Montag, 27. Mai 2013

45!

Nein, ich habe mich in der Überschrift nicht vertippt. Da sollte nicht die legendäre 42 stehen, sondern es geht heute um die 45. Genauer gesagt um 45 Sekunden. Qualvolle 45 Sekunden. 45 Sekunden Leid und Schmerz.

Im Sporttempel stähle ich Ausdauer und Kraft im Wesentlichen mit Radfahren und Zirkeltraining. Das Zirkeltraining darf sich der interessierte Laie und auch jeder sonstige unwissende Leser wie folgt vorstellen: In einem Kreis wurden acht aufeinander abgestimmte, mit einer persönlichen Chipkarte elektronisch einstellbare Geräte positioniert. Diese sind der Reihe nach abzuarbeiten. Jedes Gerät ist 45 Sekunden lang zu bedienen, danach hat der Sporttreibende 30 Sekunden Zeit, um zum nächsten Gerät zu wechseln. Der Kraftaufwand zur Bedienung eines jeden Gerätes soll so bemessen sein, daß man am Ende der 45 Sekunden nicht mehr in der Lage ist, die Übung auch nur einmal zu wiederholen. Zumindest so lange nicht, bis man den Zirkel einmal komplett durch hat, denn dann folgt eine weitere Runde.

An sich müsste ich mein Training mal wieder verändern. Damit weiterhin Erfolge im Sinne einer Weiterentwicklung erzielt werden, ist dies alle paar Monate erforderlich. Geringe Anpassungen können schon genügen. Im Sporttempel ist es kein Problem, zu diesem Zweck jederzeit eine Trainerstunde in Anspruch zu nehmen. Natürlich mache ich das nicht. Die Phobie verhindert auch dies höchst erfolgreich. Lieber bleibe ich in meinem Trott. Aber immerhin genügt dies, um die möglichen schmerzlichen Auswirkungen meiner Wirbelsäulenschädigung im Griff zu behalten. Doch zurück zum Thema.

In diesen 45 Sekunden des aktiven Trainings im Zirkel sind bei sachgerechter Ausführung der Übungen etwa acht bis zwölf Wiederholungen realistisch. Und da man regelmäßig bis an die körperlichen Grenzen gehen soll – es sei denn, man ist ein älteres Semester, so wie ich *grummel* - ist das schon eine ziemliche körperliche Belastung. Aber auch bei Nichtausreizen der maximal möglichen Kraftentwicklung genügt es schon um zu spüren, was man da getan hat.

Die 45 Sekunden werden durch eine in der Mitte des durch die Geräte gebildeten Kreises aufgestellten Säule angezeigt, die mit Wasser gefüllt ist. Solange in der Säule Blubberblasen sichtbar sind, laufen die 45 Sekunden. Anschließend wird die zur Blasenbildung benötigte Pumpe für 30 Sekunden deaktiviert, um dann wieder von vorne zu beginnen.

Als ich den Zirkel nach dem Aufwärmtraining ansteuerte sah ich, daß irgendetwas mit der Säule nicht stimmte. Zwei Mitarbeiter des Sporttempels hatten den unteren Bereich, in dem die Elektronik versteckt ist, geöffnet und waren bemüht, die Pumpe wieder in Gang zu setzen. Man befand, daß ein Wackelkontakt vorliegen würde, welcher jetzt nicht zu beheben sei.

Eine mir aus der wöchentlichen Routine bekannte Dame, die bereits im Zirkel aktiv war, meinte mit einem Grinsen:

„Dann zähle ich jetzt eben immer bis 45.“

Da ich guter Stimmung war, machte sich meine Angst kaum bemerkbar. Ich meinte nur:

„Na, da verlasse ich mich jetzt aber drauf.“

„Und wenn ich mich mal verzählt habe, fange ich einfach wieder von vorne an!“

„UAAAHHHH!“



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen