Montag, 18. März 2013

Ein fast normales Wochenende (5)

Dank meiner intensiven Bemühungen vom Vortag, noch möglichst lange nicht ins Bett zu gehen, gelang es mir schließlich doch noch, zumindest bis 4 Uhr morgens zu schlafen. Ich entfernte die um mich herum verteilten Katzgetiere und stand auf, um den Blogeintrag der Ereignisse von Samstag zu schreiben. Später, aber doch umständehalber zu ungewohnt früher Stunde, erschien die zweitbeste  Ehefrau von allen, um ihr Auftrittsmaterial für den heutigen Tag vorzubereiten und insbesondere den BH-Verschluss ihres Auftrittskleides deutlich zu verstärken. Sie nahm das Kleid, da sah ich das Elend schon auf mich zukommen. Nein, nicht meine Angetraute, obwohl sie denselben Weg eingeschlagen hatte wie das von mir wahrgenommene drohende Ungemach. Zwischen dem BH und dem Rock befindet sich ein Netzeinsatz, welcher auch dazu beiträgt, daß aus BH und Rock ein einteiliges Kleid wird. Bevor ich wieder verbessert werde: Ja, es gibt auch weitere verbindende Verbindungsstücke zum Verbinden der ansonsten unverbundenen Teile.

Der Netzeinsatz aber hatte Löcher. Der mitdenkende Leser könnte nun anmerken, daß dies bei einem Netzeinsatz völlig normal sei, denn schließlich käme der Wortteil Netznicht von ungefähr, aber die von mir entdeckten Löcher waren doch etwas größer als sie sein sollten, von weniger gleichmäßiger Struktur und überhaupt gestern während des Auftritts noch gar nicht vorhanden. Vorsichtig wies ich die zweitbeste Ehefrau von allen auf diesen misslichen Umstand hin. Sie reagierte sofort und der Situation angemessen:




 Die Sachlage wurde begutachtet und Überlegungen zum weiteren Fortfahren in der Angelegenheit angestellt. Direkt im Anschluss aktivierte man die fernmündliche Standleitung zu Alexandra. Im Rahmen der weiteren Erörterung erinnerte man sich, gestern neben der Bühne leicht zusammengestoßen zu sein, was bedingt durch den auf den Kleidern angebrachten Strass zu dem unschönen Ergebnis geführt haben könnte. Das ist im Endeffekt ungefähr mit einem Geländewagen vergleichbar, der auf seiner Stoßstange noch einen Kuhfänger montiert hat und mit einem Kleinwagen aneinandergerät. Das Kleid ist durchaus reparabel, doch nicht in der Kürze der Zeit. Also wurden sämtliche in Frage kommenden Alternativen ausgelotet, welche zu einem Farbwechsel in der Kleider- bzw. Schleierauswahl führen würden. Die Mädels sollten zu Dritt mit Schleiern auf der Bühne stehen, da ist eine gewisse Harmonie in der optischen Gestaltung der Textilien durchaus von Nöten. Doch eine einwandfrei funktionierende Lösung fand sich nicht, so daß meine Angetraute sich daran machte, die Löcher behelfsmäßig zu flicken. Im Publikum würde man dies auf der Distanz wohl hoffentlich nicht wahrnehmen können.

Schließlich erklärte mir die zweitbeste Ehefrau von allen, welchen Aufwand es bedeute, den Netzeinsatz herauszulösen, einen neuen in entsprechender Farbe zu besorgen und diesen wieder in das Kleid einzuarbeiten. Schließlich müsse auch bedacht werden, daß der angebrachte Strass zu entfernen und neu anzubringen sei. Dies würde ihre Stimmung nicht gerade heben, so daß ich sofort der Situation angemessen reagierte:



Ich hatte einige Ideen, die unter anderem den ursprünglichen ägyptischen Schneider des Kleides involvierte, doch das half uns jetzt auch nicht weiter. Schließlich gelang es der zweitbesten Ehefrau von allen, den Netzeinsatz unschön aber behelfsmäßig auftrittstauglich zu flicken und sie vergaß auch die vorgesehene Verstärkung des BH-Verschlusses nicht. Wir machten uns schließlich mit einer Stunde Rückstand im Zeitplan auf den Weg.

(wird fortgesetzt)


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