günstig zu erstehen, was ich Herrn Graumann auch anlässlich eines Telefonates erzählte. Er erwiderte, daß man diesem Problem aus seiner Sicht durchaus Herr werden könne, da er über einen gewissen Modellüberschuss verfüge.

Die Sache hatte zwei Haken. Zunächst seien die Modelle bereits bemalt. Das wäre aber eine lösbare Herausforderung, denn die Farbe sei nicht so dick aufgetragen und man könne da durchaus noch was übermalen und zur Not entfärben. Der zweite Haken war, daß er kein Geld für die Modelle wolle, sondern ein willfähriges Opfer suchte, welches ihm mangels eigener Begeisterung, Fähigkeiten und farblicher Auswahl einige Püppies bemalen würde. Verdammte Hacke. Ich sehe mich zwar durchaus in der Lage, halbwegs anständig Farbe auf die Modelle zu bringen, bin aber kein Meister in dieser Disziplin und darüber hinaus auch nicht begeistert von der Tätigkeit. Dennoch willigte ich ein.

Das Paket des Grauens: Orks und Necrons

Ein paar Tage später lag dann das bereits erwähnte Päckchen auf dem Tisch. Mir graute etwas davor, den Inhalt in Augenschein zu nehmen. Die Vorbemalung der Ork-Modelle lag mir ziemlich im Magen, und auch nach deren Inaugenscheinnahme wurde es nicht besser. Aber die Sache würde tatsächlich lösbar sein. Die für ihn zu bemalenden Modelle waren uralte Necron-Figuren, atomgetriebene Killer-Roboter-Mutanten aus dem Warhammer 40.000-Universum. Die sind heute nur sehr selten zu finden. Ich habe eine ausgesprochene Leidenschaft für die älteren Modelle aus diesem und ähnlichen Spiele-Universen und hätte gerne eine spielbare Armee nur aus solch alten Figuren, so daß mir fast warm ums kalte Herz wurde.

Wir hatten Anfang Oktober, also war es entsprechend kalt vor der Tür. Die Püppies mussten mit Sprühfarbe grundiert werden, was sich bei den herbstlichen Außentemperaturen nicht empfiehlt. Und in der Wohnung bzw. im Keller bestand keine Möglichkeit, die Modelle entsprechend vorzubereiten. Also hatte ich noch Gnadenfrist bis zum Beginn der Warmwettersaison, die sich ja in diesem Frühling erst mit deutlicher Verspätung einstellte. 

Die Necrons nach dem Zusammenbau und fertiggestellter Basierung

Ende April aber konnte ich mich nicht mehr drücken. Außerdem wollte ich ja auch endlich meine Zusage erfüllen. So ging es ans Werk. Ich bin relativ zügig fertig geworden, nachdem ich den Pinsel jetzt bestimmt ein Jahr lang nicht mehr geschwungen habe. Mit dem Ergebnis bin ich – bis auf ein Detail, aber dieses war mir so vorgegeben – ganz zufrieden. Die Basegestaltung war nicht Bestandteil meines Auftrages. Das Ergebnis könnt ihr in der folgenden Bildergalerie bewundern und mir danach gefällige Anteilnahme zukommen lassen.

Ich glaube, ich behalte die Figuren. Nun kann sich der Trupp wieder auf die Heimreise begeben, wobei ich hoffe, von Herrn Graumann testamentarisch so bedacht zu werden, daß ich nach dessen Ableben wieder in ihren Besitz gerate, bevor ich im Rahmen eines Hausbesuches den Versuch der Leichenfledderei begehen muß… (kleiner Insidergag)

Meine Farben lasse ich auf alle Fälle in Reichweite. Vielleicht begebe ich mich doch noch an meine anderen Modelle. Es sind noch ein paar hundert in den verschiedensten Größen, die auf einen Anstrich warten. Außerdem wollte mein Grauen auch noch, daß ich ihr ein Modell als Prinzessin in einem rosa Kleidchen bemale.

Ob ich das mache, weiß ich noch nicht. Mit rosa Kleidchen kenne ich mich nämlich nicht aus.

Nach vorheriger Schwarzgrundierung erstrahlen
die Jungs wieder in silberner Farbe.


Die Grundfarben sind aufgetragen.



Nach etwas Detailarbeit:
der fertige Lord (rechts) und sein Vize (links).



Der Lord und seine Leibwache


Der Vize und seine Leibwache



Man bereitet sich auf die Reise vor.


Das Stasisfeld ist aktiviert.


Die Schutzschirme sind hochgefahren,
die Reise kann beginnen.
Tschüß, Jungs, ich werde euch vermissen.






PS: Dieser Eintrag ist ungeplant sehr graulastig geworden. Aber so ist das Leben manchmal: nicht schwarz, nicht weiß, aber irgendwo dazwischen.Grau eben.



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