Sonntag, 14. April 2013

Frühlingsgefühle

Dem sich nun bedrohlich nähernden Frühling, insbesondere aber dem damit verbundenen Wetter, sehe ich mit gemischten Gefühlen entgegen. Natürlich ist es ganz angenehm, wieder mal ein paar Sonnenstrahlen mitzubekommen. Und auch die Aussicht, endlich die Gasheizung ausschalten zu können, betrübt mich nicht unbedingt. Die Luft in der Wohnung wird aufgrund der nun wieder regelmäßig geöffneten Fenster schlagartig angenehmer, und ich habe im Moment ebenfalls nichts dagegen, wenn das sauer verdiente Geld nicht weiter – wenn auch nur indirekt - zur Wärmegewinnung verbrannt wird.

Allerdings bedeutet die warme Jahreszeit auch, daß wieder Gartenarbeit ansteht. Selbst in einem Steingarten will das Unkraut gepflegtgezupft werden. Dabei sehen manche Unkräuter ja eigentlich ganz hübsch aus, und gelegentlich überlege ich sogar ernsthaft, ob ein Gewächs, welches mir entgegenragt, zu unseren originären Steingartenpflanzen zählt oder unter die Kategorie Wildgewächs fällt. Sieht es gut aus, lasse ich das Teil meistens einfach weiter wachsen. Frau Kleinhüppgenreuther wird mich schon darauf aufmerksam machen, daß es wohl doch kein Ziergewächs war.

Die nun regelmäßig wieder anstehende Gartenarbeit führt aber zu einem weiteren Problem. Wie man vermuten mag, bin ich nicht übertrieben begeistert davon, mich auch noch von der halben Nachbarschaft beobachtet im Garten zu betätigen. Dabei liegt der Schwerpunkt eindeutig auf dem Satzteil mit der Nachbarschaft. Womöglich quatscht mich auch noch jemand an. Nö, das fehlt mir noch. Ich bevorzuge es, soweit wie möglich für mich alleine zu arbeiten, ohne Zuschauer. Dann wäre die Gartenarbeit nur halb so blöd; ja vielleicht würde ich sie dann sogar halbwegs gerne machen. Also erledige ich das in aller Frühe am Wochenende. Da ich aber nicht zu meinen bevorzugten Uhrzeiten damit beginnen kann - es soll ja Leute geben, die an Wochenenden etwas länger im Bett bleiben und einen gewissen Ruheanspruch für sich reklamieren - muß ich warten. In so einem Steingarten hört man aufgrund des Bodenbelages jeden Schritt. Gerade in der frühmorgendlichen Ruhe hat man sehr schnell das Gefühl, man würde die ganze Gegend beschallen.  Somit habe ich nur ein begrenztes Zeitfenster für die Gartenarbeit. Dieses beginnt um "Da-draußen-entwickelt-jemand-Geräusche-aber-es-ist-zeitlich-gerade-so-vertretbar"-Uhr und endet um "Ich-stehe-auf-und-mache-draußen-selbst-was"-Uhr.

Das kollidiert aber mit meinen anderen festen Wochenend-Terminen. Meine Einkaufstour startet schließlich auch immer zu Zeiten, die so mancher mit dem Zusatz „nachtschlafend“ beschreibt, und am Sonntag ist ja auch wieder der morgendliche Besuch im Sporttempel fällig. Mein Wochenende müsste also drei Tage andauern, um diese Dinge morgens zeitlich gut koordiniert erledigen zu können.

Eine umsetzbare Lösung habe ich noch nicht gefunden. Ich hasse das.




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