Donnerstag, 21. März 2013

Ein fast normales Wochenende (7)

Da den Mädels heute kein Ersatzmann am CD-Player zur Verfügung stand, hatte Alexandra beschlossen, die Musik durchlaufen zu lassen. Sie und das Ensemble sind Profi genug, um das hinzubekommen. Der Auftritt begann, das Publikum nahm durchaus interessiert Kenntnis von dem Geschehen auf der Bühne. Die Musik war allerdings etwas zu laut ausgesteuert, doch auf der Bühne bekamen die Tänzerinnen das nicht mit, im Gegenteil: Die Bühnenmonitore, das sind die Lautsprecher, welche nicht zum Publikum, sondern zu den Künstlern ausgerichtet sind, hatten eine unglückliche Position und schallten nicht in die optimale Richtung. Es war den Mädels noch zu leise. Das Publikum hat vorher schon die Techno-Attacken überstanden, dann wird es das jetzt hoffentlich auch wohlgefällig aushalten.

Plötzlich begab sich Jens-Rüdiger Buhingnowski auf die Bühne. Die Mädels hatten ihre Schleier und die Isis-Wings, die sie später noch benötigen würden, auf seinem Elektronikbaukasten abgelegt, was ihm sichtbar nicht gefiel. Er nahm die Sachen, wühlte sie etwas durch und schmiss sie – immerhin durchaus  empfindliches Material im Wert von gut 560 Euro - auf den Bühnenboden. Und das vor dem Publikum während des laufenden Auftritts! Nun hatten die Mädels ein Problem! Ihre Sachen hatten sie zuvor sortiert, denn insbesondere die Isis-Wings haben ein den jeweiligen höchst unterschiedlichen Größen der Tänzerinnen angepasstes Maß und lassen sich nicht beliebig untereinander tauschen.

Auch das Publikum hat das sich anbahnende Problem erkannt. Geschickt schafften die Mädels es, das Durcheinander auf dem Boden während der laufenden Show zu entwirren und unter Szenenapplaus des Publikums ihre Isis-Wings anzulegen. Das hielt Jens-Rüdiger nicht davon ab, Katja noch anzupöbeln, doch diese schenkte ihm nur ein strahlendes, entwaffnendes Lächeln, bis er Ruhe gab. Nun weiß man heutzutage ja, daß strahlende Dinge durchaus gefährlich sein können. Und wenn ich sehe, daß Katja in einer solchen Situation strahlt, bedeutet dies für alle, die ihre Sinne halbwegs beisammen haben, tunlichst nichts mehr zu machen, was in irgendeiner Form einen Zünder auslösen könnte.

Außer einem fallen gelassenen Schleier habe ich keine weiteren Unregelmäßigkeiten bei dem Auftritt bemerkt, aber wie immer waren die Mädels unzufrieden. Das gehört wohl dazu, und in Anbetracht der Umstände befand man im Nachhinein, daß der Auftritt durchaus lustig gewesen war. Auch das Publikum zeigte sich sehr angetan und gab zum Abschluss mehr als nur höflichen Applaus.  Warum Jens-Rüdiger sich so hat gehen lassen, wird allerdings unbekannt bleiben, denn sein Elektronikbaukasten war von den Kabeln seiner Stromversorgung überdeckt, so daß durch die dort von den Mädels abgelegten leichten Materialien keinerlei Gefahr einer Beschädigung ausging.

(wird fortgesetzt)



1 Kommentar:

  1. Wenn ich diesen Typen irgendwann mal in einer dunklen Ecke treffe, hat er es hinter sich! Dann muß er sich keine Sorgen mehr um seinen Kasten machen! >:-/

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